STELL DICH AN BEI WAM

 

Stell dich an bei Wam, dem Küchenmann -

du kommst irgendwann mit dem Teller dran,

und den machst du dir mit der Kelle voll -

Wam weiß, was er kocht und wie es schmecken soll…

Für dreißig, fünfzig, hundert, kein Problem -

du kannst dir auch noch einen Nachschlag nehm

so lange noch was da ist und der Topf nicht leer…-

du hast, wenn es alle ist, keinen Hunger mehr.

 

Und das benutzte Geschirr wartet zum Spülen auch auf dich -

von alleine spült Geschirr sich noch lange nicht.

 

Wam hat eingekauft und frisch gekocht -

vielleicht hast du gerade das noch nie gemocht…

aber hast du Hunger, dann probier‘ es mal -

es schmeckt sicher anders - macht dir keine Qual.

Erst sind die Töpfe, dann die Teller voll -

nimm dir deinen Löffel und iss ohne Groll.

vielleicht hast, nach dem letzten Löffel, du entdeckt,

du löffelst keine Suppe aus, die dir nicht schmeckt….

 

Wam und sein Team kriegen jeden satt.

Wer vom Protestieren großen Hunger hat,

für den setzt er seine Töpfe heiß unter Dampf

und kocht nach dem Rezept: Ohne Mampf kein Kampf.

Tauchst du selbstverständlich deinen Löffel ein,

sollte es genauso selbstverständlich sein,

wenn du dafür etwas in die Kanne gibst,

wenn du den vollen Löffel durch die Lippen schiebst.

 

Wam tanzt mit der Kelle, rührt er tief im Topf -

Dabei geht so manches ihm durch den Kopf.

Wer sich übers Essen bei ihm beschwert,

hat doch seinen Teller voller Gier geleert.

Wam ist Philosoph und gar kein Koch -

das ist kein Gegensatz, ergänzt sich doch.

Mit leerem Magen niemand denken kann, -

wer gesättigt ist, fängt nicht zu streiten an…

 

© 2022 Gerd Schinkel