KLIMASCHUTZ UND BRAUNE KOHLE

FUNKTIONSLIEDER Teil 4

CD 13

 

CD 13  Die Liedertitel dieser CD mit "laufender Nummer"

 

13213 Der Danni steht

 

13214 Hambi bleibt, Dörfer auch

 

13215 Unentschuldbar

 

13216 Kohleausstiegstrickserei

 

13217 Straßenkampf L277

 

13218 Lützerath am nächsten

 

13219 Mahnwächter v. Heimsch.

 

13220 Terra Obscura

 

13221 Gerächter Zorn

 

13222 Zukunftssicherung

 

13223 Personalkrise

 

13224 Schwarzes Wasser

 

13225 Die Blutkohle- Mine

 

13226 Schweinemast

 

13227 Die Gleueler Wiese

 

13228 Verloren

 

13229 Rebella Ciao

 

Nachfolgend die Texte der Lieder zusammenhängend:

 

 

DER DANNI STEHT

 

 

 

Sag, wozu braucht man ne Autobahn,

 

wenn sowieso schon zu viele Autos fahrn?

 

Als ob noch nicht genug Straßen da wär’n,

 

um sich von hier nach dort zu entfern‘..

 

Eine Autobahnschneise im Wald

 

für Geschwindigkeitsrausch auf Asphalt,

 

der auch das Klima unrettbar zerstört,

 

bestimmt nicht in den Danni gehört.

 

 

 

Refrain:

 

Aber wir sehn jeden Tag, der vergeht:

 

Die Erde sich dreht und der Danni noch steht. 2 x

 

 

 

Die Autohersteller wolln Straßenbau

 

Immer mehr Autobahn‘n für langen Stau.

 

Auch Ölkonzerne mögen Straßenbau sehr,

 

wenn viele Autos fahrn, verdienen sie mehr.

 

Wollt ihr tatsächlich die Bäume hier fälln,

 

wird sich der Waldschutz euch in den Weg stelln.

 

Wo jeder Baum, jeder Strauch zeigt, er lebt –

 

dort der Waldheimatschutz sich erhebt.

 

 

 

Sagt ihr, auch euch Klimaschutz wichtig sei,

 

dann seid im Widerstand auch mit dabei.

 

Die Industrie schützt weder Klima noch Wald,

 

sucht den Konflikt und will auch, dass es knallt.

 

Und darum gibt es im Wald Widerstand,

 

weil mancher Gleichgültigkeit überwand,

 

Jede Räumung, die hat ihren Preis,

 

und der Kampf um den Danni wird heiß.

 

 

 

Politik und Wirtschaft sind gnadenlos.

 

Aber Klimaschutz fällt nicht in‘ Schoß.

 

Er ist zuallererst zu jeder Zeit

 

vor allem ausdauernd Handarbeit.

 

Last ihr den Mut euch im Widerstand nehm,‘

 

macht ihr’s den Autobahnbauern bequem.

 

Wie viel Schmiergeld die Planer auch treibt –

 

nicht nur der Hambi, der Danni auch bleibt.

 

 

 

Copyright 2020 Gerd Schinkel

 

 

 

 

 

HAMBI BLEIBT - DIE DÖRFER AUCH

 

 

 

Ihr könnt sägen, ihr könnt räumen,

 

wir könn‘ trotzdem weiter träumen, 

 

egal, was ihr tut und treibt:

 

Hambi bleibt - die Dörfer auch!

 

Ihr könnt zerstören, ihr könnt roden,

 

baggern ganz tief in den Boden -

 

egal, was ihr tut und treibt:

 

Hambi bleibt - die Dörfer auch!

 

 

 

Eure Bagger sind wie Drachen,

 

vor denen wir das Land bewachen,

 

egal, was ihr tut und treibt:

 

Hambi bleibt - die Dörfer auch!

 

Begrabt euch selbst in brauner Kohle

 

unter der tiefsten schwarzen Sohle,

 

egal, was ihr tut und treibt:

 

Hambi bleibt - die Dörfer auch!

 

 

 

Refrain:

 

Hambi bleibt im Kopf bewahrt,

 

uns im Gedächtnis, lebenslang,

 

genauso das, was ihr getan habt,

 

gierig aus Zerstörungsdrang.

 

Wir werden uns daran erinnern,

 

nie vergessen, was geschehn.

 

Und ihr werdet selbst mit Scham

 

zurück auf eure Schande sehn.

 

 

 

Bedroht ihr Dörfer oder Wälder,

 

Straßen, Wege, Wiesen, Felder -

 

egal, was ihr tut und treibt:

 

Hambi bleibt - die Dörfer auch!

 

Ihr könnt nicht einfach sie zerstören –

 

und wir solln uns nicht mal empören,

 

egal, was ihr tut und treibt –

 

Hambi bleibt - die Dörfer auch!

 

 

 

Denkt ihr, ihr könnt uns vertreiben?

 

Solln wir‘s in Großbuchstaben schreiben?

 

Egal, was ihr tut und treibt:

 

Hambi bleibt - die Dörfer auch!

 

Wir wolln durch unsere Dörfer laufen,

 

und lassen uns nicht von euch kaufen.

 

Egal, was ihr tut und treibt:

 

Hambi bleibt - die Dörfer auch!

 

 

 

Es gibt Fotos, es gibt Bilder,

 

wir malen Transparente, Schilder,

 

egal, was ihr tut und treibt:

 

Hambi bleibt - die Dörfer auch!

 

Wo habt ihr gelernt zu lügen

 

und die Menschen zu betrügen?

 

Egal, was ihr tut und treibt:

 

Hambi bleibt - die Dörfer auch!

 

 

 

Sehn wir in eure Gesichter,

 

sehn wir nur Heimatvernichter -

 

egal, was ihr tut und treibt:

 

Hambi bleibt - die Dörfer auch!

 

Ihr steht da als die Klimakiller,

 

und der Protest, der wird nicht stiller,

 

egal, was ihr tut und treibt:

 

Hambi bleibt - die Dörfer auch!

 

 

 

Ihr seid nur Nullen, seid nur Nieten,

 

Träume könnt ihr nicht verbieten,

 

egal, was ihr tut und treibt:

 

Hambi bleibt - die Dörfer auch!

 

Und auch wenn euch es nicht gefällt:

 

Man kann uns hörn rund um die Welt,

 

egal, was ihr tut und treibt:

 

Hambi bleibt - die Dörfer auch!

 

 

 

Copyright 2020 Gerd Schinkel

 

 

 

 

UNENTSCHULDBAR                                            DD/0

 

 

 

Was für ne Papierverschwendung –                      D-

 

Zeilen voller Wind,                                                 D/C

 

Wörter ohne Wahrheit                                           H8

 

trotzdem voller Klarheit sind.                                A8A/9

 

Kohleausstieg per Gesetz,                                    D-

 

das RWE diktiert -                                                 D/C

 

glaubt ihr echt, das wär es jetzt –                          H8

 

und alles funktioniert?                                           A8A9

 

 

 

Das sei ein guter Tag gewesen?                           C

 

Nein, das war es nicht!                                          G

 

Die nächste dunkle Zeit der Erde                          C

 

nicht erst jetzt anbricht.                                         A8A9

 

Gesundbeter aufgereiht,                                       C

 

sind von sich überzeugt,                                        G

 

die sich ohne Widerstand                                      eC

 

der Kohlemacht gebeugt.                                      GD

 

 

 

Refrain:

 

Klopft ihr euch auf die Schultern –                        A

 

das ist nackte Gewalt,                                           C

 

die ihr Menschen antut,                                         e

 

gewissenlos, eiskalt.                                              A

 

Die wird euch nicht vergeben,                              C

 

da könnt ihr ganz sicher sein –                             G

 

Manches ist entschuldbar –                                  e

 

anderes kann man nicht verzeihn.                      A8A9D

 

 

 

Der Wald sei doch erhalten… -

 

ihr lügt, wenn ihr dies so schreibt,          

 

pumpt seit Jahrn sein Wasser ab,

 

dass nichts von übrigbleibt.         

 

Das sei nun, so behauptet ihr,

 

das Gelbe doch vom Ei -

 

am Nasenring von RWE

 

die Einheiz-Blockpartei.

 

 

 

Dorfzerstörer wild entschlossen –

 

Kompromiss? Verrat!

 

Zwangsumsiedlung weitergeht

 

nach RWE-Diktat.

 

Die Kohlenlobby-Vorgabe

 

als Herde abgenickt,

 

im Hammelsprung-Gedrängel

 

verlängert den Konflikt.     

 

 

 

Drecksstrom-Garantie-Abnahme –

 

Strom, den keiner braucht,

 

dass der Kraftwerksschornstein

 

für Profit noch länger raucht.

 

Entschädigt mit Milliarden –

 

wozu, wofür, warum?

 

Mit falschen Zahlen haltet ihr

 

die Öffentlichkeit dumm.

 

 

 

Dreckiger schwarz-roter Deal

 

mit RWE gewagt,

 

im IrRWEg die Zerstörung

 

unseres Klimas abgehakt.

 

Kohlestaub in unsere Augen

 

mit dem Wind gestreut -

 

sicher habt ihr dies schon

 

vor der nächsten Wahl bereut.

 

 

 

Als lutschte er ne Printe quer,

 

grinst Armin Laschet breit.

 

Der schwarz-rote Dressurakt

 

führt in unendliches Leid. 

 

Sind Küsten unbewohnbar,

 

Milliarden Menschen fliehn -

 

lasst ihr dann einen Teil von ihnen

 

hierher zu uns ziehn?

 

 

 

Behauptet nicht, dies sei im Kern

 

der Kohle-Kompromiss –

 

ihr beweist so nur, dass ihr

 

nicht wisst, was Wahrheit ist.

 

Denn dies Gesetz, das ihr

 

mit falschem Stolz da präsentiert,

 

das hat - wer’s liest, der merkt es –

 

RWE euch formuliert.

 

 

 

Copyright 2020 Gerd Schinkel

 

 

 

 

 

KOHLEAUSSTIEGSTRICKSEREI          a/3

 

 

 

Es steht im Kohleausstiegs-                     aC

 

gesetz ein Paragraf,                                 DE

 

der die Banane gerade biegt –                 aC

 

und ihr sagt, dass er‘s darf.                     DE

 

Es sei unverzichtbar, sagt ihr,                  G

 

dass der Bagger räumt                            a

 

und die Dörfer abreißt –                          G

 

und nun wird sich aufgebäumt…             E

 

 

 

Die Dörfer abzubaggern,

 

das sei zwingend, sagt ihr jetzt.

 

Das stünde so doch auch

 

im Kohleausstiegsgesetz.

 

Wenn ihr das so reinschreibt,

 

dann steht es halt da drin -

 

doch ein falscher Satz bekommt

 

auf diese Art kein' Sinn.

 

 

 

Zur Enteignung wird sich nun

 

auf Nazi-Recht gestützt,

 

behauptet, dass der Kohleabbau

 

dem Gemeinwohl nützt.

 

Aber die Notwendigkeit

 

ist nirgendwo belegt –

 

wundert euch nicht, dass sich

 

Widerstand dagegen regt.

 

 

 

Denkt ihr, ihr macht aus Unrecht

 

per Gesetz ganz einfach Recht?

 

Hofft nicht auf Vertrauen,

 

wenn ihr Recht auf die Art brecht.

 

Wen nehmt ihr zum Vorbild?

 

Putin, Orban, Erdogan?

 

Wenn ihr denkt, das funktioniert,

 

dann habt ihr euch vertan.

 

 

 

Wenn ihr Unsinn festschreibt,

 

wird er dadurch doch nicht wahr.

 

Das ist euch doch auch bei

 

Orban oder Putin klar.

 

Vernebelt ihr das Hirn euch

 

schon mit eurem Kohlewahn?

 

Dann seid ihr so schräg

 

wie Recep Tayyip Erdogan.

 

 

 

Schreibt ihr per Gesetz fest,

 

dass man Braunkohle noch braucht,

 

ist die Erde eine Scheibe,

 

und vom Rand man untertaucht.

 

Mit der Hand vor Augen

 

ist normal, dass ihr nichts seht -

 

und in eurer Birne nach

 

und nach das Licht ausgeht.

 

 

 

Im Paragrafen 48

 

stünd so mancherlei,

 

was energie- und auch

 

wirtschaftspolitisch nötig sei:

 

Braunkohle, die tief im Grund

 

unter den Dörfern liegt,

 

braucht RWE für den Profit –

 

nur deshalb sie die kriegt.

 

 

 

Denkt ihr, ein Gesetz kann regeln,

 

was die Wahrheit ist,

 

und Wahrheit könnt man schlucken,

 

wenn man sie mit Löffeln frisst.

 

Die Aufklärung ist lange her –

 

man schaut auf den Verstand…

 

und nicht auf Paragrafen,

 

die ein Lobbyist erfand…

 

 

 

Copyright 2020 Gerd Schinkel

 

 

 

 

 

STRASSENKAMPF L 277                                    G/2

 

 

 

Auf ner Straße kommt man hin,                           G

 

auf ner Straße kommt man weg -                        D

 

aber nur solang sie da ist, wo sie ist…               CDG ID

 

Aber was hat das fürn Zweck,                              G

 

baggert man die Straße weg,                               D

 

wenn die Straße nicht mehr da ist, wo sie ist.   CDG

 

 

 

Sie verbindet A mit B,                                         e

 

ob ich fahre oder geh,                                         a

 

ist egal, man kommt so, wo man hinwill, hin.    CD

 

Auch die L zwei sieben sieben                            e

 

soll man nicht auf Seite schieben,                       C

 

denn sie hat an dieser Stelle ihren Sinn.            AD

 

 

 

Refrain:

 

Lasst die L zwei sieben sieben liegen –                 CD

 

wir wolln keine andere kriegen!                              Ge

 

Baggerzähne runter vom Asphalt,                         DD7GG7

 

denn sonst werden wir im Widerstand eiskalt.      DD7GG7

 

Lasst die Dörfer alle bleiben,                                   CD

 

müsst ja Gier nicht übertreiben,                              Ge

 

Ob hier Frieden einzieht, habt ihr in der Hand –     D

 

NRWE versündigt sich an diesem Land.                DD7G

 

 

 

Auf der Straße fährt man lang,

 

folgt so dem Bewegungsdrang,

 

und man freut sich, kommt man so auch an sein Ziel.

 

Keyenberg und Lützerath –

 

ob als Ziel oder als Start -

 

protestiert mit, RWE zerstört zu viel.

 

 

 

Mutter, Vater, Hund und Kind –

 

alle zeigen, was sie sind:

 

Sie sind zornig über die Zerstörungswut.

 

Hört auf, die L zwei sieben sieben

 

durch die Gegend rumzuschieben -

 

Denn so macht ihr den Asphalt nur heiß wie Glut.

 

 

 

 

 

Lasst es RWE jetzt sehn,

 

so kann es nicht weiter gehn!

 

Deshalb stellen wir uns auf der Straße quer.

 

Auch wenn Armin Laschet schweigt,

 

kriegt er deutlich jetzt gezeigt,

 

protestieren werden mit uns immer mehr.

 

 

 

Und schickt Reul auch Polizei,

 

ist das für uns ja nicht neu,

 

wenn der uns hier wieder kriminalisiert,

 

die Gesellschaft überreizt

 

und die Polizei verheizt –

 

wird er schließlich von den Wählern abserviert.

 

 

 

Refrain:

 

Lasst die L zwei sieben sieben liegen –                         CD

 

wir wolln keine andere kriegen!                                        Ge

 

Baggerzähne runter vom Asphalt,                                  DD7GG7

 

denn sonst werden wir im Widerstand eiskalt.              DD7GG7

 

Lasst die Dörfer alle bleiben,                                            CD

 

müsst ja Gier nicht übertreiben,                                       Ge

 

Ob hier Frieden einzieht, habt ihr in der Hand –               D

 

NRWE versündigt sich an diesem Land.                       DD7G

 

 

Von der L zwei sieben sieben

 

kriegt ihr uns vielleicht vertrieben,

 

doch seid als Zerstörer registriert –

 

irgendwann hat jeder das kapiert…

 

 

 

Copyright 2020 Gerd Schinkel

 

 

 

LÜTZERATH AM NÄCHSTEN                                         a6/0

 

 

 

Lützerath, was kann von dir noch bleiben?                   a6CH8

 

Wenn sie den Tagebau nach Westen vorantreiben,      a6CH8

 

um braune Kohle aus dem Boden hochzuholn,             CH8a

 

wird auch den Menschen ihre Heimat so gestohln.        eCD

 

Wenn sich die Baggerschaufelräder weiterdrehen,

 

dann wird in Lützerath auf Dauer nichts mehr stehen.

 

Dann bleibt von Lützerath am End nichts mehr zu sehn -

 

nur noch ein Kreuz wird auf dem Dörferfriedhof stehn.

 

 

 

Refrain:

 

Fast tausend Jahre Geschichte plattgemacht                          GCD

 

Nicht aus Versehen, denn hier weiß man, was man macht.     eCD

 

Es geht um Kohle – doch um die im Boden nicht                    GCD

 

Nur darum, dass ein Kursgewinn Profit verspricht…               GDG

 

 

 

Lützerath, was wird von dir noch bleiben,

 

wie kann man das, was von dir übrigbleibt, beschreiben?

 

Wenn man die Bagger ungehindert machen lässt,

 

dann bleibt von dir am Ende nicht einmal ein Rest.

 

Jedenfalls nicht an diesem Ort, wo du gestanden.

 

Hier wird ein Loch sein, wo sich Häuser mal befanden.

 

Unwiederbringlich jede Lebensspur verschwand,

 

nicht nur wo Lützerath mit seinen Häusern stand.

 

 

 

Lützerath, woran wird man sich noch erinnern?

 

An Heimatschützer, Widerstand von ein paar Spinnern,

 

aus ihren Häusern von der Polizei verjagt?

 

Und die Regierung hier nicht herzukommen wagt…

 

Sie hat die Menschen um ihr Heimatrecht betrogen,

 

und mit Gefälligkeitsgesetzen Recht gebogen,

 

nur RWE-Profitinteresse hier noch zählt –

 

ob irgendwer noch diese Landzerstörer wählt?

 

 

 

Lützerath kann man nicht einfach ausradieren,

 

aus dem Gedächtnis nicht, was hier geschah, verlieren.

 

Man nicht vergisst, was man den Menschen angetan,

 

aus purer Gier, im blind gefolgten Kohlewahn.

 

Doch die Regierung, der Konzern, sind ohne Sorgen –

 

Sie leben tief im Gestern, scher‘n sich nicht um Morgen.

 

Es wird zu spät sein, wenn man irgendwann erkennt –

 

Kohle von gestern nicht mal profitabel brennt…

 

 

 

Lützerath, die Bagger dir am nächsten stehen –

 

nur wenn sie abziehn, wirst du eine Zukunft sehen.

 

Nur dann, wenn unser Widerstand erfolgreich ist,

 

und sich kein Schaufelrad noch näher zu dir frisst.

 

Schützt die Regierung mit Gewalt Konzerninteressen,

 

werden die Menschen der Region weiter vergessen.

 

Dann merkt euch, wer euch eurem Schicksal überlässt

 

und passt gut auf, dass ihr es nie wieder vergesst.

 

 

 

Copyright 2020 Gerd Schinkel

 

 

 

 

 

MAHNWÄCHTER VOM HEIMATSCHUTZ        e/3

 

 

 

Die Mahnwächter vom Heimatschutz                 e

 

am nahen Grubenrand                                        e

 

bewachen nicht aus Spaß                                   a

 

bei Wind und Wetter dieses Land.                      a

 

Denn Landzerstörer graben                                D-

 

ihre Heimat eiskalt ab,                                        D-

 

für Kohle, die das Geld nicht wert ist –               H7

 

und die Zeit wird knapp.                                     H7

 

 

 

Kohle wird für Strom verbrannt,                           e

 

den niemand heut mehr braucht,                        e

 

in Dreckschleudern erzeugt –                              a

 

der Himmel wird mit Gift verraucht.                     a

 

Die Mahnwächter sind da. Sie wolln nicht,         D-

 

dass all dies geschieht.                                      D-

 

Sie wolln, dass man ihr‘n Widerstand                 H7

 

dagegen deutlich sieht.                                         H7

 

 

 

Refrain:

 

Nehmt ihre Mahnung als klare Warnung -                                 ea

 

denn jeder, der das Leben hier bedroht,                                    H7e

 

wird ganz klar sehn: Wir widerstehn -                                        ea

 

und ihr könnt uns auch nicht dran hindern mit Verbot.            H7e

 

 

 

Auf kaputter Straße

 

ganz am Dorfrand aufgestellt,

 

wohl wissend, dass dies RWE

 

und Polizei missfällt.

 

Dem vorrückenden Bagger

 

mutig in den Weg gesetzt -

 

Wer das nicht erwartet hat,

 

hat sich komplett verschätzt.

 

 

 

Der Bagger frisst sich rücksichtslos

 

durchs Braunkohlerevier.

 

Ob RWE gebremst wird,

 

das entscheidet sich auch hier.

 

Stellt sich die Regierung

 

wie gewohnt vor den Konzern,

 

zeigt sie, sie hält sich - wie immer –

 

von den Menschen fern.

 

 

 

 

 

Keiner gibt den Schutz der Dörfer

 

freiwillig hier auf!

 

Was nimmt für Profitinteressen

 

RWE in Kauf?

 

Folgt dem Vorbild Bolzonaros… -

 

Gibt’s ein‘ Unterschied,

 

zwischen dem, was da im Regenwald

 

oder hier bei uns geschieht?

 

 

 

An der Börse stoßen

 

Investoren Aktien ab.

 

der Kurs geht Richtung Keller,

 

die RWE-Aktie schmiert ab.

 

Niemand will Papiere halten,

 

die an Wert verliern -

 

damit sollte RWE

 

nun besser kalkuliern…

 

 

 

Copyright 2020 Gerd Schinkel

 

 

 

 

 

TERRA OBSCURA                                                                   A/0

 

 

 

Romina Plonsker sitzt fest auf ihrem Platz                                A

 

im Parlament - dort sitzt sie ziemlich für die Katz.-                  GE

 

Sie ist da Abgeordnete der CDU                                              A

 

aus Bedburg, Bergheim, Elsdorf, Pulheim noch dazu.            GE

 

Sitzt sie im Liegestuhl ganz nah am Grubenrand                    DA

 

von Terra Nova, dann blickt sie ganz unverwandt                   DE

 

weit über‘s Kohleloch, den tiefen Tagebau,                              A

 

und hält die RWE-Zerstörung wohl noch für oberschlau…     GEA

 

 

 

Refrain:

 

Terra Nova liegt in Terra Obscura,                                              DA

 

und dort hat RWE immer Procura,                                              EAA7

 

Man hat schon viele hier regieren sehn –                                  DA

 

Was RWE verlangt hat, das ließen alle geschehn.                   GEA

 

 

 

Es schützt ein bunter Schirm vor zu viel Sonnenschein,

 

und wenn sie wollte, säh sie tief ins Loch hinein:

 

Man baggert auf der einen Seite Erde weg,

 

bis man an Kohle kommt, denn drüber ist nur Dreck.

 

Den meisten Abraum transportiert man mit dem Band

 

zur anders Seite und bedeckt schon allerhand.

 

Sieht er die Mondlandschaft, die sich da weit erstreckt,

 

manch RWE-Boss sich voll Gier die Lippen leckt.

 

 

 

Hinter die Grube sieht Ramona Plonsker nicht,

 

wie dort Vertreibung immer noch die Herzen bricht.

 

So viele haben hier die Heimat schon verlorn,

 

sind nun entwurzelt - es blieb nichts, wo sie geborn.

 

Ramona Plonsker weiß, dies alles nur geschieht,

 

weil RWE Politiker am Halsband zieht.

 

Was mit den Menschen, den Vertriebenen passiert,

 

Ramona Plonskers RWE nicht interessiert.

 

 

 

Ramona Plonsker postet zynisch, krass und grell,

 

die Terra Nova-Aussicht sei sensationell.

 

Der Tagebau in seiner ganzen Dimension

 

scheint ihr genauso offenbar als Sensation.

 

Kann einer sagen, warum ihr das so gefällt?

 

Kriegt sie von RWE dafür ne Menge Geld?

 

Wenn sie es bar gezählt bekäme auf die Hand,

 

dächt sie wohl, sie macht sich verdient um unser Land

 

 

 

Man muss doch Handpuppen von RWE nicht wähln,

 

die nicht viel mehr tun, als daheim ihr Schmiergeld zähln.

 

Sie machen es doch ihren Vorturnern nur nach,

 

nehmen wohl nur, was RWE ihnen versprach.

 

Dass Polizei Bürger vertreibt, finden sie gut.

 

Auch was für RWE stets die Regierung tut.

 

Wer weiß, dies Land war Bürgewald in Bürgerhand

 

vermisst inzwischen bürgernahen Sachverstand.

 

 

 

Copyright 2020 Gerd Schinkel

 

 

 

 

 

GERÄCHTER ZORN                                 C/0

 

 

 

Ihr habt sie selbst aufgeweckt,                 C

 

die Göttin Roms der Rache.                     H8

 

Schweigt sie auch, ruft sie dem Volk         a

 

vernehmbar zu: Erwache!                         G

 

Denen, die sie aufgeweckt,                       C

 

gestört in ihrem Schlaf,                             H8

 

zeigt sie, was man nicht sollte,                 a

 

und auch ganz bestimmt nicht darf.         G

 

 

 

Refrain:

 

Wenn die Göttin zornig ist und böse guckt,       FG

 

sie auf die Übeltäter Gift und Galle spuckt!       Ea

 

sie in ihrer Wut sich nicht beruhigen kann,        FG

 

zieht euch, die ihr ihr‘n Zorn erregt habt,           E

 

ganz warm an.                                                   a

 

 

 

Roms Göttin des gerechten Zorns

 

nicht lange suchen muss,

 

bis sie voll Wut am Ende

 

der Geduld sagt: „Jetzt ist Schluss!“

 

Was ihr dem Land hier angetan,

 

ist Frevel schlimmster Art -

 

Zeit, dass man den Menschen

 

eine Fortsetzung erspart.

 

 

 

Die Heimat ist zerschunden,

 

zerkratzt, tief aufgeschürft…

 

Wer hat das genehmigt, euch

 

gesagt, dass ihr das dürft?

 

Wer hat euch erlaubt, dass ihr

 

den Wasserspiegel senkt?

 

Wie habt ihr erreicht, dass der

 

nicht an die Folgen denkt?

 

 

 

Was ist mit dem Klima?

 

Kriegt ihr nicht mit, was passiert?

 

Dass der Meeresspiegel steigt,

 

und niemand reagiert…

 

Wollt ihr nicht begreifen, dass die

 

Zeit schon lange drängt,

 

euer Überleben längst am

 

seid‘nen Faden hängt.

 

 

 

Was tut ihr der Natur an?

 

Ist euch, was passiert, egal?

 

Wenn ihr nichts tut, bleibt mir

 

in meinem Zorn doch keine Wahl…

 

Dann müsst ihr eben lernen,

 

auf die ganz brutale Tour –

 

Mit Hitze, Wasser, Trockenheit

 

rächt sich dann die Natur.

 

 

 

In einem Brunnen, den der Bagger

 

beinah schon zerbrach,

 

war eine Säule, und von

 

deren Rand die Göttin sprach:

 

„Was wollt ihr in meinem Grab?

 

Wisst ihr, was ihr da treibt? -

 

Ihr seid verflucht! Ihr nahmt mir

 

meine Ruhe – Hambi bleibt!“

 

 

 

Copyright 2020 Gerd Schinkel

 

 

 

 

 

ZUKUNFTSSICHERUNG             A/3

 

 

 

Seit Ewigkeiten sagt ihr,                A

 

es regelt sich der Markt.                A

 

Und beweist mit Ausnahmen,       G

 

dass ihr nun versagt,                      G

 

sichert nur Profite                            F

 

korrupt mit Provision                      F

 

rechtfertigt verlogen                        EG

 

Kohlesubvention.                            DA

 

 

 

Es wird immer heißer,                    A

 

Permafrost taut auf.                        A

 

es wird immer trockner –               G

 

ihr nehmt das in Kauf.                    G

 

Meeresspiegel steigen –                F

 

ihr nehmt es nicht wahr…             F

 

deshalb protestiern wir,                  EG

 

deshalb sind wir da!!!                      DA

 

 

 

Leben schränkt ihr ein                    FC

 

damit wir uns nicht infiziern,         GE

 

gleichzeitig seid ihr dabei,             FC

 

uns zu stranguliern,                        DG

 

zwingt uns euer Leben auf,           FC

 

bedroht uns mit dem Tod,              GE

 

es geht um unsere Zukunft –        FC

 

deshalb: Kohlestrom-Verbot!!!      GDA

 

 

 

Zeitgewinn ist nicht,

 

wird auf ne Kommission gesetzt.

 

Geht euch ein Kompromiss zu weit,

 

dann macht ihr ein Gesetz,

 

das nichts von dem enthält,

 

was der Kompromiss empfahl,

 

wollt nur den Profit –

 

alles andere ist egal.

 

 

 

Ihr nennt euer Nichtstun

 

„vernünftig und durchdacht“,

 

Politik macht ihr nur

 

aus Angst um eure Macht.

 

Unsere Zukunftssorgen

 

gehn euch am Arsch vorbei -

 

eure Angst vor Machtverlust,

 

die ist uns einerlei.

 

 

 

Wir legen nicht, wie ihr,

 

unsere Hände in den Schoß,

 

stellen euch als Handlanger

 

der Stromkonzerne bloß.

 

Ihr könnt euch nicht verstecken,

 

auch nicht hinter Polizei.

 

Uns ist nicht, wie euch,

 

unsere Zukunft einerlei.

 

 

 

Setzt doch Kommissionen ein,

 

macht noch ein Gesetz -

 

Zeit auf euch zu warten,

 

fehlt uns nicht erst seit jetzt.

 

Ihr habt sie verschlafen,

 

eure Chance vertan -

 

Wir wolln unsere Zukunft

 

ohne Kohlewahn.

 

 

 

Ihr seid Marionetten

 

der Kohleindustrie,

 

tanzt an deren Fäden,

 

fallt vor ihnen auf die Knie,

 

faselt von Verantwortung,

 

der ihr euch mutig stellt -

 

Milliarden für die Kohle –

 

wieviel nun für euch abfällt?

 

 

 

Verramscht ihr unsere Zukunft,

 

damit ihr Gewinne macht,

 

habt zu eurem Nutzen

 

unser Erbe durchgebracht,

 

und wir solln still zusehn,

 

folgt ihr weiter eurer Gier -

 

das könnt euch so passen…

 

darum sind wir laut und hier.

 

 

 

Copyright 2020 Gerd Schinkel

 

 

 

 

 

PERSONALKRISE                                                                   H8/0

 

 

 

Ob es ein „lieber Gott“ sein kann, denk ich manchmal,          H8CD9

 

wenn er so gar kein Händchen hat fürs Personal…                H8CD9

 

Ob es wohl Gründe hat, an denen es dann liegt,                     CD9H8e

 

dass er nur die hat, die er nimmt, weil er sie kriegt…              Ca6D

 

Ob er von Vorstellungsgesprächen wohl nichts hält,               H8CD9

 

um mal zu sehen, wer am besten ihm gefällt…                        H8CD9

 

Hätt‘ er ne Auswahl, die er auch tatsächlich trifft?                   CD9H8e

 

Macht er sich sorgfältig Notizen mit nem Stift?                         CDG

 

 

 

Refrain:

 

Warum sagst du nichts, hör doch mal her,                                a6H8C I D

 

sonst kommt in deine Kirchen niemand mehr…                       eD9G

 

 

 

Ob er kein Einfluss auf Beförderungen nimmt,

 

weil er dran glauben will, dass es, wie’s ist, so stimmt,

 

obwohl er wahrnimmt, dass es so bestimmt nicht ist?

 

Ob ihm egal ist, wenn ihr‘s klar erkennt und wisst?

 

S‘gibt Kirchenmänner, die mit Mächtigen paktiern,

 

nicht sehn, wieviel Vertrauen sie dabei verliern.

 

Wer sich beim Personal auf Männer reduziert,

 

der sollte dann nicht staunen, wenn sowas passiert.

 

 

 

Wie ein geweihter, auserwählter Gottesmann

 

an Kindern viele Jahre sich vergreifen kann…

 

Wird er dann angezeigt, damit er nicht entwischt,

 

noch frech erklärt, es würden Lügen aufgetischt.

 

Wärn Kinder sich‘rer, gäb‘s mehr Frauen im Talar?

 

In Waisenhäusern manche Nonne teuflisch war.

 

Auch manche Christusbraut hat Kinder arg gequält

 

und war als Gottes Personal schlecht ausgewählt.

 

 

 

Wenn viele nun den Kirchen ihren Rücken kehrn,

 

soll sich Herr Gott darüber bloß nicht noch beschwern.

 

Er hat sich‘s seit der Schöpfung wohl bequem gemacht.

 

Sein Personal zu schlecht geschult, nicht überwacht.

 

Wer seinen Laden laufen lässt und nicht versteht,

 

wann er was tun muss, weil es so nicht weitergeht…

 

eh er Verantwortung empört weit von sich schiebt -

 

vielleicht zeigt er so auch nur, dass es ihn nicht gibt…

 

 

 

Copyright 2020 Gerd Schinkel

 

 

 

 

 

SCHWARZES WASSER

 

 

 

Schwarzes Wasser - im Fluss sich ergießt.

 

Zwischen den Ufern der Tod hier mit fließt -

 

vergiftet von Kohle, vergiftet das Land -

 

vergiftet die Menschen und ihr Verstand.

 

Schwarzer Schnee - ein teuflischer Ort,

 

aus dem man Kohle kratzt für den Export….

 

Vergiftet das Leben, vergiftet die Luft,

 

vergiftet die Zukunft - bis in die Gruft.

 

 

 

Refrain:

 

Blutkohle bei uns verfeuert,

 

von Gier alleine gesteuert

 

für Strom und für hohen Profit –

 

und man weiß ganz genau, was geschieht.

 

Energiekonzerne mit verantwortlich sind,

 

für alles, was im Kuzbass geschieht.

 

 

 

Unnormal ist normal im Kuzbass,

 

Schwarz sind Fensterbänke und Fensterglas,

 

die wohl niemand hier sauber kriegt -

 

man redet nicht darüber, woran das liegt…

 

Giftige Gase die Lüfte durchziehn.

 

Entkommen kann man ihnen nicht und nicht fliehn.

 

Wer einmal hier ist, kommt nur schwer wieder weg -

 

verdammt zum Leben im giftigen Dreck.

 

 

 

Schwarze Wolken über Land und Stadt -

 

Überleben hier keine Chance hat…

 

Vergiftet die Männer, vergiftet die Fraun,

 

vergiftet die Kinder - missbrauchtes Vertraun.

 

Sie haben Krebs schon, kaum sind sie auf der Welt,

 

Regen verdampft hier schon, kaum dass er fällt.

 

Unterirdisch tief im Boden es brennt –

 

Wenn’s süßlich riecht, man es daran erkennt.

 

 

 

Schwarze Geschäfte und satter Gewinn -

 

schwarzer Staub in der Lunge tief drin.

 

Wer sie spürt, der verflucht diesen Ort -

 

Wer gesund kam, kommt nur krank wieder fort.

 

Schwarzer Himmel - nicht nur bei Nacht.

 

Aufgerissen die Erde, zur Hölle gemacht.

 

Vergiftet mit Kohle allein für Profit,

 

beim Kohle machen - RWE verdient mit…

 

 

 

Copyright 2020 Gerd Schinkel

 

 

 

 

 

DIE BLUTKOHLE-MINE

 

 

 

Die Mine bedroht das Land, die Gemeinden,

 

durch Umweltzerstörung, Menschenrecht wird verletzt.

 

Der Staat garantiert keinen Schutz der Bedrohten -

 

wie sie dort leben, jeden entsetzt.

 

 

 

Ein riesiges Loch in den Boden gerissen,

 

soll weiter noch wachsen, vier- bis fünfmal so groß,

 

so wie der Bodensee. Die Menschen vertrieben.

 

Man folgt allein Gier und wird Kritiker los.

 

 

 

Refrain:

 

Wenn Maria erzählt vor den Aktionären,

 

fragt sie, welche Konsequenzen man zieht.

 

Sie hat es gesehen, erlebt und erlitten,

 

und weiß, was in ihrer Heimat geschieht

 

 

 

Der Halbwüste ringsum das Wasser entzogen,

 

die Quellen verschwunden, gerodet der Wald,

 

die Menschen verdrängt, an Seuchen gestorben,

 

Existenzen vernichtet, mit Leben bezahlt.

 

 

 

Entschädigung fehlt - auf Gerichte gepfiffen.

 

Urteile wertlos wie zerfetztes Papier.

 

Recht ausgehebelt, ignorierte Gesetze -

 

ganz offenbar gelten diese nicht hier.

 

 

 

 

 

Ein Fluss umgeleitet, das Wasser gestohlen,

 

wer Widerstand leistet von Mördern bedroht.

 

Man kennt die Regierung und weiß, wer die Macht hat:

 

Wer sich wehrt, lebt gefährlich, schon zu viele sind tot.

 

 

 

Seit Jahrhunderten schon ist hier ihre Heimat,

 

darunter die Kohle, vom Boden bedeckt.

 

Kann jeder denn diese Heimat zerstören,

 

der gierig die Finger nach Kohle sich leckt?

 

 

 

 

 

Nicht nur die Freiheit bedrohn die Konzerne,

 

die Kohle aus Kolumbien zu uns exportiern.

 

Menschen, die man für den Abbau verjagt hat,

 

bei Widerstand auch ihr Leben verliern.

 

 

 

Wann haben sie ihr Recht auf Heimat verloren?

 

Wofür man ihnen ihr Lebensrecht nimmt?

 

Nur damit bei deutschen Stromversorgern

 

der Profit zur Zufriedenheit stimmt.

 

 

 

 

 

Als ehrbare Kaufleute soll man sie sehen?

 

Umweltverbrecher kümmert Menschenrecht nicht.

 

Seite an Seite Geschäftspartner stehen:

 

Profit Schmälerndes man nicht gern bespricht.

 

 

 

Steinkohlekraftwerke will man betreiben,

 

lukrativ hier als Ersatz für Atom.

 

Man bezieht aus dem Tagebau blutige Kohle

 

RWE verbrennt sie für vergifteten Strom. 

 

 

 

Copyright 2020 Gerd Schinkel

 

 

 

 

 

SCHWEINEMAST                                      G/2

 

 

 

Mancher in der Wirtschaft                         G

 

gibt sich schlau, lässt sich beraten.         CD

 

Er lädt einen Politiker                                G

 

zum Grilln ein in sein‘ Garten,                  CD

 

falls mal was zu deichseln wäre               C

 

oder auch zu drehn -                                Ge

 

mit dem richt’gen Rückenwind                 A

 

kann die Post abgehn.                              DD7

 

 

 

Stell dir doch mal vor, wie                         C

 

das beschränkt: Gibts da Gesetze,          G

 

die dir deine Freiheit nehmen… -            C

 

kriegste glatt die Krätze…                         G

 

Doch gibt es Politiker,                                e

 

und die sind gut geschmiert,                     a

 

sind die doch ihr Geld wert,                      DD/C

 

wenn dann alles funktioniert.                    D/HD

 

 

 

Refrain:

 

Wunderbar beraten                                    C

 

ist das Geld gut angelegt -                        GE

 

denn was machen Lobbyisten?                 C

 

Die kriegen was bewegt…                         DG

 

 

 

Manchen in der Wirtschaft

 

hört man manchmal heftig klagen:

 

Es macht keinen Spaß,

 

sich mit Gesetzen rumzuplagen.

 

Alles bürokratisch und auch

 

völlig lebensfremd.

 

Wie soll man da Geld verdienen,

 

wird man so gehemmt…?

 

 

 

Manche großen Schweinebauern

 

halten ihre Sauen

 

in Kästenständen aus Metall –

 

kann man sie gut verstauen.

 

Sind die durch Gerichtsbeschluss

 

seit Jahrn auch illegal -

 

so ein Urteil ist so

 

manchem Mastbetrieb egal.

 

 

 

Schweine, die gemästet sind,

 

die fährt man in den Schlachthof -

 

guckt man da genauer hin,

 

ist, was man da macht, doof.

 

Dumpinglöhne, viel Gestöhne,

 

Mietenwucherei -

 

nur Profite bring‘n Rendite –

 

was ist schon dabei…?

 

 

 

Mit Rumänen und Bulgaren

 

Werkverträge schließen -

 

und man sieht im Schlachthof

 

Blut in dicken Strömen fließen.

 

Schnitzel für den Teller,

 

Kotelett fürn gedeckten Tisch -

 

der Discounter wirbt: „Bei uns

 

ist billig und ist frisch…“

 

 

 

Sah man Sigmar irgendwann

 

bei Clemens mal am Grill stehn?

 

Soll Lobbyarbeit effektiv sein,

 

muss die ziemlich still gehen:

 

Hier ein Häppchen, da ein Schlückchen

 

und ne Provision…-

 

Was gäb‘s zu bereden?

 

Man versteht sich so auch schon…

 

 

 

Dieter hält zu Clemens

 

und auch Julia hält dicht.

 

Sie weiß, was sie machen soll

 

und hält’s für ihre Pflicht…

 

Schweinkästen bleiben noch

 

auf Jahre wie sie sind.

 

Und wenn es Proteste gibt,

 

stellt frau sich taub und blind.

 

 

 

Copyright 2020 Gerd Schinkel

 

 

 

 

 

DIE GLEUELER WIESE

 

 

 

Ein abgefuckter Loserclub                        CF

 

schiebt sich am Recht vorbei.                   DG

 

Hält sich für was Besonderes                   CF

 

und findet nichts dabei,                              DG

 

sich selber zu bedienen,                           FC

 

an dem, was er nicht braucht,                  DG

 

wenn er mal wieder absteigt,                    CF

 

tief ins Vergessen taucht...                       GC

 

 

 

Refrain:

 

Und der Hennes meckert laut über ne Wiese -             Fe

 

den Kunstrasen vergesst und lasst ihm diese.              FG

 

FC-Vorstände kommen und gehn -                                 DGCea

 

man hat schon viele Fetzen fliegen sehn                      FGC

 

 

 

Ein überschätzter Fahrstuhlclub

 

in Dilettantenhand,

 

überfordert in der Führung:

 

Die fährt dauernd an die Wand.

 

Man bläst mit lauten Liedern

 

sich vor jedem Anpfiff auf -

 

und läuft danach nur hinterher.

 

Der Club? Ein Fehleinkauf….

 

 

 

Ein Geißbock, den man meckern lässt.

 

Ein Vorstand, der sich bläht.

 

Parteien, die sich anbiedern,

 

wenn eine Wahl ansteht.

 

Ne Wiese, breit im Grüngürtel,

 

aus Denkfaulheit planiert.

 

Es ist nicht nur ein Spiel,

 

das die Natur damit verliert.

 

 

 

Parteien, die im Wahlkampf stehn,

 

auf Stimmzettel nur schieln,

 

ausschließlich auf Wähler

 

aus dem FC-Fanblock zieln.

 

Ein Grüngürtel wird taktisch,

 

aber sinnfrei segmentiert,

 

und was zum Wohl der Bürger

 

wäre, einfach ignoriert.

 

 

 

Ihr unterschätzt die Bürgerwut

 

und sucht bewusst den Streit?

 

Dann kriegt ihr ne Lektion erteilt,

 

denn viele sind bereit,

 

Adenauers Erbe,

 

das ihr im Verrat zerstört,

 

auf Dauer zu verteidigen,

 

 weil es euch nicht gehört.

 

 

 

Copyright 2020 Gerd Schinkel

 

 

 

 

 

VERLOREN

 

 

 

Demonstranten, Polizei,                D-

 

Politiker, die Jugend -                    D-

 

Alle über ein‘n Kamm schern:       C

 

Was ist daran Tugend?                 A8A9

 

 

 

Alle dieselben, jeder                       D-

 

so wohl wie die?                              D-

 

Unterschiede stören nur,                 C

 

interessiern nie…                           A8A9

 

 

 

Fußballfans, Umweltschützer,        G

 

Radfahrer, Skater -                         e

 

alles Kriminelle:                               C

 

Brutale Schläger, Treter?               A8A9

 

 

 

Rechte so wie Linke,                      D-

 

Linke sowieso -                              D-

 

Wer sammelt Erfahrungen?          C

 

Wobei, mit wem und wo?              GD

 

 

 

Refrain:

 

Und was Leute aufregt,                  e

 

was geschieht,                                A

 

Kriminalisierung nach sich zieht.    f#h

 

Aber hey - die Polizei,                    GA

 

die ist ja immer okay…                   D

 

 

 

“Future-Fridays”, Antifa,

 

“Ende Gelände” -

 

schlimmer als Pegida?

 

Wer legt Wohnheimbrände?

 

 

 

Partyvolk und Saufgelage,

 

laut im Schutz der Nacht,

 

mit Klimaschützern in

 

Zusammenhang gebracht…

 

 

 

Klarstellung hier sorgfältig

 

für sorgsame Sortierer -

 

Kein Pardon für Plünderer

 

und für Randalierer!

 

 

 

Auch keine Entschuldigung

 

für sinnlose Gewalt,

 

aber auch nicht für Mord,

 

werden Killer hoch bezahlt.

 

 

 

 

 

Für korrupte Rechtsverletzer

 

gibt es kein Verzeihn,

 

die im Vergleich sich mit Geld

 

von Strafe selbst befreien.

 

 

 

Wer mit Schlips und Kragen

 

nur aus Gier Gesetze bricht,

 

braucht doch kein Verständnis

 

und auch Nachsicht nicht.

 

 

 

Stuttgart bei Nacht –

 

und aufgebrachte Leute -

 

Polizei im Einsatz:

 

Jagd auf Plünderer mit Beute.

 

 

 

Wo warn die bei Cum-Ex?

 

Hatten die da grad frei?

 

Wenn der Staat geplündert wird –

 

wer ist mit dabei?

 

 

 

 

 

Manche gibt’s und andere,

 

und es gibt auch solche -

 

bei diesen oder jenen –

 

überall gibts Strolche…

 

 

 

Wird ne Generation verstoßen

 

und geht so verlorn,

 

lehnt euch nicht zurück –

 

ihr bleibt nicht ungeschorn!

 

 

 

Was tut ihr für Verlorene,

 

die Perspektiven suchen?

 

Sich selber überlassen?

 

Sie werden euch verfluchen.

 

 

 

An ihrm Rausch verdienen,

 

mehr tun wollt ihr nicht?

 

Wollt euch nur verweigern?

 

Wann macht ihr eure Pflicht?

 

 

 

 

 

Und fragt ihr, woher die Wut kommt,

 

wollt es echt wissen,

 

fühlt euch so brutal

 

aus dem Tiefschlaf gerissen…

 

 

 

So wie ihr Recht verbiegt,

 

zeigt, wie beliebig es ist,

 

wenn man Strafe mit

 

zweierlei Maß bemisst…

 

 

 

Manche kommen so davon,

 

egal was sie machen,

 

Steuern hinterziehn,

 

Rassisten-Wut noch entfachen,

 

 

 

aber unnachsichtig pocht ihr

 

bei andern aufs Gesetz -

 

auch dafür gibt’s ne Quittung –

 

vielleicht habt ihr sie jetzt.

 

 

 

Copyright 2020 Gerd Schinkel

 

 

 

 

 

REBELLA CIAO                                                      e/7

 

 

 

Wir müssen hinsehen und endlich handeln          ee

 

Denn es ist Zeit, es ist Zeit.                                  Ea

 

Wir werden laut, laut, laut                                     eH7

 

II: Unsere Zukunft in unseren Händen -               ae

 

jetzt stehen wir zusammen auf. :II(2x)                 H7e

 

 

 

Mutter Erde muss ständig weinen

 

Und sie schreit auf, sie schreit auf,

 

So wie wir, wir, wir.

 

Unsere Zukunft in unseren Händen -

 

jetzt stehen wir zusammen auf. (2x)

 

 

 

Stopp mit den Lügen und Unwahrheiten

 

Komm wach jetzt auf, wach jetzt auf!

 

Es ist Zeit, Zeit, Zeit!

 

Unsere Zukunft in unseren Händen -

 

jetzt stehen wir zusammen auf. (2x)

 

 

 

Die Zeit zu handeln rennt uns davon.

 

Jetzt geht es los, es geht los,

 

seid bereit, bereit!

 

Unsere Zukunft in unseren Händen -

 

jetzt stehen wir zusammen auf. (2x)

 

 

 

Komm sag die Wahrheit: Sprich Klima-Klarheit!

 

Komm mit und trau dich! Engagier dich

 

und steh auf, auf, auf!

 

Unsere Zukunft, in unseren Händen -

 

jetzt stehen wir zusammen auf. (2x)

 

 

 

Wir müssen handeln, Systeme wandeln!

 

Komm mach‘s wie wir und rebellier

 

und werde laut, laut, laut!

 

Unsere Zukunft in unseren Händen -

 

jetzt stehen wir zusammen auf. (2x)

 

 

 

Extinction Rebellion

 

Die Links zu den einzelnen Texten der Lieder

 

 

 

01 Der Danni steht

 

 

02 Hambi bleibt, die Dörfer auch

 

 

03 Unentschuldbar

 

 

04 Kohleausstiegstrickserei

 

 

05 Straßenkampf L277

 

 

06 Lützerath am nächsten

 

 

07 Mahnwächter vom Heimatschutz

 

 

08 Terra Obscura

 

 

09 Gerächter Zorn

 

 

10 Zukunftssicherung

 

 

11 Personalkrise

 

 

12 Schwarzes Wasser

 

 

13 Die Blutkohle-Mine

 

 

14 Schweinemast

 

 

15 Die Gleueler Wiese

 

 

16 Verloren

 

 

17 Rebella Ciao

 

 

CD 14

 

CD 14 
Die Liedertitel dieser CD mit "laufender Nummer"

 

14230 Oase

 

14231 Barrikade

 

14232 Totholz

 

14 233 Heimatkunde Jül. Börde

 

14234 Leidenschaften

 

14235 Eidespflichten

 

14236 Würgen im Hals

 

14137 Immer noch i L im Amt

 

14238 Neuer Altmaier

 

14239 Wir bitten nicht

 

14240 Staat im Staat

 

14241 Vertrauenssache

 

14242 Der Polizist

 

14243 Scheißerkenntnis

 

14244 Apokalypse in Absurd.

 

14245 Wer hat dich du schöner Wald

 

Nachfolgend die Texte der Lieder zusammenhängend

 

 

OASE                                                            C/0

 

 

 

Wo sich der Waldrand noch                      C

 

ans Überleben klammert,                           eaa/G

 

Bagger bedrohlich                                      F

 

ihre Schaufelräder drehn,                         DG

 

Da konnte schon                                        C

 

nachdem man dort zuletzt gerodet,         eaa/G

 

eine wahre                                                   D

 

Oase hier entstehn,                                   D7G

 

 

 

Ein Stück Natur, das                                  F

 

hier aus sich selbst entstanden,              DG IE

 

gekeimt aus Samen                                   a

 

und prächtig gedieh’n,                               D-G

 

totes Holz mit Leben                                  e

 

neu erwacht ist,                                         aa/G

 

als die Sonne es                                         F

 

belebend warm beschien.                         GC

 

 

 

Refrain:

 

Hier stehen Henriette, Hilde, oder Hanna,            FadG

 

oder Erich, Erna, Klara oder Heinz,                   eaa/G

 

Elisa, Erika, Babsi oder Lotta.                               FadG

 

Die in den Wald gehören,                                     C

 

anders als der Schotter –                                       Eaa/G

 

Besser du hegst und pflegst sie,                            F

 

eh du sie beweinst.                                                GC

 

 

 

Das sind Namen

 

von Bewohnern der Oase,

 

die hier zuhause sind

 

und es auch bleiben solln.

 

Sie stehn auf einem Bein

 

im Boden fest verwurzelt

 

und sind dort standhaft,

 

weil sie überleben wolln.

 

 

 

Jeder hat sein Gesicht

 

und seine Geschichte,      

 

jeder ist einzigartig

 

unverwechselbar.

 

Sie sind die Urbewohner

 

hier seit ew’gen Zeiten –

 

Schon da als man noch

 

keine Zweibeiner hier sah.

 

 

 

 

 

Angelegt ein Weg

 

von waldkundigen Menschen,

 

auf dem man hier

 

so manches nun entdeckt.

 

Auf handbeschrifteten

 

Schildern kann man lesen,

 

was sich hier noch

 

versteckt oder sich reckt.

 

 

 

Ein Waldlehrpfad, vorbei

 

an dem, was hier so stehn bleibt.

 

Es hat im Wald

 

an dieser Stelle sein Revier,

 

Die Natur, die braucht

 

nicht uns, wächst von alleine.

 

Drei Rosen und wir alle

 

sind nun schützend hier.

 

 

 

 

 

Aus dem Grundwasser

 

kann sich der Wald nichts holen:

 

den Pegel tief

 

gepumpt hat RWE.

 

Die planen, wenn das

 

ausgekohlte Loch leer daliegt,

 

einen großen,

 

künstlich aufgefüllten See.

 

 

 

Wasser will man sich,

 

wenn es knapp wird, aus dem Rhein holn,

 

obwohl der selbst

 

im Sommer kaum noch Pegel hat.

 

Für solche Pläne

 

holt sich RWE Experten –

 

doch die Natur folgt

 

eigenen Plänen nach anstatt.

 

 

 

 

 

Nicht weit von hier

 

geht’s steil an einem Abhang runter.

 

Und RWE warnt

 

völlig richtig vor Gefahr.

 

Doch die ist selbst verursacht!

 

Was wär denn gefährlich,

 

gäbs keine Bagger

 

und das Loch wär gar nicht da.

 

 

 

Hier holn sich ein paar

 

Profiteure goldne Nasen,

 

und lügen, was sie tun

 

doch fürs Gemeinwohl wär‘…

 

Vertreiben Menschen

 

 aus den Dörfern, roden Wälder –

 

von Heimat bleibt,

 

lässt man sie machen, dann nichts mehr.

 

 

 

Copyright 2020 Gerd Schinkel

 

 

 

 

 

BARRIKADE                                                            a/2

 

 

 

Hier stand ne Barrikade,                                       aG

 

nicht nur als ne Fassade -                                     aG

 

angelegt als Schutz für diesen Wald.                  CDE

 

Zwischen all den Bäumen,                                   aG

 

nicht um sie wegzuräumen,                                 aG

 

als deutliches Signal, das klar sagt: Halt.           CDE

 

 

 

Wenn hier Vandalen hausen,                              FG

 

so wie Naturbanausen,                                        Ca

 

die reißen, was sie nicht verstehen, weg.          DD7G

 

Dies Denkmal soll hier stehen,                            aG

 

 denn jeder soll es sehen!                                    aG

 

Zieht es nicht verächtlich in den Dreck.             FEa

 

 

 

Die Waldwege verdichtet,

 

Naturpfade vernichtet,

 

und breite Schotterpisten ausgebaut.    

 

Zu viele Polizisten

 

bevölkern diese Pisten,     

 

für Willkür, die die Staatsgewalt sich traut.       

 

 

 

Verschwendet Steuergelder,

 

bedroht noch andere Wälder –

 

ein Rückschritt, auch wenn mancher Fortschritt sagt.

 

Fakten will man schaffen,

 

und Profit zusammenraffen,        

 

wird auch dagegen lange schon geklagt.         

 

 

 

Könnt ihr mehr als zerstören,

 

provozieren und empören,

 

dann seid auf unseren Widerstand gefasst.     

 

Mit Hundertschaften räumen,

 

aus Häusern hoch in Bäumen –

 

besser, wenn ihr das ganz einfach lasst.

 

 

 

Denn die Bewohner kommen wieder

 

und singen dazu Lieder,   

 

und die könnt selbst ihr nicht überhörn.

 

Lasst es einfach bleiben,

 

ihr könnt uns hier nicht vertreiben,

 

nur weil wir eure Gier empfindlich störn.

 

 

 

Copyright 2020 Gerd Schinkel

 

 

 

 

 

TOTHOLZ                                                            DD/0

 

 

 

Wer glaubt, dass totes Holz,                                D

 

das so im Wald liegt, nichts mehr nützt,               A8A9

 

dass es entfernt gehört,                                        G

 

weil man ja so den Wald nur schützt.                   eA8A9

 

Der soll sich doch mal ansehn,                            D

 

wie viel in totem Holz noch lebt –                         A8A9

 

wer sich an totes Holz macht                               G

 

und die Säge einfach hebt…                                AD

 

 

 

Wir sehen klar, die Fichten sterben,                      GA8A9

 

sie bleiben nicht für unsere Erben.                        GA8A9

 

Oh Tannenbaum, das Lied                                      e

 

ist bald verschallt                                                    A8A9

 

Sie brennen leicht wie Zunder,                              GA8A9

 

bei dieser Trockenheit kein Wunder,                     GA8A9

 

nicht mehr lang, dann stehn sie                              e

 

nicht mehr hier im Wald.                                        A8A9

 

 

 

Ein Baumstamm, der gefallen ist,                          D

 

vom Windstoß umgedrückt,                                  A8A9

 

der lebt weiter, auch wenn er sich                          G

 

nicht mehr hochreckt, sondern bückt.                 eA8A9

 

Er lebt mit Larven, Käfern,                                    D

 

Würmern, anderem Getier,                                   A8A9

 

sie fühlen sich dort wie zuhaus,                             G

 

haben ihre Heimat hier.                                         AD

 

 

 

Tote Fichten stehn vertrocknet,                             D

 

zusammen dicht gedrängt im Wald,                    A8A9

 

sie würden sicherlich noch leben,                         G

 

wär‘ es wie früher nass und kalt.                         eA8A9

 

Ihre Äste sind vertrocknet,                                    D

 

ihre Zweige sind verdorrt –                                   A8A9

 

unter der Rinde fand der Borkenkäfer                   G

 

seinen Nahrungsort.                                              AD

 

 

 

Copyright 2020 Gerd Schinkel

 

 

 

 

 

HEIMATKUNDE JÜLICHER BÖRDE                             a/2

 

 

 

Der Krieg war verlorn, der Aggressor besiegt.               aF-

 

Was er verdiente, das hat er gekriegt.                           GE

 

Die Nazis vertrieben – so hat man gedacht –                aF-

 

Doch viele warn schon wieder da an der Macht.           GE

 

Man hatte gehungert, man hatte gefrorn,                       aF-

 

man lebte und starb, hat Kinder geborn,                        Ge

 

der Tauschhandel blühte, man gab und man nahm,      aF

 

man sah, was man hatte, was man dafür bekam.         Ga

 

 

 

Um zu überleben hat man organisiert,

 

um den Magen zu fülln, und auch dass man nicht friert.

 

Man sammelte auf, und man sammelte ein,

 

sah man irgendwas liegen, unbewacht und allein.

 

In Köln war ein Erzbischof ziemlich bekannt,

 

sein Beschaffungsverfahren hat man „fringsen“ genannt.

 

Wenn Arbeit und Betteln nicht abhalf der Not,

 

sah man zu, wie man durchkam, umging manch Verbot.

 

 

 

Manche Gesetze, von Nazis gemacht,

 

hat man nicht abgeschafft – nicht dran gedacht.

 

„Allgemeinwohl“ der Nazis – war so definiert:

 

Wenn im Sinne der Nazis der Staat funktioniert.

 

Braune Kohle im Rheinland aus dem Boden geholt,

 

Menschen, die drüber wohnten, betrogen, verkohlt.

 

Ihr Recht eingesammelt, die Heimat geklaut -

 

wer genügend bedroht wird, sich zu wehren nicht traut.

 

 

 

Dieses Modell versprach reichlich Profit,

 

weshalb es noch heute ganz ähnlich geschieht.

 

Politik lässt sich kaufen von der Industrie,

 

und die Kohle verfeuert man für Energie.

 

Die Jülicher Börde von RWE platt gemacht.

 

mit Geld hat man manchen gefügig gemacht,

 

mit Versprechungen, Lügen ihre Häuser geraubt

 

für‘n Appel und n Ei ihr Land abgestaubt.

 

 

 

Die Regierung in Düsseldorf – egal, wer regiert -

 

hat im Sinne von RWE gut funktioniert,

 

mit Aufsichtsratsposten ins Boot mit geholt,

 

Vertrauen missbraucht, erneut Menschen verkohlt.

 

Gegen Proteste schickt man Polizei,

 

als ob Allgemeinwohl der RWE-Profit sei.

 

Und wer sich nicht einschüchtern lässt, protestiert,

 

der wird kriminalisiert, drangsaliert.

 

 

 

Bürgermeister und Stadträte, die man gewählt,

 

haben sorgfältig ihr RWE-Geld gezählt.

 

Gelockt und gekobert, Appetit war geweckt -

 

im Gemeinderat hat man die Lippen geleckt.

 

Die Kirchen, in denen so viele getauft,

 

wurden bereitwillig RWE billig verkauft.

 

Die Dörfer verschwanden, die Börde geleert,

 

stets bekam RWE, was es begehrt.

 

 

 

Aber im Bürgewald, im Zehntel-Rest,

 

setzten sich Menschen in Baumkronen fest.

 

Bauten sich Häuser hoch oben im Wald,

 

ihre Hoffnungen hegend in die Bäume gekrallt.

 

RWE, der Regierung dies gar nicht gefiel,

 

ihr Versuch, mit Gewalt und Zermürbungsspiel

 

den Spuk zu beenden, hat nicht viel gebracht,

 

hat die Baumhausbewohner nur stärker gemacht.

 

 

 

Ihr werdet gebraucht, all ihr Menschen im Land –

 

reicht auch den Dorfbewohnern die Hand.

 

Seid solidarisch, damit nicht geschieht,

 

dass man ihnen gewaltsam die Heimat entzieht.

 

Nehmt ihr‘n Marionetten die Regierungsmacht weg,

 

denn um eure Interessen schern die sich ein‘ Dreck.

 

Erst wenn ihr euch wirklich zu wehren wagt,

 

kriegt ihr sie aus Ämtern und Würden verjagt.

 

 

 

Copyright 2020 Gerd Schinkel

 

 

 

 

 

LEIDENSCHAFT                                                    C/0 Walzer

 

 

 

Sie holn ihre Kraft jeden Morgen                         Ceaa/G

 

aus Blicken, die wach auf ihn‘ ruhn –                  FadG

 

sie spürn die Erwartung, die Hoffnung,               Ceaa/G

 

und wolln stets das Richtige tun,                         FadG

 

mit Leidenschaft formen sie Sätze,                     FadG

 

die tief ins Gedächtnis sich kralln                        Ceaa/G

 

und in der Erinnerung bleiben,                            FadG

 

nicht in dunkle Wortgräber falln.                          FGC

 

 

 

Refrain:

 

Beeindruckend Lehrende bleiben                       FadG

 

Dir solange du lebst immer nah.                         Ceaa/G

 

Du kannst sie aus dem Kopf nie vertreiben        FadG

 

und behältst sie vor Augen ganz klar,                 FGEa

 

denn sie sind für dich immer da.                          FGC

 

 

 

Sie holn aus verborgenem Inneren

 

aus der Tiefe die Neugier hervor,

 

im Gehirn Futter für graue Zelle

 

die rosa sind hinter dem Ohr,

 

ihr Reizen beschleunigt das Denken,

 

indem es den Widerstand weckt,

 

und zeigt so, selbst denen, die zögern,

 

wie Leidenschaft in jedem steckt.

 

 

 

Sie formen, trainiern das Gewissen,

 

damit man es rechtzeitig spürt,

 

dass es sich regt und Bescheid gibt,

 

wird teuflisches Feuer geschürt.

 

Sie löschen vernichtende Flammen,

 

die Leben nur sinnlos zerstörn,

 

doch lodernde Glut kann mit Freude,

 

durch Hitze die Herzen empörn.

 

 

 

Sie lehren, seid wachsam, seid mutig,

 

nicht leise, nicht still, sondern laut –

 

legt nicht in den Schoß eure Hände,

 

sie nützen nur, wenn ihr euch traut.

 

Geht ohne Grund nicht in Deckung,

 

und lasst der Furcht keine Chance,

 

beginnt nie vor Feigheit zu taumeln,

 

verliert nie vor Angst die Balance.

 

 

 

So sind sie entschieden zu Stelle,

 

die Tag für Tag vor Klassen stehn,

 

geduldig mit Wärme und Nähe

 

ein Stück eures Wegs mit euch gehn.

 

Ihr werdet sie manchmal vermissen,

 

sucht ihr euern Weg euch allein,

 

doch nie werdet ihr sie vergessen,

 

denn sie werden stets mit euch sein. 

 

 

 

Copyright 2020 Gerd Schinkel

 

 

 

 

 

EIDESPFLICHTEN

 

 

 

Wer kreuzt beim Amtseid                          A

 

seine Finger hinterm Rücken,                    CE

 

um sich wohl so vor                                    A

 

dessen Einhaltung zu drücken?                CE

 

So mancher, der in                                     F

 

der Regierung etwas wird,                        G

 

mit manchem, was er da                           F

 

dann tut und lässt, verwirrt.                       E

 

 

 

Wirken so ein paar Scheine                      A

 

Wunder und Entzücken?                           CE

 

Lassen sich Politiker                                  A

 

ab und zu beglücken?                               CE

 

Wer sich vor Industrie                                F

 

und Mittelstand tief bückt,                          G

 

ist, wenn das honoriert wird,                     F

 

überaus entzückt.                                      E

 

 

 

Fühlen Politiker sich dann,

 

als wärn sie wichtig,

 

und merken nicht, das ist

 

nur eingeschränkt so richtig,        

 

hört man, wie sie sich bei

 

den Wählern laut beschwern,

 

und sagen, dass sie nie

 

und nimmer käuflich wärn.           

 

 

 

Wie kriegt der Wahlkreis

 

wohl Gewerbesteuerzahler -        

 

wärn die woanders

 

hingegangen, wär’s normaler.

 

und Straßen werden dort

 

besonders gern gebaut,

 

wo in sei’m Wahlkreis

 

der Minister danach schaut....

 

 

 

Refrain:

 

Ein Amtseid gilt auf Zeit, also befristet.      DA

 

Der Diensteid aber gilt ein Leben lang.     EE7AA7

 

Verfügt einer im Amt,                                 D

 

was einem Diensteid widerspricht,            Af#

 

bleibt das folgenlos für ihn,                       D

 

für dich hingegen nicht.                             E

 

Politiker beim Diensteid                             A

 

Einhaltung begehren,                                 f#

 

sich um Bindung ihres                               D

 

Amtseids gar nicht schern.                      AA7D

 

Sind die zur Einhaltung                             D

 

des Amtseids nicht bereit,                         Af#

 

dann ist zur Einhaltung                              D

 

des Diensteids nicht die Zeit.                    EA

 

 

 

Politiker wolln sich

 

als Wohltäter gern zeigen,

 

deshalb das eine oder

 

andere verschweigen.

 

Wenn man manchmal

 

Politiker für käuflich hält,

 

verschweigt wohl einer gern,

 

woher hat der sein Geld.

 

 

 

Lehrer, die in der Schule

 

nicht darüber schweigen,

 

sich vor den Schülern

 

als vertrauenswürdig zeigen.

 

Rügt ein Politiker, der

 

Diensteid würd verletzt,

 

ob den der Bruch des eignen

 

Amtseids auch entsetzt?

 

 

 

Statt Lebensgrundlagen

 

in der Natur zu schützen,

 

manche Parteien lieber

 

schaden statt zu nützen,

 

sie sorgen sich, dass doch

 

am besten nur geschieht,

 

was ihnen Vorteil bringt:

 

Was garantiert Profit.

 

 

 

Und geht auch so

 

unser Planet nun vor die Hunde,

 

sind Politik und

 

Industrie in engem Bunde.

 

Wer als Beamter

 

laut dagegen aufbegehrt,

 

hört von Politikern,

 

er wär‘ im Dienst verkehrt.

 

 

 

Copyright 2020 Gerd Schinkel

 

 

 

 

 

WÜRGEN IM HALS

 

 

 

Über dem Reichstagseingang steht

 

„Dem Deutschen Volke“

 

Das ist wohl die dickste

 

tiefhängendste Wolke,

 

die vernebelt, was

 

im Reichstag drin passiert,

 

wenn die Wirtschaft

 

die Entscheidungsträger schmiert.

 

wenn Lobbyisten leise

 

ihre Runden drehn,

 

und freilich sich als Stützen

 

des Systems verstehn,

 

Überzeugungsarbeit

 

tun auf ihre Art -

 

Investition lohnt sich doch nur,

 

wird nicht gespart.

 

 

 

Refrain

 

Da könnt man kotzen,

 

wär das Würgen nicht im Hals. -

 

Da in der Kehle spürt

 

den Reiz man jedenfalls.

 

Und hat man sich dann

 

angewidert abgedreht,

 

weil man erkennt, dass es

 

genauso weiter geht,

 

da könnt man kotzen, doch

 

das sagt man besser nicht -

 

es schickt sich nicht, dass man

 

im Klartext Wahrheit spricht

 

 

 

Verkehrsminister fördern

 

gern den Bau von Straßen

 

So kann man Hersteller

 

von Autos gut bespaßen.

 

Vorrangig wird im

 

eignen Wahlkreis investiert.

 

Man schaut ja darauf,

 

wer am meisten profitiert.

 

Die Selbstbedienung, die

 

beherrscht mancher perfekt.

 

Selbstbewusst wird sie gezeigt,

 

nicht mal versteckt.

 

Sich selbst bereichern

 

und die eigene Klientel,

 

mit dieser Wahlkreisstrategie

 

geht man nicht fehl.

 

 

 

Die Agrarlobby will

 

weiter billig schlachten,

 

Dumpinglöhne, Käfighaltung,

 

Tiere schmachten,

 

Quälereien aus Profitgier,

 

die den Mastbetrieben nützt,

 

vor Tierschutz die Ministerin

 

die Fleischerzeuger schützt.

 

Tiere könn nicht reden,

 

doch ihre Blicke schrein –

 

Wer behauptet, so sei es

 

erträglich, müsst so sein,

 

wie hat man den überzeugt,

 

wie hoch war der Betrag,

 

Gabs nen toten Briefkasten,

 

in dem der Umschlag lag?

 

 

 

Die Wirtschaft soll florieren,

 

die dümpelt vor sich hin,

 

Profite gehen zurück, es gibt

 

nicht mehr genug Gewinn.

 

Der Minister eifrig alles

 

tut, was er tun kann.

 

Sieh da, die Subventionen

 

komm‘ bei den Konzernen an…

 

Selbständige strampeln,

 

vom Hungertuch bedeckt,

 

an dem sie verzweifelt nagen –

 

verborgen, unentdeckt,

 

eine ganze Branche

 

überm Abgrund hängt,

 

ob man wohl erst, wenn sie

 

abgestürzt ist, an sie denkt?

 

 

 

Künstler und Veranstalter

 

im Schacht der Konjunktur

 

Hochgezog‘ne Augenbraun –

 

wozu braucht man Kultur?

 

Wer sonntags Reden hält,

 

montags bis samstags schweigt,

 

und sich als kulturlos,

 

als Kulturverächter zeigt.

 

Menschen überleben

 

nur, wenn es Nahrung gibt,

 

nicht nur, wenn man genug sich

 

zwischen seine Zähne schiebt,

 

auch die Seele kann verhungern,

 

wenn man sie darben lässt,

 

ist sie schon abgestorben –

 

wofür lebt dann der Rest?

 

 

 

Copyright 2020 Gerd Schinkel

 

 

 

 

 

IMMER NOCH IM LAND IM AMT?

 

 

 

Ist denn der Laschet noch immer im Amt?                     A

 

Wie lang sind wir ihn zu ertragen noch verdammt?        f#

 

Wie kriegen wir ihn nur endlich los?                               D

 

Was könn wir tun? Was machen wir bloß,                      E

 

dass er als letzter endlich erkennt,                                  hE

 

er ist so dermaßen inkompetent.                                     Af#

 

Der setzt dies Land komplett in den Sand.                    DE

 

Wann gibt der seinen Rücktritt bekannt?                       DEA

 

Wer hat uns den zu ertragen verdammt?                      f#DA

 

Sagt mal, ist Laschet noch immer im Amt?                    EE7A

 

 

 

Ist denn der Weinspach noch immer im Amt?               A

 

Wie lang sind wir den zu ertragen noch verdammt?      f#

 

Wie kriegen wir den nur endlich los?                              D

 

Was könn wir tun? Was machen wir bloß,                     E

 

dass der als letzter endlich erkennt,                               hE

 

der ist so dermaßen inkompetent.                                   Af#

 

Der setzt dies Land komplett in den Sand.                    DE

 

Wann gibt der seinen Rücktritt bekannt?                       DEA

 

Wer hat uns den zu ertragen verdammt?                      f#DA

 

Sagt mal, ist Weinspach noch immer im Amt?              EE7A

 

 

 

Ist denn der Reul noch immer im Amt?                          A

 

Wie lang sind wir den zu ertragen noch verdammt?      f#

 

Wie kriegen wir den nur endlich los?                              D

 

Was könn wir tun? Was machen wir bloß,                     E

 

dass der als letzter endlich erkennt,                               hE

 

der ist so dermaßen inkompetent.                                   Af#

 

Der setzt dies Land komplett in den Sand.                    DE

 

Wann gibt der seinen Rücktritt bekannt?                       DEA

 

Wer hat uns den zu ertragen verdammt?                      f#DA

 

Sagt, ist der Reul denn noch immer im Amt?                EE7A

 

 

 

Regiert denn RWE immer noch das Land?

 

Wann nimmt man RWE die Fäden aus der Hand?

 

Solang die herrschen, fehlt Demokratie,

 

legitimiert ist nicht die Industrie.

 

Doch die bestimmen, was im Land geschieht,

 

der RWE-Vorstand an Lobbyfäden zieht,

 

dann tanzen Laschet und Reul ferngelenkt,

 

solang wird denen kein Vertrauen geschenkt.

 

Wer hat uns die zu ertragen verdammt,

 

die RWE-Marionetten im Amt?

 

 

 

Laschet, Weinspach, Reul noch da?         A

 

Sag mir, das ist nicht wahr                        f#

 

Wer hält die auf ihren Posten.                  D

 

Wieviel solln die uns noch kosten?           E

 

Laschet, Weinspach, Reul und Co          Af#

 

braucht die keiner anderswo?                  DE

 

Räumt euer Amt sofort –                           DEAf#

 

ihr seid auch am falschen Ort.                 DEA

 

 

 

Copyright 2020 Gerd Schinkel

 

 

 

 

 

NEUER ALTMAIER                                                G/3

 

 

 

Wenn wir nen Neumaier nur hätten,                   GCD

 

müsst uns Altmaier nicht retten,                          GCD

 

der sich wichtigmacht auf dem Ministersitz.      GeCD9G

 

Beim Klimaschwafeln ist er fix,                            GCD

 

zur Klimarettung tut er nix -                                   GCD

 

und hält quasi das Patent auf Thermo-Nix.       GeCD9G

 

 

 

Tut er auch so, als wär er mächtig –                   CF

 

er ist nur rekordverdächtig                                    CF

 

in sei’m Einsatz für die Kohleindustrie,              CADD/CD/HD

 

versucht alles zu blockiern,                                  GCD

 

zu ignoriern und abserviern,                                 GCD

 

ist nur ein Lobbyist fossiler Energie.                   GeCDG

 

 

 

Refrain:

 

Wenn der Altmaier                          C

 

ein Neumaier nur wäre                  De

 

und käm der Klimarettung             C

 

nicht mehr in die Quere,                 De

 

schädigt das Klima nicht                CA

 

noch mehr mit heißer Luft             DD/CD/HD

 

mit diesem ganz speziellen          Ge

 

Kohlekraftwerksduft.                       CDG

 

 

 

Gern versucht er, zu vermitteln,

 

aber da kanns ein’m nur schütteln

 

wie er hintenrum versucht, was Kohle nützt.

 

Dabei ist ganz klar zu sehen,

 

er scheint eins nur zu verstehen,

 

wie er gekonnt die Gier der Industrie beschützt.

 

 

 

Wie will er mit falschem Handeln

 

das Klima hindern, sich zu wandeln,

 

wenn er nicht begreifen will, was grad geschieht.

 

Was sucht er für Kompromisse?

 

Was hat er im Hirn für Risse,

 

wenn das Klima kippt, der Mensch den Kürz‘ren zieht.

 

 

 

Kann man ihn anderswo verwenden?

 

Seine Zeit im Amt beenden -

 

als Minister, kann man sehen, taugt er nicht.

 

Er hat bei zu viel gutem Essen

 

seinen Amtseid wohl vergessen,

 

den er dreist mit seinem Lobbyeinsatz bricht.

 

 

 

Vielleicht wäre er wohl besser

 

professionell eine Probeesser,

 

zur Begutachtung von Pizzaqualität,

 

denn da hat er ja Connection,

 

wär wie geschaffen für die Action -

 

löst ihn ab, sonst ist es dafür bald zu spät.

 

 

 

Copyright 2020 Gerd Schinkel

 

 

 

 

 

WIR BITTEN NICHT

 

 

 

Wir bitten nicht, wir fordern,

 

wenn ihr nicht hört, was wir sagen. -

 

Wird nicht getan, was nötig ist,

 

dann werden wir halt klagen.

 

Mit atomaren Brennstäben,

 

da darf man nicht jongliern,

 

und nichts für Reaktoren,

 

die nur Schrott sind, exportiern.

 

 

 

Interessieren euch die Risiken

 

beim Transportieren nicht,

 

sehn wir uns früher oder später

 

wieder vor Gericht.

 

 

 

Ihr habt eure Interessen,

 

macht Geschäfte, wollt Profite,

 

denn eure Anteilseigner,

 

die erwarten nur Rendite.

 

Ihr giert danach und dabei

 

bringt ihr Menschen in Gefahr.

 

Und die wird nicht geringer,

 

sagt ihr nur, das sei nicht wahr.

 

 

 

Bei Atomtransporten kümmern

 

euch die Gefahren nicht -

 

früher oder später

 

sehn wir uns wieder vor Gericht.

 

 

 

Noch gibt es einen Rechtsweg,

 

den gehn wir entschieden jetzt.

 

Und ihr seht, was passiern kann,

 

wenn ihr das Gesetz verletzt.

 

Doch seid darauf gefasst,

 

denn es ist völlig sonnenklar,

 

behauptet ihr auch vor Gericht,

 

Gefahr sei gar nicht da.

 

 

 

Interessieren euch die Risiken

 

eurer Geschäfte nicht,

 

sehn wir uns früher oder später

 

wieder vor Gericht.

 

 

 

Wir machen jetzt die Probe,

 

ob das Recht denn noch was gilt.

 

Ihr kriegt eure Gier, folgt ihr

 

Gesetzen, nicht gestillt.

 

Darum ist uns wichtig, dass man

 

euch klare Grenzen setzt,

 

ihr könnt nicht tun und lassen,

 

was ihr wollt - das seht ihr jetzt.

 

 

 

Interessieren euch die Risiken

 

eurer Machenschaften nicht,

 

sehn wir uns früher oder später

 

wieder vor Gericht.

 

 

 

Fühlt ihr euch unbesiegbar

 

und glaubt auch, dass es so sei,

 

zeigt ihr, ihr seid von Zweifeln,

 

Skrupeln und Gewissen frei.

 

Ihr macht nur, was euch Kohle bringt

 

und seid da rigoros -

 

dabei schert euch kein Risiko

 

und sei es noch so groß.

 

 

 

Interessieren euch die Bedenken

 

gegen euer Handeln nicht,

 

sehn wir uns früher oder später

 

wieder vor Gericht.

 

 

 

Export im Eilverfahren

 

doch nicht verboten wird –

 

Ein Gericht ist nicht davor

 

gefeit, dass es sich irrt.

 

Wenn es sagt, es hat ein Mensch

 

kein‘ Anspruch auf sein Recht,

 

dass ihm Schutz gewährt wird,

 

ist das Recht ganz einfach schlecht.

 

 

 

Interessiern sich Richter für den

 

Schutz der Menschen nicht,,

 

Gehn wir den Rechtsweg und sehn

 

uns dann wieder vor Gericht.

 

 

 

Wir zeigen euch, wird uns das Recht

 

auf Schutz, das wir begehrn,

 

auch in letzter Instanz verwehrt,

 

dass wir uns weiter wehrn.

 

Denn wenn Justiz so Recht nur spricht,

 

dass es Konzernen nützt,

 

und gar nicht darauf achtet,

 

dass es bedrohte Menschen schützt,

 

zeigt dies, so ein Gericht

 

achtet die Menschenrechte nicht –

 

weil es das Recht auf Leben

 

und aufs Überleben bricht.

 

 

 

Copyright 2020 Gerd Schinkel

 

 

 

 

 

STAAT IM STAATE

 

 

 

Die Polizei bei uns ist längst

 

ein Staat im Staate?

 

Wer fragt da noch? Die Antwort

 

liegt doch auf der Hand?

 

Wer kann es rechtfertigen

 

aus einer höheren Warte?

 

Hat sie inzwischen andere

 

Aufgaben im Land?

 

 

 

Hat sie nicht längst ihre

 

Primärfunktion verloren?

 

Schützt nicht die Steuerzahler,

 

die sie finanziern?

 

Geben ihr Büttel der

 

Konzerne die Befehle?

 

Will oder kann sie sich

 

nicht mehr legitimiern?

 

 

 

Refrain:

 

Sieht man sich an, was so geschieht -

 

die Polizei hat ein Vertrauensdefizit,

 

vor allem dort, wo

 

Vorgesetzte blind entscheiden,

 

die einen Blick ins Grundgesetz

 

wohl gern vermeiden.

 

Vertrauensselig hat sich

 

mancher schon verschätzt -

 

so wird das Grundgesetz

 

zerfetzt auf Grund gesetzt.

 

 

 

Gelten für Polizisten

 

and‘re Paragraphen

 

Wer Uniform trägt, alles

 

tun und lassen kann?

 

Etwa Personen, wie man’s mag,

 

einfach bestrafen,

 

und wer betroffen ist,

 

kommt dagegen nicht an.

 

 

 

Egal ob Grundrechte

 

verletzt sind, Menschenrechte,

 

ein Uniformträger herrscht

 

wie es ihm gefällt.

 

Und er herrscht jeden an,

 

der ihm nicht in den Kram passt,

 

sich auf sein Recht beruft

 

und ihm entgegenstellt...

 

 

 

Wer kann der Polizei

 

uneingeschränkt noch trauen,

 

ist sie von Rechtsextremen

 

lange schon durchsetzt

 

Man muss genauestens

 

ihr auf die Finger schauen,

 

und ihr Reihen säubern,

 

wenn sie Recht verletzt.

 

 

 

Mit Extremisten, die in

 

Uniform marschieren,

 

und die Verfassung und den

 

Staat beschützen solln,

 

kann weder Freiheit oder

 

Frieden man bewahren –

 

und wer nicht handelt,

 

scheint es offenbar zu wolln.

 

 

 

Wann endlich lässt man

 

Wissenschaftler untersuchen

 

Wie weit Rassismus

 

 in der Polizei gediehn.

 

Wie viele Rechtsextreme

 

in den Wachen sitzen?

 

Wer sie geholt hat? Wem

 

dies unbedenklich schien?

 

 

 

Wer hat geschwiegen und

 

ließ sie einfach gewähren?

 

Wo ist die Kameradschaft

 

Kameraderie?

 

Wann kann man sicher sein,

 

der Sumpf ist ausgetrocknet?

 

Das, was man selbst erlebt hat,

 

das vergisst man nie.

 

 

 

Copyright 2020 Gerd Schinkel

 

 

 

 

 

VERTRAUENSSACHE

 

 

 

Womit hat sich die Polizei

 

Vertrau‘n verdient?

 

Sobald du danach fragst,

 

ist das Terrain vermint...

 

Zu häufig wird in Uniform

 

die Macht missbraucht,

 

ohne dass einer sich

 

zu rechtfertigen braucht.

 

Sind Polizisten deutlich

 

wieder schikanös –

 

wer hat die aufgehetzt,

 

warum sind die so bös?

 

 

 

Refrain:

 

Ein Freund und Helfer

 

mag sie offenbar nicht sein.

 

Mehr Feind und Quäler –

 

drum lass dich nicht mit ihr ein.

 

 

 

Die Polizei breitwillig

 

Sich missbrauchen lässt –

 

Gesetze brechend

 

nimmt sie Demonstranten fest.

 

Wenn sie nicht will, sie sich

 

auch nicht Gesetzen fügt,

 

wenn das Gericht den Rechtsbruch

 

folgenlos nur rügt.

 

Wenn dich die Einsatzpolizei

 

nicht überzeugt,

 

weil du den Eindruck hast,

 

hier wird das Recht gebeugt,

 

 

 

Willst du den Namen wissen,

 

wer verletzt das Recht,

 

fragt man dich, wer denn dies

 

zu fragen sich erfrecht…

 

Bleibt Polizei im Einsatz

 

lieber anonym,

 

ist dann wohl statt gehemmt

 

viel lieber ungestüm,

 

ein Schild mit Namen

 

ihre Einsatzfreude bremst.

 

Willst du, dass du die

 

Polizei im Einsatz hemmst?

 

 

 

Ist zwar formal das

 

Demonstrieren dir erlaubt,

 

die Rechtsstaatsgläubigkeit

 

die Polizei dir raubt.

 

Sie lässt dich, wo du

 

demonstrieren willst, nicht hin –

 

Wenn du dich wehrst, dann

 

steckst du schon im Kessel drin…

 

Die Polizei setzt einen

 

Kessel unter Dampf.

 

Will man sie nicht

 

gewähren lassen, heißt dies Kampf.

 

 

 

Sie zeigt verlässlich ihren

 

Hang zur Hässlichkeit -

 

Traumatisierung fördert

 

kaum Vergesslichkeit.

 

Die Polizei missbraucht

 

mal wieder ihre Macht,

 

tut so, als wüsste sie nicht,

 

dass sie Wut entfacht.

 

Sie eskaliert, wenn sie

 

martialisch aufmarschiert

 

und Augenmaß absichtlich

 

aus dem Blick verliert.

 

 

 

Die Polizei als Staat

 

im Staat sich etabliert

 

und voller Willkür

 

Demonstranten drangsaliert

 

als Knüppeleinsatzgarde

 

für die Industrie.

 

Soll sie das Kapital beschützen,

 

weiß sie wie.

 

Falln Rechtsextreme bei der

 

Polizei nicht auf?

 

Nimmt man Vertrauensverlust

 

wohl einfach so in Kauf

 

 

 

So macht die Polizei

 

sich selber obsolet -

 

ihr zu vertrauen ist es

 

längst schon viel zu spät…

 

Womit hat sich die Polizei

 

Vertraun verdient?

 

Frag nicht, du merkst schon,

 

das Gelände ist vermint…

 

Zu häufig wird in Uniform

 

die Macht missbraucht,     

 

ohne dass einer sich

 

zu rechtfertigen braucht…

 

 

 

Copyright 2020 Gerd Schinkel

 

 

 

 

 

DER POLIZIST

 

inspiriert durch Georg Kreisler, „Der General“  

 

                                                        C/0

 

 

 

Der Vater ist Beamter,                   CG

 

ein anständiger Mann.                   aa/G

 

Die Mutter eine Frau,                     F

 

die man nur bewundern kann.       G

 

Manchmal plagt den Sohn             E

 

wohl das Gewissen:                       a

 

Das hätte wirklich nicht                  DD7

 

so enden müssen.                          GG7

 

 

 

Keiner weiß, wie’s kommt,            CG

 

man steckt da ja nicht drin:           aa/G

 

Irgendwann sah man wohl            F

 

nicht genügend hin -                      G

 

hat er die falsche                             E

 

Abzweigung genommen.                 a

 

Und so ist das auf                           DD7

 

diese Art gekommen:                     GG7

 

Sie gehen kaum nach draußen,      FG

 

und sehen keinen an –                  Cea

 

schämen sich für ihren Sohn:       DD7

 

Dass es so kommen kann…          G

 

 

 

Refrain:

 

Der arme Kerl ist Polizist -             CGC

 

die Eltern wollen wirklich               E

 

nicht, dass ihr es wisst.                  a

 

Man kann doch – dafür                  D

 

wird er sich noch grämen -            D7

 

Sich nen Beruf, der besser            G

 

angesehn ist, nehmen…               G7

 

 

 

Schon auf dem Schulhof               C

 

gab er an und tat so groß,             GC

 

mit engem Muskelshirt                   E

 

und Schlabberschritt die Hos‘.      a

 

Die Mutter häufig heult                  D

 

und jammert laut,                            D7

 

weil er heut Demonstranten          G

 

mit dem Knüppel haut,                  G7

 

macht Leute bange                                    F

 

und glaubt, dass er wichtig ist,     GCea

 

ist er im Einsatz                               F

 

als Bereitschaftspolizist.                GC

 

 

 

Er hat schon auf dem Schulweg

 

gerne andere verhaun.

 

Keiner hatte ihn gemocht,

 

man konnte ihm nicht traun.

 

Er zog die Mädchen

 

gerne an den Haaren.

 

Das macht er heut

 

so gern noch wie vor Jahren.      

 

 

 

Manchen stieß er um

 

und hat das Fahrrad demoliert –

 

Und ob dem dann was wehtat,

 

hat ihn nicht interessiert.

 

Damals war das,

 

und was macht er heute?

 

Schubst und tritt,

 

verprügelt alte Leute,

 

vermummt mit Helm und Schild,

 

dass man ihn nicht erkennt,

 

wenn er im blauen Rudeln

 

Demonstranten niederrennt.

 

 

 

Heut chattet er bei WhatsApp

 

mit ein paar Kollegen gern,          

 

lacht über Nazi-Sprüche,

 

als ob sie witzig wärn,

 

Da sind sie sich auch

 

überwiegend einig:

 

Ihr Rassismus, der ist

 

ihnen nicht mal peinlich.

 

 

 

Schließlich weiß er, unter ihnen

 

denken alle gleich:

 

Man stellt sich gerne vor,

 

man hätte schon ein „Viertes Reich“.

 

Er muss sich unter ihnen

 

nicht verstecken,

 

wenn alle fröhlich ihre

 

rechten Arme strecken.     

 

Dauert sicher nicht mehr lang,

 

dann ist man unter sich –

 

dann wird im Lande aufgeräumt,

 

gründlich hoffentlich…      

 

 

 

Na ja, er ist ein Polizist -                CGC

 

der Imageschaden                          E

 

schon beträchtlich ist.                    a

 

In dicker Jacke macht er                D

 

ein’ auf dicke Hose,                        D7

 

Er schmeißt sich, sieht er              G

 

andere, gern in Pose.                     G7

 

Er ist, liegt er im Bett,                     C

 

stets rufbereit,                                  GC

 

und träumt er mal im Schlaf,            E

 

dann sucht er Streit –                       a

 

 

 

Dann wacht er schweißnass auf       D

 

und kriegt ein‘ Zorn.                          D7

 

Statt mit Wecker, weckt er                G

 

sich mit Martinshorn!                        G7

 

sag'n Sie selbst, was der                  F

 

für eine Schande ist?                      GCea

 

Der wird nix mehr,                           F

 

der bleibt ein Polizist!                      GC

 

 

 

Copyright 2020 Gerd Schinkel

 

 

 

 

 

SCHEISSERKENNTNIS

 

 

 

Normal ist sie braun,

 

mal dunkel, mal hell.

 

Mal kommt sie zögerlich,

 

mal kommt sie schnell.

 

Mal kommt sie hart

 

und mal kommt sie weich,

 

lässt auf sich warten,

 

mal kommt sie gleich.

 

Doch gibt es auch solche,

 

sogar mit Beweis,

 

wie im Dann‘röder Wald:

 

Nämlich klar grünen Scheiß.

 

 

 

Es sitzen Minister

 

der bündnis-grünen Partei

 

bei Industrielobbyisten

 

am Tisch mit dabei.

 

Sie stimmen mit ab

 

und sie stimmen mit zu -

 

das nennt sich regieren –

 

wie reagierst du?

 

Pharisäer in grün sind halt

 

teuer im Preis -

 

nicht im Dann‘röder Wald nur

 

gibt es grünen Scheiß.

 

 

 

Schwarz ist Asphalt

 

und die Fahrbahn ist grau -

 

manche Leute sind klug,

 

and‘re fühlen sich schlau:

 

Baun eine Autobahn

 

quer durch den Wald -

 

von der Wirtschaft bestellt

 

und von Steuern bezahlt,

 

gerechtfertigt wortreich

 

in Erklärungsnot -

 

unter Reifenprofilen

 

platt gefahrn: Grüner Kot.

 

 

 

Im Danni erkennbar

 

ein Kompromiss

 

als Kuhhandel-Deal

 

eine Zumutung is.

 

Man zuckt mit den Schultern

 

und nimmt es so hin.

 

Grüne in der Regierung –

 

und was raus kommt ist dünn.

 

Da wird durchgewunken,

 

man hat alles im Griff -

 

was hinten rauskommt

 

ist ein kläglicher Pfiff…

 

 

 

In der Regierung –

 

man kennt das ja schon -

 

reden sie anders

 

als in Opposition.

 

Wie sie sich winden

 

unter innerem Drang

 

mit Gewissensverstopfung

 

am Sachzwang entlang.

 

Irgendwann mit Routine

 

reagiern sie ganz cool.

 

Dann sitzen sie weich,

 

produziern harten Stuhl.

 

 

 

Und sind dann beleidigt,

 

wenn man sie nicht mehr liebt,

 

sie an Ziele erinnert, die’s

 

schon lang nicht mehr gibt.

 

Aus den Augen verloren,

 

damit längst aus dem Sinn –

 

weggespült, auch nicht mehr

 

in der Kloschüssel drin.

 

Wenn dann der Darm grimmt

 

 bei jedem Schritt, jedem Dreh –

 

dass man grün im Gesicht wird –

 

harter Stuhlgang tut weh…

 

 

 

Copyright 2020 Gerd Schinkel

 

 

 

 

 

APOKALYPSE IN ABSURDISTAN

 

 

 

Was könnt passieren würd

 

die ganze Welt Absurdistan:

 

Rainer Maria Wölki würde

 

Papst im Vatikan,

 

Erdogan würd Ayatollah,

 

Sultan und Kalif,

 

in Pisa stünde plötzlich dann

 

kein einz‘ger Turm mehr schief.

 

 

 

Stell dir vor, Verfassungsschützer

 

observiern die Polizei -

 

bei denen sind so allerhand

 

Verfassungsfeinde mit dabei,

 

Stell dir vor, Politiker nähm‘

 

man mit Polizeischutz fest,

 

die Bundeswehr hielt das auch noch

 

für einen Ernstfalltest.

 

 

 

Refrain:

 

Was würd‘ aus Rechtsstaat und Demokratie,

 

zwingt man sie vorm Genickschuss auf die Knie…

 

 

 

Stellt dir vor, in Russland hätt‘

 

statt Putin Rasputin die Macht,

 

Bodo Schiffmann würd im Kanzleramt

 

von Reichsbürgern bewacht,

 

Wer Masken trägt, würd

 

an der Siegessäule aufgehängt,

 

Regierungssprecher Jepsen Ken

 

die Weltpresse empfängt.

 

 

 

Der Büchnerpreis ging an

 

Ulf Poschardt für Literatur,

 

als Bauchredner von Laschet

 

würd‘ verpflichtet Dieter Nuhr,

 

Wirtschaftsnobelpreisträger

 

Friedrich Merz hätt‘ investiert,

 

dass er nie eine Kandidaten-

 

wahl jemals verliert.

 

 

 

Die USA käm‘ aus dem Trump-

 

Alptraum nur so heraus:

 

Che Guevara zög als Elvis

 

Presley in das Weiße Haus.

 

Als Steuerhinterzieher brächt‘ man

 

Trump nach Alcatraz,

 

am Drehbuch hätten Spielberg

 

und Tarentino Spaß.

 

 

 

China hätt‘ Korea,

 

Taiwan, Japan annektiert,

 

Daimler und VW

 

vom Kursgewinn gut profitiert.

 

Boris Johnson heuert bei

 

der Russen-Mafia an,

 

weil er denkt, was Donald konnte,

 

er schon lange kann.

 

 

 

Auch im Süden Asiens,

 

da hätt‘ sich was getan:

 

Hindus käm‘ durch Pakistan

 

marschiert bis in Iran.

 

von Fox, Murdock und Springer

 

wär‘ der IS finanziert

 

und Netanjahu als

 

neuer Messias präsentiert.

 

 

 

Attila Hildmann würde bei uns

 

der Chef der Bundeswehr,

 

die Querdenker marschierten

 

stramm QAnon hinterher.

 

die Weltregierung wäre

 

von Steve Bannon eingesetzt -

 

Leute, schlaft ihr immer noch –

 

Aufstehzeit wär‘ jetzt...

 

 

 

Copyright 2020 Gerd Schinkel

 

 

 

 

 

WER HAT DICH, DU SCHÖNER WALD           C/3

 

 

 

Wer hat dich, du schöner Wald,                           CG

 

kaputt gemacht so hoch da droben?                   aa/GF

 

Das, was nötig wär‘, verschoben?                      aa/GF

 

Es wird Zeit, dass der bezahlt…                          Ge

 

Das was nötig wär‘, verschoben?                        aa/GF

 

Es wird Zeit, dass er bezahlt…                            GEa

 

 

 

Refrain:

 

Lebe wohl, lebe wohl, lebe wohl, lebe wohl,      FG

 

lebe wohl, du schöner Wald!                              eaa/G

 

Lebe wohl, lebe wohl, du schöner Wald!            FGae

 

 

 

Von fern die Welt verworren schallt:

 

Überall die Autos rasen,

 

Gift aus den Motoren blasen,

 

unter ihnen nur Asphalt,

 

Gift aus ihrn Motoren blasen,

 

unter ihnen nur Asphalt.

 

 

 

Du alter Wald, wie man dich kennt,

 

dein Leben hat man dir genommen,

 

ist abhanden dir gekommen,

 

weil viel Kohle man verbrennt,

 

ist abhanden dir gekommen,

 

weil zu viel Kohle man verbrennt.

 

 

 

Fichten, Buchen leiden Not –

 

sterben unsere alten Wälder?

 

Regen fällt kaum auf die Felder,

 

schlimmste Trockenheit uns droht -

 

Regen fällt kaum auf die Felder,

 

schlimmste Trockenheit uns droht.

 

 

 

Wer hat dich, du schöner Wald,

 

gnadenlos aus Gier vernichtet,

 

wirst vertrocknet aufgeschichtet –

 

niemand Schuld dafür bezahlt.

 

Wirst vertrocknet aufgeschichtet –

 

niemand Schuld dafür bezahlt.

 

 

 

Schuld dran sind, was dir geschah,

 

Politiker, und Stromkonzerne,

 

die verbrennen Kohle gerne –

 

sieh die Kraftwerke so nah…

 

die verbrennen Kohle gerne –

 

sieh die Kraftwerke so nah…

 

 

 

Was wir still gelobt im Wald:

 

Ihr sollt hier euch nicht entfalten -

 

unsern Wald wolln wir erhalten

 

bis das letzte Lied verhallt,

 

unsern Wald wolln wir behalten

 

bis das letzte Lied verhallt,

 

 

 

Lebe wohl, lebe wohl,                                F

 

lebe wohl, lebe wohl,                                  G

 

lebe wohl, du schöner Wald!                    eaa/G

 

Schirm dich Gott, du schöner Wald!        FGae

 

 

 

Volkslied (Eichendorff/Mendelssohn-Bartholdy)

 

Copyright neuer Text 2020 Gerd Schinkel

 

 

 

Die Links zu den einzelnen Texten der Lieder

 

 

01 Oase

 

 

02 Barrikade

 

 

03 Totholz

 

 

04 Heimatkunde Jülicher Börde

 

 

05 Leidenschaft

 

 

06 Eidespflichten

 

 

07 Würgen im Hals

 

 

08 Immer noch im Land im Amt

 

 

09 Neuer Altmaier

 

 

10 Wir bitten nicht

 

 

12 Staat im Staate

 

 

13 Vertrauenssache

 

 

14 Der Polizist

 

 

15 Scheißerkenntnis

 

 

16 Apokalypse in Absurdistan

 

 

17 Wer hat dich du schöner Wald

 

CD 15

 

CD 15  Liedertitel der CD mit "laufender Nummer"

 

15246 Bürgerbeteiligung

 

15247 Das Kreuz von Immerath

 

15248 Abgefeimt

 

15248 Karbonistentum

 

15249 Habgier

 

15250 Polizeistuhlgang

 

15251 Fassungslos

 

15252 Entscheidungsfreiheit

 

15253 Vertrauensunselig

 

15254 Festnahme

 

15255 Wahrheitsfindung

 

15256 Lange Leine

 

15257 Therapiebedarf

 

15258 Friedhofsschändung

 

15259 Barbaren

 

15260 Gier

 

Nachfolgend die Texte der Lieder dieser CD zusammenhängend:

 

 

BÜRGERBETEILIGUNG                                      G/0

 

 

 

Komm wir bleiben unter uns,                               G

 

andere brauchen wir ja nicht,                               D

 

Besser wenn man, was wir planen,                    D7

 

nicht so öffentlich bespricht,                                 G

 

Auch wenn alle es betrifft,                                     G

 

es geht nicht jeden etwas an.                               C

 

Schließlich wolln wir nicht, dass jemand              A

 

unsern Plan verhindern kann.                              D

 

 

 

Stell dir vor, es reden alle,                                    G

 

die was sagen wollen, mit…                                 D

 

Was wär das für‘n Durcheinander                       D7

 

vor dem nächsten Planungsschritt.                     G

 

Es reicht völlig, wenn wir die,                               G

 

dies wissen sollen, informiern.                             C

 

Alle andern braucht das sowieso                         CG

 

doch nicht zu interessiern.                                    D9G

 

 

 

Auf das Podium, da setzen wir                             A

 

die, die was sagen solln,                                       E

 

denn wo kämen wir da hin,                                   E

 

könn‘ alle reden, die das wolln…                         A

 

Das sprengt doch sogleich den Rahmen             A

 

an dem Ort und zu der Zeit.                                 D

 

Nein, das geht auf keinen Fall so!                       H7

 

Nein, das tut uns schrecklich leid!                       A

 

 

 

Schließlich wolln wir nur verkünden,                   A

 

was doch wirklich wichtig ist.                               E

 

Kämen alle erst zu Wort,                                     E7

 

gäb‘s doch Probleme mit der Frist,                      A

 

die wir dann gewiss versäumen,                         A

 

weil die Zeit ja schließlich drängt,                         D

 

weil doch alles, was wir wollen,                           DA

 

irgendwie zusammenhängt.                                 EA

 

 

 

Es geht doch ums große Ganze,                         C

 

und das hat halt seinen Preis.                              G

 

Das Gequatsche hält nur auf –                            G7

 

dafür braucht keiner den Beweis.                        C

 

Wir wolln durchziehn, was wir haben wollen,       C

 

dass es auch geschieht,                                       F

 

und nicht irgendeiner quer schießt                       D

 

und an falschen Strippen zieht.                            G

 

 

 

Überhaupt ist doch schon alles                            C

 

abgesprochen und geklärt.                                   G

 

Gibt es irgendeinen Grund dafür,                        G7

 

dass jeder es erfährt?                                            C

 

Warum solln es alle wissen?                                C

 

Muss das jeder denn erfahrn?                             F

 

Die Beteiligung Betroffener,                                 FC

 

die kann man sich doch sparn.                            GC

 

 

 

Nein, das habt ihr falsch verstanden!                 D

 

Wir entscheiden nicht allein,                                 A

 

auch wenn es vielleicht so aussieht,                   A7

 

da trügt garantiert der Schein.                             D

 

Alles ist in trocknen Tüchern                                D

 

und im Grund schon finanziert.                            G

 

Und so zeigt doch die Regierung,                       E

 

wie sie bürgernah regiert.                                      A

 

 

 

Bürger sind dabei, wie’s formal                            D

 

dem Gesetzestext entspricht,                               A

 

wir tun, als wärn sie beteiligt,                               A

 

und wir täten unsere Pflicht,                                 D

 

damit alles ganz so aussieht,                               D

 

als blieb Bürgerrecht gewahrt –                           G

 

dabei kommt nix anderes raus,                            GD

 

als hätten wir’s uns ganz erspart.                        AD

 

 

 

Keiner braucht sich zu beschweren,                   E

 

keiner wird doch hier gequält.                               H7

 

Die Regierung ist gewählt                                     H7

 

und dabei jede Stimme zählt.                               E

 

das ist völlig demokratisch,                                   E7

 

und zwar repräsentativ -                                        A

 

mit geschmierten Lobbyisten                               F#

 

geht da auch bestimmt nichts schief.                  H7

 

 

 

Wenn das auffällt, und es wird                             E

 

dagegen lautstark demonstriert,                           H7

 

dann ist nötig, dass die Polizei                            H7

 

die Ordnung garantiert.                                         E

 

Und man stellt die Rädelsführer                          E7

 

dann am Ende vor Gericht,                                  A

 

denn das muss doch allen klar sein:                   AE

 

Sowas geht natürlich nicht.                                   H7E

 

weil es unserm Recht und unserer Ordnung     AE

 

ganz klar widerspricht.                                          H7E

 

 

 

Copyright 2020 Gerd Schinkel

 

 

 

 

 

DAS KREUZ VON IMMERATH                            G/4

 

 

 

Soll es das Kreuz sein der Erlösung,                    Ga6

 

das man an einer Kirche trägt,                              DG

 

die Gotteshäuser kalt verscherbelt,                     Ga6

 

und sich zu den Vernichtern schlägt,                    D7G

 

als wäre es so gottgegeben,                                ea6CH9

 

dass Bagger Gottes Haus zerstörn?                   aa/GDD/CD/HD

 

Wer mag noch Pfaffenworte hören,                    Ga6

 

von denen, die auf Satan hörn?                           D9G

 

 

 

Es bleibt der Dom groß im Gedächtnis,

 

kein Pfaffe kriegt ihn ausradiert,

 

den die Zerstörer sich erkauften,

 

der sein Gewissen leicht verliert.

 

Ein Kreuz wird dort nun aufgerichtet,

 

wo mal der Dom gestanden hat,

 

und es soll so daran erinnern,

 

wer hier das Kreuz verraten hat.

 

 

 

Ein neues Kreuz an jener Stelle,

 

wo Kirche Gottes Wort sich bog.

 

Es ragt dort hoch, unübersehbar,

 

wo sie das Kreuz verleugnend log.

 

Die Bagger solln zur Hölle fahren

 

mit jedem, der sie fahren ließ,

 

um Gottes Schöpfung zu zerstören

 

und so den Weg zur Hölle wies.

 

 

 

Wer Gottes Haus so schnöd verraten

 

für Silberlinge ohne Wert,

 

hat Gottes Worte kaum verstanden,

 

sie in ihr Gegenteil verkehrt.

 

Wird auch noch dieses Kreuz geschändet,

 

wenn man es aus dem Boden reißt?

 

Wer kann auf Gnade wohl noch hoffen,

 

der sich nicht würdig ihr erweist?

 

 

 

Wer glaubt, weil man Kreuz so wie Kirche

 

mit nem gebroch‘nen Balken schreibt,

 

könnt man profan das Kreuz verleugnen,

 

dass von dem Kreuz nichts übrigbleibt.

 

Nimmt eine Kirche sich zu wichtig,

 

statt Gottes Wort und Gottes Kreuz,

 

hat Gottes Wort sie falsch verstanden –

 

wenn sie nicht umkehrt, sie bereut‘s….

 

 

 

Wer mag noch solchen Pfaffen glauben,

 

die Kirche wortreich blind verklärn

 

und sich versteigen zu behaupten,

 

dass sie mit Gott im Einklang wärn.

 

Sie sind wie Kirchenmarionetten,

 

nicht Gott verpflichtet, nur dem Amt,

 

als ob von Gott direkt sie`s hätten –

 

Glaubensverleugner allesamt

 

 

 

Copyright 2020 Gerd Schinkel

 

 

 

 

 

ABGEFEIMT                                            a/3

 

 

 

Abgeholzt die letzten Bäume,                   aG

 

und verwüstet Lebensräume,                   dE

 

völlig sinnfreie Vernichtung,                     aG

 

brutal gewaltsam die Verrichtung,           dE

 

menschenverachtend drangsaliern         CG

 

die verzweifelt demonstriern.                   Ea

 

Die Kohlegang macht was sie will.          FG

 

Gekauft hält die Regierung still.               Ea

 

 

 

Lügenbolde, Volksverdummer

 

wiegen Wähler tief in Schlummer.

 

Abgefeimte Kumpanei –

 

Politik macht mit dabei.

 

Vielleicht ja Naturtalente –

 

manchmal oder permanente… -

 

Sind die darauf wohl trainiert?

 

Hat die irgendwer dressiert?

 

 

 

Wahrheit so zurecht sich biegen,

 

um das, was man will, zu kriegen,

 

zu bestechen und zu schmiern –

 

man kauft die sich, die regiern.

 

Dreist ins Mikrofon zu lügen,

 

das Volk vor Kameras betrügen:

 

Sachbeschädigung gäbs nicht.

 

Die Wahrheit kam schon längst ans Licht.

 

 

 

Dörfer auserkorn zum Tod –

 

moralfrei RWE verroht:

 

mag nicht eigner Gier entsagen,

 

bedroht die, die zu wehrn sich wagen.

 

Wenn sich Bagger voran schieben,

 

die vertreiben, die noch blieben,

 

Polizei verrät das Recht –

 

findet das nicht mal so schlecht.

 

 

 

Die RWE zeigt ihr Gesicht:

 

Solche Fratzen braucht man nicht.

 

Ungeschminkt und unmaskiert,

 

onduliert, nicht nur frisiert.

 

Mit Härte rücksichtslos geschockt,

 

gnadenlos das Recht verzockt.

 

Ist der Ruf erst ruiniert,

 

lügt sich‘s völlig ungeniert.

 

 

 

Man hält sich klar ans Modell:

 

Recht verdrehen, kriminell…

 

Mit Vorsatz unverholn agiern,

 

Empörung heuchelnd reagiern

 

RWE ganz unverstellt:

 

Was allein nur zählt, ist Geld.

 

Der Konzern pflegt seinen Sinn:

 

Auf Kosten andrer satt Gewinn.

 

 

 

Abgeholzt die letzten Bäume,

 

und verwüstet Lebensräume,

 

völlig sinnfreie Vernichtung,

 

brutal gewaltsam die Verrichtung,

 

menschenverachtend drangsaliern

 

die verzweifelt demonstriern.

 

Die Kohlegang macht was sie will.

 

Gekauft hält die Regierung still.

 

 

 

Copyright 2020 Gerd Schinkel

 

 

 

 

 

KARBONISTENTUM

 

 

 

Ein klimakrimineller Konzern                               GFCG

 

lässt für Kohle Bäume entfern‘.                           GFCG

 

Die Straße zerstört er vorher.                               CGAD

 

Seine Gier, die wächst immer mehr.                   CeD

 

Er vernichtet Heimat und Land,                           GFCG

 

ganz ohne Sinn und ohne Verstand,                  GFCG

 

auf Nazi-Paragrafen gestützt –                            CG

 

und der Regierungschef ihn dabei schützt.       CDG

 

 

 

Refrain:

 

Man sieht und erkennt, was er kann                   ea6

 

als RWE-Hampel- und Strampelmann,              DG

 

von langen RWE-Fäden gelenkt,                        ea6

 

an denen er bereitwillig hängt.                             CD CeD

 

Zweifelt einer noch ernsthaft daran,                    ea6

 

dann seht euch, was er macht, genau an.         DG

 

Er strengt sich gewaltig ja an,                              ea6

 

als RWE-Hampel- und Strampelmann.              CDG

 

 

 

Die Regierungsmehrheit votiert

 

für das, was die Industrie ihr diktiert.

 

Im Gesetz kann man lesen, was Recht ist –

 

doch da steht nicht, was klimagerecht ist.

 

Was richtig ist, steht auf nem ganz anderen Blatt,

 

und die Regierung kein‘n Blick dafür hat.

 

Sie will, dass Nazi-Recht weiter gilt -

 

wenn es nur die Konzern-Kassen füllt

 

 

 

Der klimakriminelle Konzern

 

verdient an Klimaverbrechen so gern,

 

denn sie sichern ihm Riesenprofit,

 

egal was mit dem Klima geschieht.

 

Mit Politikern im Syndikat

 

wird zum Helfershelfer der Staat,

 

der Konzerninteressen vertritt,

 

und Klimakillern hilft auf Schritt und Tritt.

 

 

 

Langsam schreitet die Prozession

 

zur RWE-Baumfäll-Aktion.

 

Was wird der Sinn der Polizei-Aktion sein?

 

Kesselt sie diese Prozession ein…?

 

Die Polizei hält die Prozession fest,

 

die Personalien sie feststellen lässt.

 

Hat sie vom Grundgesetz nie was gehört,

 

dass sie die Religionsausübung stört.

 

 

 

Zum Schutz der Bäume geht die Prozession

 

in freier Ausübung der Religion,

 

und sie schließt mit ein in ihr Gebet,

 

was durch Zerstörung aus Gier untergeht.

 

RWE gefährdet Leben für Geld, für Strom,

 

den man auch klimaschonend erhält.

 

Das ist kein Glaube, sondern gewiss,

 

wie RWE klimakriminell ist.

 

 

 

RWE glaubt wohl ganz fest daran,

 

dass der Konzern alles sich erlauben kann.

 

Das sei in Nordrhein-Westfalen so Brauch

 

und die Regierung, die glaub das wohl auch.

 

Ich glaube an den Sinn der Prozession,

 

und glaube auch an die Evolution.

 

Das RWE-Karbonistentum

 

hat nicht die Spur zu tun mit Christentum.

 

 

 

Copyright 2020 Gerd Schinkel

 

 

 

 

 

HABGIER                                                   G/4

 

 

 

Wer es mit seiner Habgier                        eD9Ga6

 

auf die Spitze trieb,                                    CH8a6D9

 

stößt auf Widerstand bei dem,                 eD9Ga6

 

dem nichts mehr übrigblieb.                     CH8a6D9

 

Doch damit muss er rechnen,                  CH8a6D9

 

denn er hat es provoziert.                          eCD9

 

Wer nichts mehr zu verliern hat,              eD9GC

 

fürchtet nicht, dass er verliert.                  a6D9G

 

 

 

Woher kommt die Gier

 

mit krimineller Energie?

 

Erwarten Gangster eures Schlags,

 

ihr zwingt uns auf die Knie,

 

im Bündnis mit Politikern,

 

wenn ihr Gesetze brecht.

 

Geht ihr auch über Leichen?

 

Glaubt, ihr steht über dem Recht.

 

 

 

Hat sinnlose Zerstörung

 

etwa für euch einen Zweck,

 

der eure Mittel heiligt

 

aus sicherem Versteck?

 

Tut nicht so, als hättet ihr

 

mit allem nichts zu tun.

 

Ihr seid die Zerstörer –

 

eure Gier lässt euch nicht ruhn.

 

 

 

Ihr zieht aus dem Hintergrund

 

die Fäden eurer Macht,

 

habt so viele Schäfchen

 

längst ins Trockene gebracht.

 

Von euch angefüttert,

 

frisst euch mancher aus der Hand,

 

Sagt nicht, Korruption

 

sei vorteilhaft für unser Land.

 

 

 

Es ist höchste Zeit, dass man

 

euch jetzt das Handwerk legt,

 

folgt ihr weiter eurer Gier

 

euch auf die Pfoten schlägt,

 

Dass ihr laut „Gewalt“ schreit,

 

als ob man euch ans Leben geht,

 

ist nichts als Heuchelei,

 

mit der die Wahrheit ihr verdreht.

 

 

 

Wer es mit seiner Habgier

 

auf die Spitze trieb,

 

stößt auf Widerstand bei dem,

 

dem nichts mehr übrigblieb.

 

Doch damit muss er rechnen,

 

denn er hat es provoziert.

 

Wer nichts mehr zu verliern hat,

 

fürchtet nicht, dass er verliert.

 

 

 

Copyright 2020 Gerd Schinkel

 

 

 

 

 

POLIZEISTUHLGANG

 

 

 

Ein Stuhl steht nah am Straßenrand,      GCG

 

paar Leute dicht dabei.                              CG

 

Es gibt Grund zu demonstriern,               GCG

 

paar Autos fahn vorbei.                             DD7

 

Die Straße wird kaum noch befahrn –    GCG

 

sie endet abgesperrt.                                  CG

 

Weit zu fahren geht nicht mehr,               GCG

 

die Durchfahrt wird verwehrt.                    DD7G

 

 

 

Es stehen ein paar Wannen                     C

 

auf der Fahrbahn abgestellt,                    G

 

weil die Polizei dies wohl                           C

 

für unumgänglich hält.                               DD7

 

Die Wannen stehn im Weg herum,         GCG

 

behindern den Verkehr.                             CG

 

Ansonsten ist, soweit man sieht,             GD

 

die Straße völlig leer.                                 CDG

 

 

 

Refrain:

 

Die Polizei lernt eine Menge,                    C

 

auch wie regelt man Verkehr -                 GD9

 

und manchmal holt sie sich                      GCG

 

zum Lernen auch was von weit her.        DCG

 

 

 

Der Stuhl am Rand der Fahrbahn

 

dort der Polizei missfällt,

 

weil sie ihn offenbar

 

für ne Verkehrsbehinderung hält.

 

Der Stuhl ist nicht besetzt,

 

denn keiner sitzt da auf ihm drauf.

 

Das ist unübersehbar,

 

fällt der Polizei auch auf.

 

 

 

Trotzdem will sie wissen,

 

wer den Stuhl dort hingestellt,

 

weil ihr die Straßenrandmöblierung

 

dort grad nicht gefällt.

 

Keiner von den Leuten,

 

die da rumstehn, sagt, er wars,

 

und alle haben an dem

 

Straßenrandvergnügen Spaß.

 

 

 

Die Polizei wird ungeduldig,

 

mag den Stuhl da nicht,

 

hält nicht nur die Stuhl-

 

beseitigung für ihre Pflicht.

 

Weil niemand sich zum Stuhl

 

am Straßenrand bekennen mag,

 

denkt die Polizei, das wird

 

für sie ein großer Tag.

 

 

 

Sie kesselt alle Leute,

 

die am Straßenrand stehn, ein -

 

schließlich muss ja irgendwer

 

der Stuhlaufsteller sein.

 

Der Stuhl am Straßenrand

 

auch niemandem im Wege steht,

 

und wohl nur dem Einsatzleiter

 

auf die Nerven geht.

 

 

 

Die Leute werden auf der Straße

 

stundenlang umringt.

 

Aus dem Kessel rauszukommen,

 

niemandem gelingt.

 

Diese Polizeitaktik

 

man für gelungen hält,

 

weil man so am besten

 

Personalien feststellt.

 

 

 

Warum, wieso das zwingend wäre –

 

keiner kanns erklärn.

 

Die Leute sagen deshalb auch,

 

dass sie nicht willens wärn.

 

Auf Asphalt richtet man sich

 

auf nen längeren Zeitraum ein -

 

es muss wohl für die Polizei

 

ne Einsatzübung sein…

 

 

 

Was üben die Beamten?

 

Drangsalieren? Schikaniern?

 

Was kann nicht alles rund

 

um einen Küchenstuhl passiern,

 

der am Straßenrand doch nicht

 

im Wege steht und stört,

 

höchstens könnt man sagen,

 

dass er da nicht hingehört.

 

 

 

Der Einsatzleiter seinen

 

Vorgesetzten informiert,

 

er habe Stuhlprobleme, fürchtet,

 

dass er sich blamiert.

 

„Gäbs für den Fall des Falles

 

vielleicht noch einen Befehl?

 

Dass ich fürs Stuhlproblem nicht

 

eine falsche Lösung wähl…“

 

 

 

Der Befehl ist deutlich:

 

„Holt sofort die Kuh vom Eis!

 

Löst das Stuhlproblem, lasst uns

 

in Ruh mit solchem Scheiß.

 

Wenn ihr euch auf der Straße

 

in ne Sackgasse verrennt,

 

dann habt ihr in der Ausbildung

 

wohl irgendwas verpennt…“

 

 

 

Die Polizei beendet deshalb

 

irgendwann den Spuk,

 

Sie hat von dem Theater

 

wohl inzwischen auch genug.

 

Personendaten feststelln müsse

 

man nun doch nicht mehr -

 

Ein Stuhl am Straßenrand

 

doch keine Rechtsverletzung wär…

 

 

 

So ein Gesichtsverlust

 

gefällt dem Einsatzleiter kaum.

 

Er hat im Mund vermutlich

 

eine ganze Menge Schaum.

 

Den Demonstranten lässt er sagen,

 

ihr könnt alle gehen

 

Doch ihr dürft jetzt erstmal

 

auf der Straße nicht mehr stehn.

 

 

 

Ihr kriegt hier nun doch von mir

 

vorerst ein Platzverbot.

 

Aufenthalt nicht zulässig,

 

von Konsequenz bedroht.

 

Die Anordnung ist Willkür,

 

doch die Polizei ist stur –

 

Vielleicht liegt das irgendwie

 

in Polizeinatur.

 

 

 

So hat die Polizei geübt: -

 

ein Stuhl war mit dabei -

 

Was tun, wenn ein Stuhl mal

 

im Verkehr bedrohlich sei.

 

Ob sie wohl gelernt hat,

 

was in der Situation

 

wohl als allererstes nötig wär –

 

nun weiß sie es wohl schon.

 

 

 

Vielleicht, dass sie auf off‘ner Straße

 

nicht lang ausprobiert,

 

was sie sich erlauben kann,

 

und besser nicht riskiert.

 

Dass sie sich ganz bestimmt

 

nicht jeden Stuhlgang leisten kann -

 

vielleicht begreift sie das, auch

 

wenn es schwer fällt - irgendwann.

 

 

 

Copyright 2020 Gerd Schinkel

 

 

 

 

 

FASSUNGSLOS                                                             a/0

 

 

 

Staatsterrorismus, unmittelbar,                                        a

 

vor Augen erlebt, deutlich und klar.                                F-

 

Aus Ohnmacht erwachsen Zorn, Wut und Hass.          GF

 

RWE zündelt absichtlich, sichtbar mit Spaß.                 GE

 

 

 

Kriminell diese Bande im Westen tief drin,

 

sucht nicht nach Gold, schürft nur nach Gewinn,

 

Hauptsache Kohle. Wenn sich Widerstand regt,

 

wird an die Heimat die Lunte gelegt.

 

 

 

Refrain:

 

Man zieht Uniformen sich freiwillig an –                         CGFG

 

Zu funktioniern fängt man freiwillig an,                           CGFE

 

freiwillig wird sich zur Verfügung gestellt –                    FG

 

Gewissen verscherbelt, verkauft, stimmt das Geld.     FGEa

 

 

 

Wenn sowas geschieht, wenn sowas passiert,

 

sich der Protest radikalisiert,

 

kocht langsam hoch, wird die Lage erhitzt,

 

wenn Polizei die Verbrecher beschützt.

 

 

 

Polizisten sind zu Komplizen mutiert,

 

friedliche Bürger werden terrorisiert,

 

Von Gangstern bestochen, gekauft und bezahlt -

 

genug jedenfalls für nackte Gewalt.

 

 

 

 

 

Aufmarschiert martialisch mit Waffen bestückt,

 

der Colt hängt am Gürtel, und wird auch gezückt,

 

wenn ihr überzeugt seid, das sei euer Job.

 

Sagt euer Gewissen beizeiten laut Stopp?

 

 

 

Ich kanns nicht mehr hören, wie ihr lamentiert.

 

Ihr habt euch das Ansehen selbst ruiniert:

 

Der Ruf ist im Eimer, die Ehre verlorn -

 

Nichts kommt von gar nichts - euer Saft ist vergorn.

 

 

 

 

 

Verlust von Vertrauen kommt nicht von ungefähr.

 

Stellt euch nicht doof, fragt ihr, wo kommt das her.

 

Wer aufmarschiert voller Machtarroganz,

 

hält friedliche Bürger mit Wucht auf Distanz.

 

 

 

Ihr seid keine Opfer, mehr Experten der Tat,

 

gedrillt, unterwiesen, offenbar auch parat,

 

um grad die zu beschützen, die die Macht usurpiert,

 

vom Volk nicht gewählt und nicht legitimiert.

 

 

 

 

 

Womit hat man euch wohl das Frühstück gewürzt,

 

wenn ihr euch zu sechst auf einen einzigen stürzt…

 

Nach welcher Methode hat man euch dressiert,

 

gibts Aussicht auf Heilung, werdet ihr therapiert?

 

 

 

Wer hat euch auf friedliche Bürger gehetzt?

 

Ihr lasst euch missbrauchen, seid nicht mal entsetzt.

 

Woran liegt es, dass ihr eine Lage verkennt,

 

Gerechtigkeit von Rechtsverdrehung sich trennt.

 

 

 

Copyright 2020 Gerd Schinkel

 

 

 

 

 

ENTSCHEIDUNGSFREIHEIT                             G/4

 

 

 

Gehts mir beim Aufwachen so,                            G

 

dass ich nicht wieder einschlafen mag,              CD

 

krieg ich nur solche Antworten,                            G

 

dass ich schon gar nichts mehr frag,                  CD

 

seh nur, was ich nicht sehn will,                          CD

 

guck ich irgendwann nicht mehr hin -                 G e

 

und ist draußen nur Horror,                                  a6

 

dann bleib ich doch viel lieber drin.                     DG

 

 

 

Krieg ich miese Gefühle beim Fernsehn,

 

schalt ich nicht mehr ein.

 

Ernt‘ ich dauernd Kritik, egal was ich

 

tu, lass ich‘s sein.

 

Regt mich auf, was ich hörn muss,

 

dann hör ich doch ganz einfach weg.

 

Warum soll ich‘s versuchen –

 

hat‘s sowieso gar keinen Zweck.

 

 

 

Refrain:

 

Wenn dieser Trotz nicht wär,                                          C  DD

 

wollte ich‘s ganz gewiss doch nicht mehr.                     Ge

 

Hat’s auch gar keinen Sinn                                            ea6

 

seh und hör ich doch ganz genau hin.                           DG

 

Wenn dieser Zorn nicht da                                              C IDD

 

über das, was grad eben geschah,                                 Ge

 

wär ich sicherlich still,                                                     ea6

 

weil ich mich doch nicht aufregen will.                           DG

 

 

 

Krieg ich, was mir nicht schmeckt, nicht runter,

 

steck ich‘s nicht in den Mund.

 

Ich glaub keinem, die Sache wär eckig,

 

wenn ich weiß, die ist rund.

 

Sagt mir niemand, wenn ich was

 

nicht tun soll, wieso und warum,

 

kann ich den nicht mehr ernst nehm‘ –

 

mich verkauft keiner für dumm.

 

 

 

Wer vom Baum Menschen stößt

 

oder zieht und so diese verletzt,

 

darf sich nicht wundern,

 

reagiern andere Leute entsetzt.

 

Wer denkt, aus dem Sumpf zieht man sich selbst

 

am besten am Schopf,

 

kann mich ruhig für dumm erklärn,

 

denn er hat selbst nichts im Kopf.

 

 

 

Schubst mich einer die Treppe hinab

 

und sagt, lauf nicht so schnell,

 

oder will einer, dass ich mir,

 

was ich nicht brauche, bestell,

 

sagt mir einer, es regnet

 

und pinkelt mir nur in den Bart,

 

den schick ich beim „Mensch, ärger

 

dich nicht“ zurück an den Start.

 

 

 

Copyright 2020 Gerd Schinkel

 

 

 

 

 

VERTRAUENSUNSELIG                         G/0

 

 

 

Ich hätt nie damit gerechnet,                    Gf#

 

es könnt mir einmal passiern,                  Gf#

 

mein Vertraun in Polizei,                          Gh

 

in unsern Rechtsstaat zu verliern.           EA

 

Aber nun kam es ganz anders:                Gf#

 

Was ich mit eignen Augen sah,               Gf#

 

konnt ich nicht mehr bezweifeln,             Gh

 

weil es direkt vor mir geschah.                 EA

 

 

 

Ich war völlig fassungslos.                        hA

 

War wie in einem böser Traum.                hA

 

Andern davon zu berichten,                      hA

 

traue ich mich kaum.                                  F#h

 

Doch es ängstlich zu verschweigen,         EA

 

hieße, damit zu riskiern,                            EA

 

beim Blick in einen Spiegel                       f#h

 

die eigne Würde zu verliern.                     EA

 

 

 

Refrain:

 

Wer sein Vertrauen verlorn hat                GhC

 

in den Staat,                                              H8

 

radikalisiert sich - wenn er‘s                      ea

 

nicht schon lange hat.                               D9G

 

 

 

Nicht bei Nacht und Nebel,

 

sondern es geschah am Tag.

 

Wie konnt sowas möglich sein,

 

ich immer wieder frag.

 

Erzwingen lässt Vertraun sich nicht,

 

erst recht nicht mit Gewalt.

 

Wenn es dir verlorn geht,

 

dann wird dir trotz Hitze kalt.

 

 

 

Ich hab‘s genau gemerkt,

 

wie es mir abhandenkam.

 

Selbständig aus mir hinaus

 

sich einen Fluchtweg nahm.

 

Es konnte nicht mehr bleiben,

 

nicht länger in mir ruhn.

 

Das hat mit dem, was ich

 

selbst erlebt habe, zu tun.

 

 

 

 

 

Ich konnt es nicht begreifen,

 

tu mich damit schwer.

 

Was mir so selbstverständlich schien,

 

versteh ich heut nicht mehr.

 

Wie kann es sein, dass sich etwas

 

so gründlich ändern kann?

 

Passiert sowas, fängt man

 

unweigerlich zu grübeln an.

 

 

 

Ich muss nicht alles glauben,

 

auch nicht alles verstehn,

 

nicht alles tief durchdringen,

 

auf den Grund der Dinge gehn.

 

Sollten mich die Sinne täuschen?

 

Ich merk, da ist was verkehrt.

 

Irgendwas dagegen sich

 

in mir nachhaltig wehrt.

 

 

 

 

 

Als Folge kann ich glauben,

 

wird von andern mir erzählt,

 

was ihnen widerfuhr,

 

welche Erinnerung sie quält.

 

Nichts ist mehr unwahrscheinlich,

 

übersteigt die Phantasie,

 

hätt ich früher auch gesagt,

 

das kann nicht sein, das glaub ich nie.

 

 

 

Niemand kann sich aussuchen,

 

was einem widerfährt.

 

Manches wird dabei sein,

 

was man sicher nicht begehrt.

 

So sammelt man Erfahrung

 

und wird schließlich so geprägt,

 

dass sich dies im Verlust

 

seines Vertrauens niederschlägt.

 

 

 

 

 

Prügeln Polizisten

 

voller Rücksichtslosigkeit,

 

fehlt offensichtlich jegliche

 

Verhältnismäßigkeit,

 

hat man sie wie Kampfhunde

 

genau darauf dressiert,

 

darf man sich nicht wundern,

 

wenn genau das auch passiert.

 

 

 

Stelln sich beim Polizeianblick

 

die Nackenhaare auf,

 

man mit dem Schlimmsten rechnet,

 

ja man wartet förmlich drauf,

 

steckt die Karre unbeweglich

 

fest im tiefsten Dreck –

 

ist unwiederbringlich,

 

Vertrauen, das mal da war, weg.

 

 

 

Copyright 2020 Gerd Schinkel

 

 

 

 

 

FESTNAHME                                                          C/0

 

 

 

Den Grund wissen sie nur allein.                         CGaa/G

 

Kann er überzeugend sein?                                 FdG

 

Überfallartig greifen sie zu.                                   CGaa/G

 

Stell dir vor, der, den sie packen, das, bist du.      FdE

 

Mehrere auf eine Person –                                   FGEa

 

der Einsatz soll sich offenbar ja lohn‘.                DD7GG7

 

Die Kollegen schirmen sorgfältig ab –                CGaa/G

 

es sind mehr als genug, nicht zu knapp.            FGa

 

 

 

Sie bilden sofort einen Kreis,

 

damit niemand was sieht, kein Beweis...

 

Warum soll wohl keiner was sehn?

 

Solln die Mittäter wie ne Mauer stehn?

 

Was will man verbergen, warum?

 

Verkauft man Bürger und Rechtsstaat für dumm?

 

Sie versperrn routiniert mit Geschick

 

jeden genauen Beobachterblick.

 

 

 

Wissen sie genau, was da geschieht?

 

Wollen deshalb nicht, dass man es sieht?

 

Deshalb stellen sie sich eng davor,

 

weil man zu viel Vertraun schon verlor?

 

Aber bleibt man so intransparent,

 

dass niemand Genaues erkennt.

 

Denkt man, was man nicht sieht, nicht passiert,

 

denn dann würd ja auch nichts registriert.

 

 

 

Bloß kein Foto, kein Film und kein Bild –

 

Ohne Beweis ist kein Tatbestand erfüllt…

 

Notfalls beschlagnahmt man den Apparat –

 

dass man nichts, was man zeigen kann, hat.

 

Es gilt ein biegsames, schmiegsames Recht,

 

mit dem kommen sie prima zurecht.

 

Normalerweise wird ihn’n nichts passiern –

 

sodass sie im Einsatz auch nichts riskiern.

 

 

 

Was verbergen sie in ihrem Kreis?

 

Ihren Beitrag zum Rechtsstaatsverschleiß?

 

Sind auch Rechtsbrecher uniformiert?

 

Wird erkennbar, was da nicht funktioniert!

 

Statt dass die Polizei den Rechtsstaat beschützt,

 

sie effektiver der Industrie nützt.

 

Und wer mit der sich rigide anlegt,

 

wird von ihr aus dem Wege bewegt…

 

Copyright 2020 Gerd Schinkel

 

 

 

 

 

WAHRHEITSFINDUNG                            a6/0

 

 

 

Nein, das ist gar nicht möglich.                a6

 

Nein, das kann gar nicht sein.                  a/G

 

Wenn das einer bezweifelt,                       d

 

dann steht der ganz allein.                       H8

 

Ist doch völlig klar,                                    a6

 

was hier stimmt und was nicht.                a/G

 

Wird dem widersprochen,                         d

 

dann geh ich vor Gericht.                         H8a

 

 

 

Alles gelogen –                                          d

 

nix garantiert.                                             d/C

 

Off‘ner Betrug,                                           H8

 

ofenfrisch hier serviert.                              G

 

Einfach behaupten,                                    d

 

es sei so wie man‘s sagt                           d/C

 

Und jeden beschimpfen,                           G

 

der zu zweifeln wagt.?                               a

 

 

 

 

 

Alle andern lügen,

 

was man selber sagt, stimmt.

 

Selber schuld,

 

wer Lügen für Wahrheit nimmt.

 

Da gibts nichts zu deuteln,

 

wer Wahrheit spricht -

 

und glaubst du sie nicht,

 

glaub sie halt nicht…

 

 

 

Was sind schon Fakten…

 

sind die denn wahr?

 

Wirst du geblendet,

 

siehst du doch klar.

 

Zweifel erst säen –

 

ernten dann irgendwann,

 

wenn man „falsch“ von „richtig“

 

nicht mehr trennen kann.

 

 

 

Was sind schon Beweise?

 

Was ist evident?

 

Wer weiß, wann sich Meinung

 

von Fakten trennt?

 

Beschwör, was du verkündest,

 

dich die Lüge empört,

 

manche glauben alles,

 

wenn man‘s nur beschwört.

 

 

 

Kreuz die Finger

 

hinterm Rücken beim Eid -

 

Wirst du ertappt, sag,

 

„Sorry, tut dir leid.“

 

Man hätt dich getäuscht…

 

war nicht so geplant,

 

dass man dich belügt,

 

hättst du nicht geahnt…

 

 

 

Halten wir fest:

 

Man glaubt, was man will.

 

Hält einer dagegen,

 

sagt man dem: „Sei still!“

 

Gibt ihm ein‘n Maulkorb

 

oder schmeißt ihn raus -

 

So entstehn Einsiedler,

 

sogar im Weißen Haus.

 

 

 

Copyright 2020 Gerd Schinkel

 

 

 

 

 

LANGE LEINE                                            a/0

 

 

 

Fast alle sind schon weg,                        a

 

der große Parkplatz beinah leer.             a

 

Von all den Demonstranten                      a

 

sieht man längst schon keiner mehr.        a

 

Ich hab hier gesungen.                            d

 

Hab ich alles jetzt verstaut?                      d

 

Lieber noch mal nachsehn –                    E

 

besser wenn man zweimal schaut.          E

 

 

 

Ein Herrchen spielt vergnüglich               F

 

mit dem Ball und seinem Hund.               F

 

Vermutlich hält ers für                                G

 

den braven Hund ja für gesund.              G

 

Und denkt wohl, ist ja keiner                     E

 

mehr da, der mich dabei stört -                E

 

oder über einen Hund                                F

 

ohne Maulkorb sich empört.                      Ga

 

 

 

Sie spielen gerne mit dem Ball,

 

der Hund und auch sein Herr.

 

Wer fragt denn, wenn zwei spielen,

 

wer ist bedrohlicher?

 

Der, der die Leine locker hält,

 

der ist wohl mächtiger -

 

insofern scheint mir der

 

auch eigentlich gefährlicher…

 

 

 

Der scharf gemachte Hund

 

fletscht sehr erkennbar sein Gebiss.

 

Der Herr mit Leine weiß genau,

 

dass dies bedrohlich ist.

 

Die Leine, die er in der Hand hält,

 

die ist ziemlich lang,

 

dem Kläffer fehlt in meinen Ohrn

 

der angenehme Klang.

 

 

 

Ich steige aus dem Auto,

 

will nur kurz zum Kofferraum,

 

dass dies riskant sein könnte,

 

denk ich nicht einmal im Traum.

 

Sobald der Hund mich sieht,

 

kommt er schon auf mich zu gehetzt.

 

Zu spät zu reagiern, steh ich

 

da, vor Schreck entsetzt.

 

 

 

Der Herr reißt an der Leine,

 

zwar im letzten Moment.

 

Beinah hätte er den allerletzten

 

Augenblick verpennt.

 

Der Hund knallt an nen Kotflügel,

 

die Leine ist spannt.

 

Die Leine hat der Herr,

 

Gott sei Dank, fest in der Hand.

 

 

 

Der Herr mit Leine fragt:

 

„Ist ihnen nix passiert?“

 

Ich hab mich im Entsetzen

 

doch längst noch nicht sortiert,

 

steh nach dem was passiert ist,

 

erkennbar unter Schock,

 

hab auf nette Unterhaltung

 

deshalb keinen Bock.

 

 

 

Der Herr mit der Leine

 

trägt ne Uniform in blau.

 

Der Hund ist seine Waffe –

 

weiß er garantiert genau.

 

Schließlich ist der Köter

 

ja mit Absicht scharf gemacht.

 

Herr und Hund haben mich

 

ans Nachdenken gebracht:

 

 

 

Was ist das für ein

 

scharfes Polizeisystem,

 

wenn Polizisten zum Protest

 

Bestien mitnehm,

 

die Menschen attackiern,

 

die friedlich auf nem Parkplatz stehn?

 

Das kann auch völlig anders

 

als in diesem Fall ausgehn…

 

 

 

Nicht mal entschuldigt hat

 

sich der Repressionist.

 

Ob das bei der Polizei

 

 jetzt nicht mehr nicht üblich ist?

 

Hat der das, was mir grad passiert ist,

 

gar nicht registriert?

 

Hält der‘s für normal, wenn

 

vor Schreck das Blut gefriert…

 

 

 

Copyright 2020 Gerd Schinkel

 

 

 

 

 

THERAPIEBEDARF

 

 

 

Seid ihr ohne Gnade,

 

ohne Mitleid, Empathie?

 

Fragt ihr nicht Warum?

 

Kümmern euch die Menschen nie,

 

wenn ihr auf sie einschlagt,

 

mit Wucht und voller Kraft,

 

freut ihr euch nach Dienstschluss,

 

über das, was ihr geschafft?

 

 

 

Wer ist euer Vorbild,

 

an dem ihr euch orientiert?

 

Habt ihr ganz verschiedene

 

und sind die nicht sortiert?

 

Gab man euch ein Leitbild,

 

damit keiner vergisst,

 

was in eurem Alltag

 

zu beachten ist?

 

 

 

Wer hat euch unterwiesen?

 

Zum Schlägertrupp trainert?

 

Eure Einsatzfreude

 

ist längst dokumentiert.

 

Seid ihr nicht zu bremsen?

 

Folgt einem inneren Zwang?

 

Wisst ihr, wo das hinführt?

 

Spürt ihr einen Prügeldrang?

 

 

 

Ihr lasst euch missbrauchen

 

in eurer Hemmungslosigkeit.

 

Gewissenlos zu prügeln

 

seid ihr offenbar bereit.

 

Hat man euch angewiesen,

 

ohne Rücksicht vorzugehn?

 

Könnt ihr aus purer Lust

 

nicht der Versuchung widerstehn?

 

 

 

Zieht ihr keine Vergleiche,

 

wenn ihr Fernsehbilder seht,

 

Aus Russland oder Weißrussland,

 

was in Hongkong vor sich geht?

 

Oder in den USA im Alltag,

 

nicht nur vor der Wahl…

 

Und haltet, was ihr macht,

 

für akzeptabel und normal?

 

 

 

Ihr seht dort Terrormilizen,

 

brutal und rabiat,

 

steht selbst prügelnd schützend

 

vor den Herrschenden im Staat,

 

die das Recht sich biegen,

 

wie es ihnen passt.

 

Und wer ihnen querkommt,

 

der wird hart angefasst.

 

 

 

Entspricht das, was ihr tun sollt,

 

eurem eigenen Naturell?

 

Macht, was man euch sagt,

 

ohne Bedenken, zügig schnell?

 

Hinterfragt ihr nicht, was man

 

im Einsatz euch befiehlt?

 

Schlagt Wehrlose mit Knüppeln.

 

In Augen Pfeffergas gezielt?

 

 

 

Stellt ihr euch keine Fragen

 

zu dem, was ihr so macht?

 

Habt ihr als Befehlsempfänger

 

nie dran gedacht,

 

den Beruf zu wechseln,

 

 der euch psychisch ruiniert?

 

Fragt nicht, was nach ein paar Jahrn

 

im Dienst mit euch passiert?

 

 

 

Copyright 2020 Gerd Schinkel

 

 

 

 

 

FRIEDHOFSSCHÄNDUNG                                             G/2

 

 

 

Gräber gesäubert für Allerheiligen.                                 GH8a6D-

 

Laub aufgesammelt, an die Lieben gedacht.                Gea6D9

 

Ausgewechselt die Lichter der Grableuchten.               GH8a6D-

 

In die letzte Ruhe Ordnung gebracht.                            Gea6D9

 

Die restlichen Blätter hat der Wind sich geholt.            CDGe

 

Von kahlen Ästen strecken Zweige sich nackt.             a6H8CD-

 

Vögel landen unverborgen in Wipfeln.                           GH8a6D-

 

Den Friedhof hat sich der Spätherbst gepackt.             ea6D9G

 

 

 

Refrain:

 

Wer den Eingang durchschreitet,                                    Cmaj7/5-‘D

 

eine Ahnung bekommt von der Ewigkeit.                       hea6H8CD

 

Mancher liegt hier länger als er gelebt hat,                    Cmaj7/5-‘Dhe

 

um Frieden zu finden nach längst vergangener Zeit.  aH8CD9G

 

 

 

Die Wege sind feucht. Die Sonne scheint kraftlos.

 

An verwitterte Grabsteine klammert sich Moos.

 

Überschaubar der Platz, der am Ende geblieben.

 

Hinterbliebene suchen und finden hier Trost.

 

Mancher entdeckt hier den Sinn seines Lebens,

 

im Zwiegespräch, täglich alleine am Grab.

 

Beim Blick auf den Grabstein Augen vor Augen -

 

und Nähe gespürt zu dem, der schon verstarb.

 

 

 

Hier findet sich das, was bleibt, wenn’s vorbei ist,

 

sich nur noch das Unvergängliche hält.

 

Erinnerung, die sich mit Sehnsucht verbindet,

 

Kraft gibt, dem, der noch ins Leben gestellt.

 

Hier stehn nicht nur Grabsteine, Bäume und Sträucher.

 

Unter Wegen und Gräbern dehnen Wurzeln sich aus.

 

Sie halten Verbindung bis tief in die Gräber,

 

bis man irgendwann selbst dort unten zuhaus.

 

 

 

Vom Gottesacker ist nichts mehr geblieben.

 

Im Frevel entwürdigt die Ruhestatt.

 

Zerstört, was als letztes Bett auserkoren,

 

vertrauend darauf, dass man hier Frieden hat.

 

Was sagen denn Glaube, Gefühle, Gewissen

 

denen, die kalt hier den Friedhof zerstört.

 

Ob sich in ihnen nicht auch ganz tief drinnen,

 

irgendwas regt und sich mit uns empört.

 

 

 

Wer sich echauffiert über geschändete Gräber,

 

Grabsteine zerbrochen, umgestürzt und beschmiert,

 

Täter anzeigt, die unerkannt blieben –

 

die Frevler hier waren gezielt (von RWE) engagiert.

 

Empathielos und kaltherzig bis in die Haarspitzen,

 

absichtlich schamlos Gefühle verletzt.

 

Politiker, die christlich sich nennen, sind schweigsam,

 

wohl von den  Grabschändern auch nicht entsetzt.

 

 

 

Copyright 2020 Gerd Schinkel

 

 

 

 

 

BARBAREN

 

 

 

Nur Barbaren nehmen Toten Ruhe und Würde,           D /F#GA8A9

 

respektiern keine moralische Hürde,                              D /F#GA8A9

 

fällen Friedhofsbäume, verwüsten die Gräber,             D /C#/C/H

 

stürzen Grabsteine um.                                                     D/BA8A9

 

Verletzen das Andenken, stören die Trauer,                 D /C#/C/H

 

scheren sich nicht weiter drum.                                       D/BA8A9

 

 

 

Nur Barbaren missachten das Ansehn der Toten,

 

zerwühlen die Gräber mit dreckigen Pfoten,

 

den Eingang zerstört, die Mauern zerbrochen,

 

der Friedhof ein Trümmerfeld.

 

Sie machen sich selbst die Finger nicht dreckig -

 

dafür werden Bagger bestellt.

 

 

 

Wer sind die Barbaren, die den Friedhof entweihen?

 

Könn Nachfahrn verletzte Gefühle verzeihen?

 

Dort, wo mancher Andenken betend bewahrte,

 

Verbindung im Zwiegespräch hielt,

 

wird mit Zerstörung und mit Verwüstung

 

bewusst auf Vernichtung gezielt.

 

 

 

Ob die Barbaren, die Friedhöfe schänden,

 

den Frevel selbst spüren in brennenden Händen?

 

Kein Grabstein mehr gerade, Bäume gefällt,

 

das Zerstörungswerk ausgeführt…

 

Wahre Barbaren zeigen sich kalt,

 

gewissenlos und ungerührt.

 

 

 

Copyright 2020 Gerd Schinkel

 

 

 

 

 

GIER                                                                                     C/0

 

 

 

Die Tränen erreichen am Tagebaurand                         CGC

 

den Grundwasserspiegel nicht mehr                              FGC

 

Die Tränendrüsen der Heimatvertriebenen                   CGC

 

sind sowieso schon längst leer.                                       FGC

 

Die Häuser werden systematisch zerstört                     FG

 

ohne überzeugenden Grund.                                           ea

 

RWE will nur Macht demonstriern                                   FG

 

und das ist der wahre Befund.                                         Ea

 

 

 

Die letzten Bewohner von Lützerath sehn,

 

wie man Straßenzüge zerstört.

 

Obwohl sie hier noch leben, will RWE zeigen,

 

dass keiner mehr hier hingehört.

 

Hier geht’s nicht um den Sinn des Braunkohleabbaus,

 

nur ums Prinzip ganz allein:

 

Kriegt RWE irgendwo nicht, was es will,

 

soll es eben anderswo sein…

 

 

 

In nackter Zerstörungswut will man allen zeigen,

 

gegen RWE kommt keiner an.

 

Die Braunkohle unter den Dörfern will man,

 

weil man mit ihr Profit machen kann.

 

Den will man noch mitnehmen, solang es geht.

 

Den Widerstand bricht Polizei.

 

Die sichert den RWE-Grundrechtsanspruch,

 

der besagt: Gier ist grenzenlos frei.

 

 

 

Was wird, wenn im Dorf nur noch die Häuser

 

Stehn, in den’n noch jemand wohnt?

 

Werden die, die da wohnen, fürs Bleiben belohnt

 

und die Häuser vom Abriss verschont,

 

weil doch die Braunkohle niemand mehr braucht

 

und sie nur das Klima zerstört,

 

doch RWE mit seiner Gier nach Profit

 

immer mehr Menschen empört.

 

 

 

In den Vorstandsetagen von RWE

 

man nur eine Sprache versteht:

 

Wenn man als Kunde bei RWE kündigt,

 

dem Konzern den Rücken zu dreht.

 

Hängt RWE sich auch öffentlich gerne

 

ein grasgrünes Mäntelchen um,

 

kann dies ihre riesige Gier nicht verbergen –

 

wenn der Vorstand das glaubt, ist er dumm. 

 

 

 

Copyright 2020 Gerd Schinkel

 

 

 

CD 15  Die Links zu den einzelnen Liedertexten

 

 

01 Bürgerbeteiligung

 

 

02 Das Kreuz von Immerath

 

 

03 Abgefeimt

 

 

04 Karbonistentum

 

 

05 Habgier

 

 

06 Polizeistuhlgang

 

 

07 Fassungslos

 

 

08 Entscheidungsfreiheit

 

 

09 Vertrauensunselig

 

 

10 Festnahme

 

 

11 Wahrheitsfindung

 

 

12 Lange Leine

 

 

13 Therapiebedarf

 

 

14 Friedhofsschändung

 

 

15 Barbaren

 

 

16 Gier

 

CD 16

 

CD 16  Titel der Lieder dieser CD mit "laufender Nummer"

 

16261 Lebenslaute

 

16262 Verschüchtert

 

16263 Nackte Würde

 

16264 Defizite

 

16265 Zukunftsagentur

 

16266 Einzelfalllitanei

 

16267 Satter Rechtsdrall

 

16268 Vier Haken an der Sache

 

16269 Widerst. beginnt zuhaus

 

16270 Gründonnerstagserfahr.

 

16271 Weckruf

 

16272 Die Im-Grabe-Drehung

 

16273 Durchbruch

 

16274 Ab Montag

 

16275 Zweite Reihe

 

16276 Von guten Mächten

 

Nachfolgend die Texte der Lieder dieser CD zusammenhängend:

 

 

LEBENSLAUTE                                                                  a/0

 

 

 

Leben ist hörbar - hör doch mal hin!                               adEF

 

Geräusche und Laute - hörenswert und mit Sinn.        adEF

 

Deutlich vernehmbar, auch mal sachte und leis -         GCFG

 

auch muntere Klänge sind für Mut ein Beweis!             eaD-Ea

 

 

 

Leben ist Wohlklang – und manchmal auch Krach!

 

Musik kann uns wecken, macht beizeiten wach.

 

Musik heilt die Seele, die gewaltsam verletzt,

 

wird diese verwundet durch das Leben gehetzt.

 

 

 

Virtuosen ermuntern mit mutigem Spiel

 

auf offenen Bühnen mit politischem Ziel:

 

Wo planvoll zerstört wird, konzertant demonstriert -

 

zeigen, wie viel man, wenn man nichts tut, verliert…

 

 

 

Durch Panik gelähmt und durch Warnung verschreckt,

 

haben sich viele im Dunkeln versteckt.

 

Wenn du eingeschüchtert um Sicherheit bangst,

 

musst du Furcht überwinden: Fort mit der Angst.

 

 

 

Schweigen durchbrechen mit Konfrontation!

 

Provoziert musikalisch, mit Komposition,

 

arrangiert zur Erbauung, dafür laut Applaus!

 

So lässt sich viel ertragen, hält man‘s auch kaum aus…

 

 

 

Aus jeder Richtung alle an einen Ort:

 

Musizierter Protest gezielt ganz genau dort,

 

wo man jedes Leben gewaltsam bedroht -

 

spielt auf Instrumenten gegen den Tod!

 

 

 

Laute fürs Leben stärken den Mut.

 

Am Ort des Geschehens - und sie tun im Kampf gut.

 

Sind wie Verwöhnung und machen bereit,

 

weil sie ermuntern zur richtigen Zeit.

 

 

 

Copyright 2020 Gerd Schinkel

 

 

 

 

 

VERSCHÜCHTERT                                              a/0

 

 

 

Verschreckt, traumatisiert, noch zitternd,           aC

 

wenn sie nur dran denkt.                                      DE

 

Man hatte sie gewarnt, dass                                aC

 

man ihr keinen Glauben schenkt,                        DE

 

wenn sie davon erzählen sollte,                           FG

 

was ihr widerfuhr -                                                  Ea

 

sie war unterwegs,                                                 H7

 

wollt einen Freund besuchen nur.                       E

 

 

 

Werkschutz hielt sie an

 

und gleich auch wurde sie bedroht,

 

gestoßen und geschlagen,

 

geriet ihr Weltbild aus dem Lot.

 

Sie fuhr zur Polizei,

 

suchte mit Anzeige ihr Recht,

 

hatte nicht geahnt, wie

 

schnell zu viel Vertraun sich rächt…

 

 

 

Refrain:

 

Passiert das immer wieder?                     DC

 

Braucht das Lied einen Refrain?             hA

 

Man mag es sich nicht vorstelln.              DC

 

Dann wird’s in der Kehle eng…               hA

 

Wenn dann Protest dagegen                    G

 

völlig wirkungslos verpufft,                        e

 

spürt man auch ein Knie im Nacken       Fd

 

und kriegt keine Luft.                                  Ga

 

 

 

Man zwang sie auf der Wache sich

 

zu entkleiden - und zwar gleich.

 

Wo war sie da gelandet?

 

Im dritten, vierten, fünften Reich?

 

Die Würde ihr genommen,

 

damit sie Ohnmacht spürt,

 

dass sie nie mehr vergisst, wenn

 

sie sich wehrt, wohin das führt….

 

 

 

Man warnt sie, keinem zu berichten,

 

was mit ihr geschehn.

 

Man würde sich entlasten –

 

keiner hätte was gesehn.

 

Beamte, falsch beschuldigt,

 

wüssten immer sich zu wehrn.

 

Offensichtlich darf man nicht

 

zurecht sein Recht begehrn.

 

 

 

Eingeschüchtert und benommen –

 

was war ihr passiert?

 

Was eine Frau, die nur

 

die Polizei aufsucht, riskiert…

 

Wenn sich die Polizei erlauben

 

kann, was da geschehn -

 

wer gibt die Richtung vor, will,

 

dass wir diesen Weg langgehn:

 

 

 

Dem Terror von Sadisten in

 

Uniformen ausgesetzt -

 

und der Minister wirres Zeug

 

von Recht und Ordnung schwätzt.

 

Was wird aus dem Land?

 

Geht man in alter, brauner Spur?

 

Ist da, von RWE gekauft,

 

eine neue Diktatur?

 

 

 

Prügelt jetzt die Polizei

 

Bürgern Vertrauen ein?

 

Polizeifreispruch beweist:

 

Dies muss ein Rechtsstaat sein?

 

Wird – der Ordnung halber –

 

Protestieren untersagt?

 

Ist man schon Bestrafung würdig,

 

wenn man das nur fragt?

 

 

 

Fängt denn nicht so an, was

 

doch angeblich niemand will?

 

Einschüchtern, den Mund verbieten…

 

ist man besser still?

 

Richtet man sich darauf ein,

 

dass sowas halt geschieht?

 

Knüppel auf die Beine, wenn

 

man nicht beizeiten kniet?

 

 

 

Die, die‘s wissen und nichts sagen –

 

wie ist deren Schlaf?

 

Glaubt einer, dass die Polizei

 

sich sowas leisten darf?

 

Wer mag nicht glauben, dass es stimmt.

 

Die Frau steht unter Schock.

 

Wer sagt, dass sie lügt, der hat

 

auf Wahrheit kein‘n Bock.

 

 

 

Wer solche Polizei hat,

 

braucht der einen Waffenschein,

 

zu seiner eignen Sicherheit?

 

Wer lässt ihn nicht allein?

 

Ist man ausgeliefert?

 

Hilflos, wehrlos, ungeschützt?

 

Wem dient die Polizei?

 

Es ist ersichtlich, wem sie nützt…

 

 

 

Copyright 2020 Gerd Schinkel

 

 

 

 

 

NACKTE WÜRDE                                                          H8/2

 

 

 

Des Menschen Würde, die sei unverletzlich.                H8D9G

 

Wortwörtlich steht es so im Grundgesetz.                     H8D9G

 

Solln sich Menschen vor der Polizei entkleiden,          CH8a6G

 

wird das Grundrecht außer Kraft gesetzt.                      DD/CD/HD

 

Wer gibt der Polizei denn die Befugnis?

 

Welche Rechtsgrundlage dies erlaubt? 

 

Ist der Grundgesetzartikel aufgehoben?

 

Wer gestattet, dass sie Würde raubt?               

 

 

 

Wem kann die Polizei die Würde nehmen?

 

Kann sie dir befehlen, zieh dich aus?

 

Ohne Hemmung oder sich dafür zu schämen?

 

Ohne Verdacht, es käme dabei auch was raus?

 

Die Menschenwürde, die ist unantastbar -

 

ohne Einschränkung - wer wohl darüber wacht?

 

Ist sie unbegrenzt durch Polizei belastbar?

 

Kommt abhanden ohne jeglichen Verdacht?

 

 

 

Verliern sie Würde, wenn sich Menschen wehren?

 

Geht sie beim Demonstriern per se verlorn?

 

Muss sich Polizei um keine Würde scheren?

 

Raubt sie Würde, kann ihr nichts passiern?

 

Dass Menschen auf der Wache sich entkleiden?

 

Ist daran wohl der Rechtsstaat interessiert?

 

Aufgegeilte Bullen wolln wir doch vermeiden…

 

Wer Würde anderen nimmt, sie selbst verliert.

 

 

 

Wer schützt vor solchen Polizeiexzessen?

 

Dazu steht nichts im Polizeibericht.

 

Polizeichefs manches wohl vergessen.

 

Und dem, der dies erlebt hat, glaubt man nicht.

 

Welche Macht verleihen Uniformen?

 

Uniformiert ist mancher in die Macht verliebt.

 

Reichen Gesetze, Paragraphen und auch Normen,

 

dass man vor Machtmissbrauch ein‘ Riegel schiebt?

 

 

 

Die Würde ohne Würde zu entwenden,

 

wird das auf Polizeischulen gelehrt?

 

Ist das Methodik, um so zu erzwingen,

 

wogegen ein Mensch berechtigt sich wehrt?

 

Steht dafür eine Anleitung im Lehrplan?

 

Wohl kaum – das ist nur mündlich Theorie.

 

Den Nachweis, dass dies in der Praxis vorkommt,

 

versucht man zu vertuschen, irgendwie.    

 

 

 

Copyright 2020 Gerd Schinkel

 

 

 

 

 

DEFIZITE                                        e/0

 

 

 

Wer hat das entschieden?                e

 

Wer hat „Ja“ gesagt?                      eC-

 

Wer hat unterschrieben?                 D-

 

Zweifel nicht gewagt?                      e

 

Wer hat das befohlen?                    e

 

Gab sein Okay dafür?                    C-

 

Hat grünes Licht gegeben               D-

 

hinter dicker Polstertür?                 e

 

 

 

Wer hat bei wem angerufen?          e

 

Gesagt, es ist soweit?                    C-

 

Hat den Zeitpunkt ausgesucht?      D-

 

War dazu bereit?                            e

 

Hat nicht lange überlegt?               e

 

Gar nicht nachgedacht?                C-

 

Ob er dabei begriffen hat,              D-

 

was er da gerade macht?              e

 

 

 

Refrain:

 

Ist Morschenich gerettet                     C-H8

 

nur als ein Trümmerort,                      a6H8

 

die Beweggründe so niedrig-              C-H8

 

wie bei einem Mord?                          a6H8

 

Wer sich an dem bereichert,             C-H8

 

was man gewaltsam nahm,               a6H8

 

dem fehlt unübersehbar                   a6H8

 

Gewissen, Anstand, Scham.            C-D-e

 

 

 

Wer hat das Verfahren

 

zuerst in Gang gesetzt?

 

Zeigt mit seinem Gebaren,

 

er ist zufrieden jetzt?

 

Was hat ihn bewogen,

 

dass er kein Kopf sich macht?

 

Wer hat ihn ermuntert,

 

dass er das auf den Weg gebracht?

 

 

 

Wer hat wen angewiesen?

 

Und wer wen ausgesucht?

 

Anstoß dafür gegeben?

 

Was nötig war, gebucht?

 

Wer hat wen überredet?

 

Und schließlich überzeugt?

 

Ohne jede Hemmung

 

sich das Recht zurecht gebeugt?

 

 

 

Wer hat das Signal gegeben?

 

Wer ging den ersten Schritt?

 

Wer zeigte nicht ein Zögern?

 

Und ging im Gleichschritt mit?

 

Wer wies aus Überzeugung

 

den Weg aufs falsche Ziel?

 

Hielt die Entscheidungsfindung

 

für eine Art Gesellschaftsspiel?

 

 

 

Vertreibung aus der Heimat?

 

Mit Gewalt verjagt!

 

Und kriminalisiert

 

jeden der sich zu wehren wagt…

 

In blauen Uniformen

 

aufmarschiert die Repression –

 

Söldner, Büttel, Marionetten

 

dem Gesetz zum Hohn.

 

 

 

Die Buchstaben verbergen

 

anonym jedes Gesicht.

 

Wer Leid aus Gier verursacht

 

sieht sich nicht so gern im Licht.

 

Einer duckt sich hinterm andern

 

beim kriminellen Dreh -

 

Macht wird demonstriert

 

im Syndikat NRWE

 

 

 

Wer sagt, er war’s gewesen?

 

Dass man ihn von den andern trennt?

 

Wird der Vorstand eingekesselt,

 

bis man alle Täter kennt?

 

Wird zur Abschreckung auch ihnen

 

ein Denkzettel verpasst?

 

Aus der Gefang‘nensammelstelle

 

gleich in Untersuchungsknast?

 

 

 

Copyright 2020 Gerd Schinkel

 

 

 

 

 

ZUKUNFTSAGENTUR

 

 

 

Wir kümmern uns für euch um alle Fachgebiete.         aF-

 

Zuallererst um unsere Profite und Rendite.                   GE

 

Das machen wir dann auch am liebsten ganz allein –  aF-

 

dann redet auch keiner von euch uns dabei rein.         GE

 

Wir wollen schließlich im Revier ja was bewegen.        FGEa

 

Da müssen sich dann auch nicht allzu viele regen.      FG

 

Wir sind in jeder Hinsicht sowieso versiert,                    Ea

 

und entscheiden ganz allein was hier passiert.             FGa

 

 

 

Wir informiern die Bürger allenfalls pro forma.

 

Lieber steigern wir Profite viel enorma…

 

Und reden viel zu viele durcheinander mit,

 

macht die Regierung für uns erst mal einen Schnitt.

 

Wir haben hier ja nun die „Zukunftsagentur“ -

 

So ist die RWE-Beteiligungs-Kultur.

 

Dass die Regierung uns die Sache überlässt,

 

das feiern wir im Anschluss im internen Fest.

 

 

 

Wir stoßen dabei an mit unser‘n Aufsichtsräten.

 

Politiker sind immer knapp mit den Diäten.

 

Wir schieben ihnen heimlich zusätzlich was hin -

 

das lohnt sich, schmälert es bei uns auch den Gewinn.

 

So könn wir den Prozess der Planung selbst gestalten,

 

auf den Fördertöpfen selbst die Hand draufhalten.

 

Wenn die Regierung, so wie wir es wolln, regiert,

 

wird gar nichts, was uns schaden könnte, finanziert.

 

 

 

Wir wolln doch so, wie‘s war, auch weiter dominieren.

 

Es soll sich hier von uns kein Ort emanzipieren!

 

Tun alle, was wir sagen, gibts keinen Konflikt.

 

Wir sind ja umgänglich, unkompliziert gestrickt…

 

Kommt uns bei unsern Plänen niemand in die Quere,

 

zeigen wir keinem, was wir täten, wenn‘s so wäre…

 

Wer sich nicht mit uns arrangiert, Widerstände wagt,

 

wird, schaut mal in die Dörfer, gnadenlos verjagt.

 

 

 

Copyright 2020 Gerd Schinkel

 

 

 

 

 

EINZELFALLLITANEI                                                                C/0

 

 

 

Ihr rügt, verurteilt man pauschal die Polizei                              CGaa/G

 

Und singt von Einzelfällen die alte Litanei,                                FD9G

 

doch schmeißt einer aus nem Baum im Hambi Kot,                CGaa/G

 

seid ihr von allen Demonstranten gleich bedroht.                    FGC

 

Menschen, die anders aussehn, stehn gleich in Verdacht       CGaa/G

 

sie hätten irgendwas Verbotenes gemacht.                              FD9G

 

Wenn Menschen anders aussehn, denkt ihr ziemlich schnell,  CGaa/G

 

das wären Drogendealer: Alle kriminell…                                 FGC

 

 

 

Refrain:

 

Warum gibts Einzelfälle denn nur bei den Rechten,                EF

 

und bei den Linken sammeln sich stets alle Schlechten?        DG

 

Nein, ihr wollt im Grunde gar nicht diff‘renziern,                      EF

 

sondern einfach eure Macht nur nicht verliern.                       CGC

 

 

 

Ihr pickt euch willkürlich heraus, die euch missfalln,

 

stoßt die mit Anlauf, dass sie auf den Boden knalln.

 

Kniet euch zu zweit oder zu dritt dann auf sie drauf,

 

sind sie längst hilflos, hört ihr trotzdem noch nicht auf.

 

Ihr schlagt mit Knüppel zu, wie man euch beigebracht.

 

Man hat euch ganz genau gezeigt, wie man es macht,

 

und hinterher erzählt ihr, das ist ziemlich klar,

 

so sei es nie gewesen, dass es anders war...

 

 

 

Ihr tragt martialisch Uniform mit Helm und Schild,

 

werdet gefährlich je nach eurer Laune wild.

 

Wer hat euch beigebracht, euch sei alles erlaubt?

 

Hat euern Anstand irgendeiner mal geraubt?

 

Verlangt Respekt, den ihr verweigert, ohne Grund –

 

In eurer Ausbildung ging es wohl ziemlich rund.

 

War die bei Lukaschenko? Putin? Erdogan?

 

Seid ihr zur Schulung zu Experten hingefahrn.

 

 

 

Wir merken uns, wer sich jetzt schützend vor euch stellt,

 

nicht mal zur Sicherheit genügend Abstand hält,

 

nicht will, dass man mit Sorgfalt unabhängig fragt,

 

woher das kommt, was man so scheinheilig beklagt.

 

Gegen ne Untersuchung aus der Wissenschaft

 

wehrt ihr euch laut und heftig und mit aller Kraft.

 

Könnt sein, dass euer Kartenhaus zusammenkracht –

 

Und euch selbst klar wird, ihr habt alles falsch gemacht.

 

 

 

Copyright 2020 Gerd Schinkel

 

 

 

 

 

SATTER RECHTSDRALL                                                C/0     

 

 

 

Wir habn die Polizei mit Rechtsdrall gründlich satt.     CGCC7

 

Zeit, dass die Anonymität ein Ende hat,                         FCC/

 

Keine Gewalt mehr gegen die, die anders sind,           FCA

 

Misstrauen aufhört und vielleicht Vertraun beginnt.     DD7GG7

 

Wir wolln nicht, dass sich Polizei rassistisch zeigt,      CGCC7

 

Nazis, verharmlost, kameradschaftlich verschweigt,   FE

 

kein Recht verletzt und Paragrafen ignoriert,                FCHxBxA

 

dass man Vertrauen in die Polizei verliert.                     DGC

 

 

 

Refrain:

 

Schonungslose Aufklärung –                    F

 

die Botschaft hör ich wohl -                       C

 

Allein, mir fehlt der Glaube –                    F

 

Reuls Gewäsch war zu oft hohl.              GG7

 

Gnadenlose Säuberung,                           FC

 

die wär jetzt angesagt:                              HxBxA

 

Uniform mit Namensschild, dass             DG

 

keiner Rechtsbrüche mehr wagt.             G7C

 

 

 

Die Polizei braucht keine Anonymitäter,

 

die Recht zurecht sich biegen, früher oder später,

 

Vorurteile pflegen, mit Schlagstock, Pfeffergas,

 

gezielt sich Opfer suchen mit unverhol’nem Spaß.

 

Die Polizisten darf keinem Unschuldigen drohn,

 

keinem Angst einjagen, quäln mit Spott und Hohn,

 

ohne Mitleid demütigen, gnadenlos im Hass

 

sind Menschen ohne Heimat, ohne Pass.

 

 

 

Wie‘s weiter geht? Wer untersucht die Polizei?

 

Wer wäscht sie vom Rechtsextremismus-Vorwurf frei?

 

Steht der Verfassungsschutz genauso in Verdacht?

 

Weiß Reul. wie man bei denen seine Arbeit macht?

 

Indizien werden beflissen ignoriert,

 

Beweise untern Tisch gewischt, als wäre nichts passiert.

 

Das Resümee wird dann der Presse vorgestellt,

 

höchstens ein Bauernopfer man für nötig hält.

 

 

 

Vielleicht wärn Wistleblower die, die man jetzt braucht.

 

Jemand, der tief in die Strukturensümpfe taucht,

 

der mal die Leichen aus dem Keller holt, ans Licht –

 

wer regelmäßig Recht und die Gesetze bricht.

 

Wer in der Hierarchie drückt beide Augen zu?

 

Wer hält die Klappe, fürchtet nur um seine Ruh?

 

Wer fürchtet, dass man ihn vor Mobbing nicht beschützt,

 

wenn er den Sumpf mal auszutrocknen, unterstützt.

 

 

 

Copyright 2020 Gerd Schinkel

 

 

 

 

 

VIER HAKEN AN DER SACHE

 

 

 

Hunderte von Fällen, mit dringendem Verdacht:                      aDxC Ga

 

Untersucht bis feststeht, da hat keiner was gemacht.             aDxCGa

 

Ermittlungen verlaufen zu Hunderten im Sand.                        aGdE

 

Angeklagt wird keiner, weil man nun mal nichts fand.              aDxCGa

 

 

 

Was denn für Symbole? Wer hat was gesehn?

 

Man kann auch mit Absicht alles missverstehn...!

 

Mit Faschisten chattet man und weiß dann, wie das geht.

 

Und man sieht, wer treu zu seiner Überzeugung steht.

 

 

 

Refrain:

 

Die Haken an der Sache                           H7e

 

sind an einem Kreuz gleich vier.              CH7

 

Und wer sich davon locken lässt,             Ce

 

gehört raus vor die Tür.                             H7e

 

Wer in braunen Sumpf schaut,                 H7e

 

kann nur Eisbergspitzen sehn –               CH7

 

Was unten tief verborgen,                         Cd

 

lässt sich nicht nach oben drehn…          H7e

 

 

 

Wer hat wen getroffen, war mit wem wobei?

 

Die haben nur gesoffen - war doch nix dabei…

 

Und nach ein paar Bierchen geschieht halt was geschieht:

 

Fröhlicher Gesang, das eine oder andere Lied…

 

 

 

Sprücheklopfer klopfen eben Sprüche, ist doch wahr...

 

Nazis gabs ja immer, sind schon ewig da.

 

Die falln unter all den andern gar nicht auf…

 

Wenn sich ein paar zeigen, regt euch doch nicht auf…

 

 

 

Nicht jeder, der mitchattet, sagt Reul, ist ein Extremist…

 

Sogar Herbert Reul weiß nicht, wer einer ist…

 

Er bläst, so wie Seehofer, seine Backen auf:

 

Wenn die Rechten Linke prügeln, nehm‘ wir das in Kauf…

 

 

 

Strukturen abgestritten, absichtlich weggeblickt,

 

Verharmlosung geleugnet, anstatt dass man erschrickt.

 

Nach rechts fast blind gezwinkert, als ob da gar nichts wär.

 

Untersuchung abgeblockt - man weiß lieber nicht mehr.

 

 

 

Hunderte von Fällen, viele überprüft -

 

und die Überprüfer wurden sicherlich gebrieft -

 

bis dabei herauskam, was herauskomm‘ soll -

 

Rechtsextreme bei der Polizei gibts nicht - jawoll...

 

 

 

Und sollte es sie geben, dann werden sie entfernt.

 

Angeblich hat die Polizei ihre Lektion gelernt.

 

Das Problem ist nur: Man viel zu gerne übersieht,

 

was in Kameradschaft bei der Polizei geschieht...

 

 

 

Ein leichtfertiger Freispruch setzt die Aufarbeitung aus –

 

Bei Aufklärung und Säuberung kommt dann nichts mehr heraus.

 

Erschüttertes Vertrauen verliert sich dauerhaft,

 

wird es nicht zurückerkämpft mit Einsatz aller Kraft.

 

 

 

Polizeistrukturen von Faschistenbrut durchsetzt,

 

ein brauner Bodensatz, von neuen Nazis aufgehetzt.

 

Mögen die auch jung sein, wissen sie doch, was sie tun

 

in euren Uniformen – was befehlt ihr ihnen nun? 

 

 

 

Copyright 2020 Gerd Schinkel

 

 

 

 

 

WIDERSTAND BEGINNT ZUHAUS                               e/4

 

 

 

Hast du mit Vernunft und mit Verstand,                         e

 

was richtig und was nötig ist erkannt,                             a6

 

tritt auch überzeugend dafür ein.                                    D-

 

Dann merkst du auch, du bist nicht allein.                     H7

 

Erkennst du, andere denken so wie du,                         CH7

 

dann zöger nicht, denn du gehörst dazu.                       eF#xG

 

Überwind dich, mach den ersten Schritt                         aa/Ga/D

 

und bleibe nicht am Rande stehen und geh mit.          eD9G

 

 

 

Refrain.

 

Der Widerstand beginnt zu Haus,                                   CDe

 

doch darf er da nicht bleiben - er muss raus.                a6D9G

 

Lass ihn draußen auf der Straße sehn -                        CDe

 

und bremst dich einer, musst du widerstehn.               aH7e

 

 

 

Wenn sich dir einer in die Quere stellt,

 

weil er von deinem Widerstand nichts hält,

 

zeig ihm, dass du dich nicht bremsen lässt:

 

Halt an deiner Überzeugung fest.

 

Gib nicht ohne Widerstand klein bei,

 

als ob dir der Protest nicht wichtig sei.

 

Bleib dabei, denn es kommt auf dich an,

 

dass man sich auf dich verlassen kann.

 

 

 

Wenn dir jemand lautstark widerspricht,

 

egal, was du auch sagst, er glaubt dir nicht,

 

wenn er dich nicht wirklich überzeugt,

 

bleib bei deiner Meinung ungebeugt.

 

Wichtig ist, dass du dich nicht versteckst,

 

gegen Unrecht aufstehst und dich reckst,

 

das machst, was dir dein Gewissen rät.

 

Wenn du zu lang wartest, ist zu spät.

 

 

 

Copyright 2020 Gerd Schinkel

 

 

 

 

 

GRÜNDONNERSTAGSERFAHRUNG   G/2

 

 

 

Ich hab zum ersten Mal                             Gh

 

mit 18 Jahren demonstriert.                      CD9

 

Da war was, was ich damals                    Gh

 

sehr schrecklich fand, passiert:                aD

 

Es gab auf einen netten Mann                 Gh

 

ein böses Attentat,                                      Ca

 

und beinah schien es so,                          Ge

 

als interessiert das nicht den Staat.         CD

 

 

 

Was damals geschah

 

an einem Gründonnerstag,

 

das hat mich aufgewühlt

 

und mich erschüttert bis ins Mark.

 

Das hat mich geprägt,

 

ein Leben lang politisiert –

 

Ich weiß es immer noch,

 

als wär es gestern erst passiert

 

 

 

Der Mann hieß Rudi Dutschke,

 

war damals ein Student,

 

den man sogar noch heute

 

nach ein paar Jahrzehnten kennt.

 

Er hat, was falsch im Land lief,

 

klar und eindringlich erklärt,

 

damit man es nicht länger                         Ge

 

hinnimmt, sich dagegen wehrt.                CDG

 

 

 

Also weg mit der Schlafmütze,                 D

 

zeitig aufgewacht,                                    G

 

auf die Straße raus                                  D

 

und nicht gezögert, mitgemacht.              G

 

Wann hat je ein Schnarchsack                 e

 

es zu irgendwas gebracht?                      C

 

Die Welt wird von allein nicht besser        A

 

nach durchschlaf‘ner Nacht.                     D

 

Warte nicht darauf,                                  CG

 

dass es ein anderer für dich macht.        D9G

 

 

 

Protestieren ein paar Leute,

 

dann tun sie das auch für dich.

 

Lähm dich nicht, indem du sagst,

 

das interessiert dich nicht.

 

Es geht auch um dich,

 

wenn es um unsere Zukunft geht -

 

wenn du weiterschläfst, dann

 

ist es irgendwann zu spät.

 

 

 

Regierungen, die Machtgier

 

zeigen, sind eine Gefahr,

 

auch wenn sie behaupten,

 

das sei doch gar nicht wahr.

 

Wer von Macht besessen ist,

 

der scheut auch keinen Krieg.

 

Auf Waffen nur gestützt,

 

erringt nie ein Tyrann den Sieg.

 

 

 

 

 

Konzerne wolln Gewinne –

 

damit meinen sie Profit.

 

Um den zu garantiern,

 

wolln sie entscheiden, was geschieht.

 

Sie legen manchen Ehrgeizlingen

 

Nasenringe an,

 

und wenn einer nicht das macht,

 

was er tun soll, ziehn sie dran. 

 

 

 

Willst du überleben,

 

 aber läuft da etwas schief,

 

bleib nicht abseits, wenn um

 

Hilfe dich das Leben rief.

 

Guck nicht weiter zu und bleib

 

nicht länger nur am Rand.

 

Ob sich was verändert,

 

hast du selber in der Hand.

 

 

 

Copyright 2020 Gerd Schinkel

 

 

 

 

 

WECKRUF

 

 

 

Fragst du vor dem Einschlafen

 

als aufgewecktes Kind:

 

„Sag, wie werden wir denn alle,

 

das, was wir so sind?

 

Sagt einer, sei du Mama,

 

sei du Papa, irgendwann?

 

Wenn ich das nicht werden will,

 

sag mal, was mach ich dann?“ -

 

 

 

„Wenn du etwas werden möchtest,

 

sei beim Auswähln schlau.

 

Was das aus dir machen könnte,

 

überleg genau.

 

Was kann das für Folgen haben,

 

das behalt im Blick,

 

und erwäge, was du werden

 

könntest, mit Geschick.“

 

 

 

„Nehmen wir mal an,

 

du landest bei der Polizei,

 

bist beim Einsatz gegen

 

Demonstranten mit dabei,

 

gibst aber im Grunde doch

 

den Demonstranten recht,

 

hältst, dass du ihr Demonstriern

 

erschweren sollst, für schlecht...

 

 

 

Keiner muss was werden,

 

unterliegt gar keinem Zwang.

 

Wer wird, was er sein will,

 

der folgt dabei seinem Drang.

 

Niemand ist genötigt, dass er

 

was ganz Bestimmtes wird,

 

muss es auch nicht bleiben,

 

merkt er, er hat er sich geirrt.“

 

 

 

„Wenn du in den Spiegel schaust,

 

und du gefällst dir nicht.

 

Zeigt dein Anblick, du hast

 

kein zufriedenes Gesicht,

 

weil du dauernd tun musst,

 

was du eigentlich nicht magst,

 

du es aber trotzdem machst,

 

und nichts dagegen sagst… -

 

 

 

Sieh dir in die Augen

 

und dann komm zu dem Entschluss,

 

dass doch niemand Unerträgliches

 

ertragen muss.

 

Sag dir, jetzt ist Feierabend!

 

Das ist jetzt vorbei.

 

Das wird dich erleichtern

 

und du fühlst dich richtig frei.“

 

 

 

„Hast du, was du geworden bist,

 

dir so nicht vorgestellt,

 

sag, was hindert dich zu ändern,

 

was dir nicht gefällt?

 

Lamentier nicht endlos

 

über das, was dir so stinkt,

 

weil das ganze Lamentieren

 

doch allein nichts bringt…

 

 

 

Willst du was erreichen,

 

dann geh auch den ersten Schritt.

 

Brauchst du dafür vorher

 

in den Hintern einen Tritt?

 

Dreh dich, weil man dann

 

den Hintern besser treffen kann –

 

kommst vielleicht tatsächlich

 

danach wirklich auch voran…“

 

 

 

„Was aus einem wird,

 

entscheidet jeder selbst für sich.

 

Weißt du, was du werden willst,

 

betrifft das ja nur dich.

 

Es geht um dein Leben,

 

wie es dir im Leben geht,

 

wie du durch das Leben kommst –

 

und es ist nie zu spät.

 

 

 

Frag dich immer wieder,

 

ob du sein willst, wie du bist.

 

Willst du das nicht ändern,

 

was dir nicht erträglich ist?

 

Nimm dich nicht so hin, willst du

 

so, wie du bist, nicht sein.

 

Sag dir nicht dein Leben lang,

 

du wärst noch viel zu klein…“

 

 

 

Copyright 2020 Gerd Schinkel

 

 

 

 

 

DIE IM-GRABE-DREHUNG

 

 

 

Karl der Tote liegt im Aachner Dom im Grab.

 

Könnt er noch denken, dächt‘ er: „Gut, dass ich das hab.

 

So’n kleiner Mann sagt heut, dass ich sein Vorfahr wär‘ -

 

Wo ist der abgehaun? Wo kommt der wohl her?

 

Vielleicht saß der zu lange auf ner harten Bank,

 

Was der für Lücken hat in seinem Tassenschrank.

 

Ist der grad nicht so, wie er‘s gerne wär‘, beliebt,

 

dass man für den jetzt sogar Wahlen schon verschiebt…“

 

 

 

„Einhard, kannst du nicht die Sache klären –

 

und dieses Kerlchen eines Besseren belehren…“

 

 

 

„Warum fährt der auch gerade jetzt zum Papst nach Rom?

 

Schafft der denn nix mal ganz alleine, autonom?

 

Braucht der von irgendwem denn immer Rückenwind?

 

Sieht der nicht, wie dünn seine Potentiale sind?

 

Die Fähigkeit zur Selbsteinschätzung liegt dem fern -

 

und deshalb will der, was er gar nicht kann, auch gern.

 

Will der tatsächlich, dass dies Land kein Schaden nimmt,

 

kann er nicht wollen, dass er irgendwas bestimmt.“

 

 

 

„Wenn der tatsächlich auf den hohen Posten drängt,

 

und will, dass er das Schicksal dieses Landes lenkt -

 

falls der mein Nachfahre als Sachsenschlächter wär‘ -

 

von dieser Sorte braucht man heute keinen mehr.

 

Den Bürgewald hab ich auf ewig zugesagt,

 

als Arnold mich vor seinem langen Ritt gefragt.

 

Die Rede war nicht von nem Loch oder nem See –

 

Wer bricht mein Wort heut für Profit von RWE?“

 

 

 

Wenn‘s Armin wirklich in Karls große Stapfen zieht,

 

wird‘s Zeit, dass endlich in Karls Sinne was geschieht:

 

Vom Bürgewald der kleine Rest bestehen bleibt,

 

nicht RWE noch die Zerstörung weitertreibt.

 

Wenn nicht ein Nachfahr‘ heut Karls Zusage verdreht,

 

muß was geschehen, dass die Rettung voran geht.

 

Läuft keine Grundwasserabsenkungspumpe mehr,

 

vielleicht der Bürgewald doch noch zu retten wär‘.

 

 

 

Copyright 2020 Gerd Schinkel

 

 

 

 

 

DURCHBRUCH

 

 

 

Ein Durchbruch ist beim Tunnelbau was Gutes.

 

Dann hat man‘s durch den Untergrund geschafft,

 

sich durchgebohrt, die Strecke frei gegraben

 

und feiert das mit Sekt und nicht mit Saft.

 

Wer miteinander stundenlang verhandelt,

 

den Durchbruch irgendwann erschöpft erreicht,

 

Das eigne Ziel wird dabei oft verschandelt -

 

beim Kompromiss man immer ja was streicht.

 

 

 

Ein Durchbruch ist beim Blinddarm etwas Fieses

 

ein Ernstfall, recht gefährlich und riskant.

 

Man muss in solchem Fall rasch operieren,

 

denn oft wird er nicht früh genug erkannt.

 

Will man einen zu kleinen Raum vergrößern,

 

und denkt, die eine Wand, die muss da weg,

 

dann nimmt man gutes Werkzeug in die Hände,

 

das erfüllt beim Durchbruch seinen Zweck.

 

 

 

Die Tür, vor der man wartet, ist geschlossen,

 

man weiß nicht, was dahinter grad passiert,

 

dann muss man eben nachschaun, was da vorgeht -

 

ein Durchbruch, nur damit man nichts riskiert.

 

Was Sinnvolles will einfach nicht gelingen…

 

Verringer‘ ohne Durchbruch die Gefahr:

 

will auf Atomstrom Belgien nicht verzichten -

 

wär‘s sicherer, wärn Brennstäbe nicht da….

 

 

 

Wer hoch genug sich an nen starken Ast hängt

 

und steckt den Kopf durch einen dicken Strick,

 

der steht so schnell wohl nicht mehr auf den Beinen

 

auch ein Durchbruch - diesmal im Genick.

 

Bricht durch, was doch an einem Stück mal gut war,

 

und hat man dann zwei Teile in der Hand,

 

ist mit der Einsicht, das war schlecht, oft Wut da –

 

deshalb nutzt besser vorher den Verstand.

 

 

 

Copyright 2020 Gerd Schinkel

 

 

 

 

 

Ab Montag

 

 

 

Ich weiß, es ist gefährlich.

 

Ich weiß es ist riskant.

 

Schließlich wird gewarnt

 

überall im ganzen Land.

 

Niemand wird ja wollen,

 

dass Schlimmeres passiert,

 

dass man irgendwann,

 

was einem wichtig ist, verliert…

 

 

 

Ich weiß ja, das ist alles nur,

 

damit es sicher bleibt.

 

Doch ich finde auch,

 

dass man inzwischen übertreibt.

 

Das ist nicht mehr verhältnis-

 

mäßig, ohne Relation -

 

Ich kenn keinen, der es hatte –

 

was riskier ich schon…

 

 

 

Refrain:

 

Aber ab Montag, ab Montag

 

ab Montag halt ich mich vielleicht auch dran…

 

ab Montag, ab Montag,

 

weil das ab Montag teuer werden kann.

 

Denn ab Montag, ab Montag,

 

ab Montag gilt doch erst dann das Verbot.

 

Ab Montag, ab Montag,

 

wegen der Ansteckung, die uns angeblich droht.

 

 

 

Bange machen gilt nicht –

 

Panik wird geschürt.

 

Geht das weiter so, wer weiß

 

wohin das dann noch führt…

 

Das kann im Ernst nicht bleiben,

 

weil es niemand mehr erträgt,

 

und sich das auf die Stimmung,

 

die Gesundheit niederschlägt.

 

 

 

Das kann doch so nicht laufen,

 

das ist nicht konsequent,

 

dass man all die Folgen

 

einfach gar nicht klar benennt.

 

Denkt denn keiner weiter?

 

Denkt denn keiner nach?

 

Ist denn nicht vernünftiger,

 

was dem widersprach?

 

 

 

Ich lass mich nicht verwirren,

 

lass mich nicht irritiern.

 

Die solln mich nicht verunsichern

 

und endlich mal regieren -

 

nicht alle durcheinander,

 

sondern klar und strickt,

 

und nicht nur, was Experten

 

sagen, einfach abgenickt…

 

 

 

Das geht jetzt viel zu weit,

 

das ist ja schon ne Diktatur!

 

Wie schütz ich die Gesundheit

 

und wie meine Freiheit nur?

 

Will beides nicht verlieren

 

und machen was ich will.

 

Machst du mir mein Gewissen schlecht,

 

dann reagier ich schrill.

 

 

 

Geh mir nicht auf den Senkel.

 

Geh mir nicht auf den Geist.

 

Ich glaub nichts Offensichtliches,

 

wenn keiner es beweist.

 

Ich kenn ja die Statistik –

 

wo komm‘ die Zahlen her?

 

Und? Was fällt dir auf?

 

Überleg mal – denk mal quer…

 

 

 

Wer hat ein Interesse

 

 daran zu manipuliern?

 

Wer zieht daraus Nutzen

 

und wer kann dabei verliern?

 

Siehst du nicht, was auf der Hand liegt,

 

du nicht leugnen kannst?

 

Wenn du das bestreitest,

 

du den Bogen überspannst.

 

 

 

Ist Freiheit, die ich meine,

 

auch die Freiheit, die du meinst?

 

Schau mal, mit wem du dich

 

Freiheit fordernd da vereinst.

 

Sind es nicht die ersten,

 

die die Freiheit einkassiern,

 

lässt man sie gewähren,

 

lässt man sie sogar regiern.

 

 

 

Was ist das für ein Virus?

 

Er hat viele schon befalln.

 

Der Glaube an Verschwörungen

 

wird nicht geteilt von alln.

 

Mancher wahrt Gelassenheit

 

und macht das, was in schützt,

 

und glaubt kein Geschrei,

 

das nur Rattenfängern nützt.

 

 

 

Copyright 2020 Gerd Schinkel

 

 

 

 

 

ZWEITE REIHE                                                                  A/2

 

 

 

Manche Straße in der Stadt,                                         a

 

 in der ich gerne leb, erkenn ich heut nicht mehr.         A

 

Anders jetzt als früher                                                   E

 

stehn heut viele Läden schon ne Weile leer.                 A

 

Wenn ich dran vorübergeh,                                           D

 

denk ich manchmal, wenn’s doch wie früher wär.        DA If#

 

brächt doch jemand echtes Leben,                                h

 

so wie’s mal gewesen, wieder her.                                EA

 

 

 

Man müßt die Mieten doch nur

 

so tief senken, dass sie leicht bezahlbar wärn.

 

Muss sich doch nicht lautstark

 

über zugeklebte Schaufenster beschwern.

 

Sind Mieten unbezahlbar

 

bleiben Läden eben unvermietbar leer -

 

wärn die nicht so hoch, zögen

 

vielleicht auch wieder Fachgeschäfte her.

 

 

 

Refrain:

 

So wie’s gewesen ist lange her.                                   DEA

 

Heul nicht am Tresen - so wird’s nicht mehr.                EA

 

Mach dir die Gegenwart nicht selber schwer                DEAf#

 

Glaub nicht, wär‘s so wie früher, alles besser wär…   DEA

 

 

 

Dönerläden, Kopie-Shops,

 

Nagelstudios gibst schon genug.

 

Mehr davon in diesem Viertel

 

wäre unternehmerisch nicht klug.

 

Warum nicht ne Buchhandlung,

 

 ein Schreibwarengeschäft, ne Drogerie,

 

ein Metzger und ein Spielzeugladen…

 

frag ein Kind, meinst du, den braucht man nie…

 

 

 

Frag mich nicht: „Wieso: Schau mal,

 

der Onlinehandel läuft doch wie geschmiert!“

 

Man könnt doch alles kaufen,

 

und es würd bis vor die Haustür transportiert…

 

Wohin mit dem Abfall, der

 

Verpackungsmüll wird immer mehr und mehr…

 

Styropor zur Füllung

 

 von Kartons, die wären sonst dreiviertel leer…

 

 

 

Früher ging ich in die

 

alte Kneipe selten freiwillig hinein.

 

Ohne Atmosphäre,

 

ungemütlich lud sie nicht zum Bleiben ein.

 

Jetzt ist da ein Privatarzt drin,

 

auch die Post ist schon ne Zeit lang dicht.

 

Die Sparkasse hat zu. Such

 

keinen Blumenladen, denn den gibts hier nicht…

 

 

 

Ich überleg, ob ich mir irgendwann

 

die Haare online schneiden lass…

 

Zurück vom Einkauf such ich

 

nach ner Parklücke, in die ich grad so pass…

 

Der Lieferant vom Onlinehandel

 

parkt in zweiter Reihe vor der Tür.

 

Gestern war ich grad nicht da,

 

heute will er leider nicht zu mir….

 

 

 

Copyright 2020 Gerd Schinkel

 

 

 

 

 

VON GUTEN MÄCHTEN                         C/0      CGaeFCGC

 

 

 

Von guten Mächten treu und still umgeben,      CGae

 

behütet und getröstet wunderbar,                      FCG

 

so will ich diese Tage mit euch leben                 CGae

 

und mit euch gehen in ein neues Jahr.              FGC

 

 

 

Von guten Mächten wunderbar geborgen,        CGae

 

erwarten wir getrost, was kommen mag.            FG

 

Gott ist bei uns am Abend und am Morgen       CGae

 

und ganz gewiss an jedem neuen Tag.              FCGa

 

 

 

Noch will das alte unsre Herzen quälen,

 

noch drückt uns böser Tage schwere Last.

 

Ach Herr, gib unsern aufgeschreckten Seelen

 

das Heil, für das du uns geschaffen hast.

 

 

 

Und reichst du uns den schweren Kelch, den bittern

 

des Leids, gefüllt bis an den höchsten Rand,

 

so nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern

 

aus deiner guten und geliebten Hand.

 

 

 

Doch willst du uns noch einmal Freude schenken

 

an dieser Welt und ihrer Sonne Glanz,

 

dann wolln wir des Vergangenen gedenken,

 

und dann gehört dir unser Leben ganz.

 

 

 

Lass warm und hell die Kerzen heute flammen,

 

die du in unsre Dunkelheit gebracht,

 

führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen.

 

Wir wissen es, dein Licht scheint in der Nacht.

 

 

 

Wenn sich die Stille nun tief um uns breitet,

 

so lass uns hören jenen vollen Klang

 

der Welt, die unsichtbar sich um uns weitet,

 

all deiner Kinder hohen Lobgesang.

 

 

 

Von guten Mächten wunderbar geborgen,        CGae

 

erwarten wir getrost, was kommen mag.            FG

 

Gott ist bei uns am Abend und am Morgen       CGae

 

und ganz gewiss an jedem neuen Tag.              FGEa

 

und ganz gewiss an jedem neuen Tag.              FGC

 

 

 

Dietrich Bonhoeffer, Von guten Mächten, in seinem Brief an Maria von Wedemeyer aus dem Kellergefängnis des Reichssicherheitshauptamts in Berlin, Prinz-Albrecht-Straße, 19. Dezember 1944.    Vertonung von Siegfried Fietz

 

CD 16   Die Links zu den einzelnen Liedertexten

 

 

Lebenslaute

 

 

Verschüchtert

 

 

Nackte Würde

 

 

Defizite

 

 

Zukunftsagentur

 

 

Einzelfalllitanei

 

 

Satter Rechtsdrall

 

 

Vier Haken an der Sache

 

 

Widerstand beginnt zu Haus

 

 

Gründonnerstags-Erfahrung

 

 

Weckruf

 

 

Die Im-Grabe-Drehung

 

 

Durchbruch

 

 

Ab Montag

 

 

Zweite Reihe

 

 

Von guten Mächten (Dietrich Bonhoeffer)