Anziehlied

 

Wenn ich mich anzieh, geht das so:

Ich zieh die Strümpf’ bis übern Po,

streif den Pullover übers Bein,

schlüpf rückwärts in die Mütze rein.


Richtig, richtig - das gefällt.

So hab ich mir das vorgestellt.

So bin ich schick. So will ich geh’n.

Das mögen alle an mir seh’n.

 

Die Unterhose schieb ich dann

den Arm herauf, so weit ich kann.
Sandalen häng ich an die Ohr’n –

da gehn sie sicher nicht verlor’n...


Den Anorak - so muss es sein –

stopf ich in meine Strümpfe rein.
Die Hose um den Hals gelegt,

dass sich der Kopf noch gut bewegt.

 

Die Bluse wickle ich beim Geh’n

mehrmals rum um meine Zeh’n.

Der Schal geht - rat mal - gut gewusst:

mehrmals rum um meine Brust.

 

Das T-Shirt flattert mir am Kinn.

Ich weiß genau: Da passt es hin.
Ans Knie gehört das Unterhemd.

Die linke Schulter wird gekämmt.

 

Copyright Ende der 80er Jahre Gerd Schinkel