EXPORTSCHLAGER
 
Zwangsrekrutierte Kämpfer fern in Bürgerkriegen,
Kindersoldaten habn es häufiger dabei…
Eiskalt gedrillt morden sie, solln damit siegen. 
Es ist ein Schnellfeuergewehr und heißt G3. 
Wenn Mörderfachleute das Mordhandwerk sie lehren,  
und haben sie fürs Überleben was gelernt,
dann können sie gegen Ermordung sich auch wehren,
eh man die Leichen der Gefallenen entfernt.
 
Immer schmiedet irgendwo man Friedenspläne.
Sie lassen sich gern Hand in Hand fotografiern,
und sie spreizen sich wie Gockel oder Schwäne,
wenn sie grinsend sich der Presse präsentiern.
Es knalln die Korken und man lässt die Gläser kreisen. 
Weil die Kurse steigen, stößt man wieder an:
Bei Rheinmetall, Heckler und Koch, wie sie auch heißen,
weil man auf Kriegsgewinne sich verlassen kann.
 
Ist jede Herstellung von Waffen nicht ein Mordplan?
Werden Hersteller als Beihelfer bestraft?
Oder Anstifter, die Waffen zu benutzen?
So fragt man doch nicht einfach unbedarft…
Es gibt doch auch verständliche Begehren
für den Fall, man angegriffen wird
soll sich der etwa mit bloßen Händen wehren,
wird er im Krieg von scharfer Munition umschwirrt?
 
Waffenhersteller verdienen ein Vermögen,
liefern an beide Seiten das, was sie bestelln:
Bomben, Granaten, Minen, Drohnen und Kanonen -
und Bevölkerungspyramiden kriegen Delln.
Sie baun Panzer, Kreuzer, Bomber und Raketen -
ihre Börsenkurse durch die Decke gehn…
während Menschen um ihr Überleben beten,
wenn sie zwischen Trümmern und Ruinen stehn.
 
Will man die höchsten Waffenhersteller ermorden,
ist das uneingeschränkt ein hirnrissiger Plan,
weil Stellvertreter dann an ihre Stelle treten,
und es geht nahtlos weiter, fängt nicht mal neu an.
Selbst wenn die Hersteller beim Herstelln mal pausieren,
weil sie vielleicht einen Betriebsurlaub sich gönn‘ -
was soll der Kundschaft in der Zwischenzeit passieren?
Bezahlen sie genug, sie alles kriegen könn….  
 
© 2024 Gerd Schinkel