PERFIDIE

 

 

 

Als Spielzeuge verkappt Bomben,

 

täuschend echt der Teddybär,

 

vergiftet eingepackte Kekse –

 

wer‘s nicht erkennt, greift gern nach mehr.

 

Wer dies verschenkt, verteilt, verbreitet,

 

will, dass man Furcht und Schrecken spürt,

 

will das Entsetzen wach erhalten,

 

das so den schieren Wahnsinn schürt.

 

 

 

Landminen, verteilt am Boden,

 

auf Straßen, Wegen ausgelegt,

 

arglose Passanten mordend –

 

wer auf sie tritt, sich nicht mehr regt.

 

Zum Mord bestellt ein Friedhofsacker –

 

hier fängt der Weg zur Hölle an…

 

Strategisch Zivilisten schlachten –

 

kein Mensch sowas befehlen kann!

 

 

 

Refrain:

Heimtücke taktisch angewendet:

Man tarnt und täuscht zum bösen Zweck,

nennt Arglist hier als Form „strategisch“,

und setzt brutal auf Angst und Schreck.

 

 

 

Ein Krankenhaus als beste Tarnung,

 

um Mordwerkzeug zu produziern,

 

in Gängen tief unter der Klinik –

 

Warum sich mit Gewissen ziern?

 

Es heilig Zweck ein jedes Mittel,

 

das sich abartig selbst empfiehlt.

 

Hauptsache, es wird so erreichbar,

 

auf was man hinterlistig zielt…

 

 

 

Sicher darf man sich verbergen…

 

Doch wer in Schulen sich versteckt,

 

und dann von dort Raketen feuert,

 

drauf hofft, dass man ihn nicht entdeckt.

 

Wer Geiseln nimmt als seinen Schutzschild

 

für Mord und Terror, den man streut,

 

in Eiseskälte plant Vernichtung,

 

skrupellos und ungereut.

 

 

 

Rechtfertigung wär unvorstellbar,

 

unbegreiflich ein Motiv,

 

nicht ein Grund wär nachvollziehbar,

 

allein man nach Vergeltung rief.

 

Die Zahl der Opfer wächst gigantisch,

 

weil man perfide sich verbarg -

 

Auch mittelbar verübter Terror

 

bringt Menschen schuldlos in den Sarg.

 

 

 

Wer Mörder jagt, die sich verbergen,

 

buchstäblich über Leichen geht.

 

Sich ungezügelt wütend wehren

 

ein Opfer rasch zum Täter dreht.

 

Verbrecher weisen auf den Unhold,

 

ein Finger vor und drei retour –

 

Mit Lügen überdeckt man Fakten,

 

Wahrheit kommt im Krieg nicht vor.

 

 

 

So ist ein Krieg, ohne Erbarmen,

 

und Konventionen nur Papier,

 

und so erlaubt sich jede Seite

 

dies Vorgehn dort, das andere hier.

 

Verboten ist zu unterliegen –

 

was dies verhindert, ist erlaubt –

 

Verloren hat von Anfang an schon,

 

wer im Krieg an Gnade glaubt.

 

 

 

Bekriegen sich mit Terroristen,

 

ist militärisch frei von Sinn –

 

Weil sie sich keinem Kriegsrecht fügen,

 

und Sieg ist mehr als nur Gewinn.

 

Es geht um überhöhte Ziele,

 

für die man sich dem Tode stellt,

 

Gewinnen kann nur der, der sich

 

dem Tod entzieht, im Leben hält

 

 

 

© 2023 Gerd Schinkel